Initiative

2500 Düsseldorfer unterschreiben für Erhalt der Gaslaternen

Die Initiative Düsseldorfer Gaslicht hat fleißig Unterschriften für den Erhalt der Laternen gesammelt.

Die Initiative Düsseldorfer Gaslicht hat fleißig Unterschriften für den Erhalt der Laternen gesammelt.

Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.   2500 Bürger beteiligten sich an der Umfrageaktion in Flingern und Düsseltal. Rechtlicher Rahmen für den Erhalt der Laternen ist geschaffen.

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Die Initiative Düsseldorfer Gaslicht findet immer mehr Unterstützer – allein bei einer Umfrageaktion im Stadtbezirk 2 (Flingern und Düsseltal) beteiligten sich 2500 Bürger. 94,5 Prozent hatten sich dort für den Erhalt der Gaslaternen ausgesprochen. Ein eindeutiges Signal an die Stadt – und auch für Lutz Cleffmann, den Initiator hinter der Initiative.

Denn Cleffmann hatte von der Verwaltung immer wieder zuhören bekommen, dass viele Menschen dort anrufen und sich über Dunkelheit in Gaslaternen-Straßen beschweren würden. Bei der neuerlichen Umfrage konnten daher die Bürger nicht nur für den Erhalt der Gaslaternen stimmen, sondern auch eindeutig dagegen.

Cleffmanns Fazit: „Es gibt keine ‘schweigende Mehrheit’, die unbedingt hellere Straßenbeleuchtung haben will.“ Und weiter: „Irgendwo müssten sich diese Menschen ja aussprechen, selbst wenn unsere Aktion vielleicht eher die Befürworter anspricht.“ Das Ergebnis dieser Umfrage, die nicht nur auf Papier, sondern auch online verfügbar war, wurde gestern dem Amt für Verkehrsmanagement übergeben.

4300 schriftliche Eingaben bei der Stadtverwaltung

Über die Umfrage hinaus freut sich die Initiative auch über die Unterstützung zahlreicher Bürger- und Heimatvereine, die sich nun verstärkt in den Vierteln für die Gasbeleuchtung einsetzen. „Von Unterrath über das Gurkenland und Gerresheim bis Benrath haben sich Bürger viel Mühe gegeben, ihre Argumente für das Gaslicht vorzubringen. Das dürfen weder Verwaltung noch Stadtrat ignorieren“, sagt Carolyn Eickelkamp, ebenfalls in der Initiative aktiv.

Darüberhinaus sind auch bei der Stadtverwaltung bis Mittwoch bereits etwa 4300 schriftliche Eingaben zur Zukunft des Gaslichts eingegangen. Die Verwaltung will das nun den nächsten Wochen aufarbeiten und ihrerseits einen Vorschlag vorbringen, welche Erhaltungsgebiete in eine gesamtstädtische Auswahl eingebracht werden sollen. Der Vorschlag solle dann im Sommer 2017 in die politische Diskussion zunächst in den Bezirksvertretungen einfließen.

Kritik am Kriterienkatalog der Stadt

Doch die Initiative kritisiert den von der Stadtverwaltung vorgelegten Kriterienkatalog, wonach entschieden werden soll, welche Laternen behalten werden sollen. Initiativen-Mitglied Hermann-Josef Piepenbrock dazu: „Die Kriterien sind willkürlich und zum Teil einfach unsinnig.“ Als Beispiel führt er im Bereich „Partizipation“ an. „Darunter kann sich keiner etwas vorstellen.“ Er kritisiert auch, dass in dem Katalog nur 3300 Laternen bewertet werden – fast alles welche, die ohnehin gerettet werden sollen. „Es macht keinen Sinn, die zu bewerten, die ich eh behalten will. Vielmehr sollte man sich um die restlichen 14 000 Stück kümmern.“

Ebenfalls für Unmut sorgen die Umrüstungen, die keine sind. „Es klang zunächst so, als ob das Gas rausgenommen wird und LEDs eingesetzt werden sollen. Das ist aber nicht passiert. Stattdessen hat die Stadt Totalabrisse durchgeführt und die Laternenoptik nachgebaut“, so Piepenbrock. Und wie diese „Fakelaternen“ mit LED-Licht, wie Cleffmann sie nennt, nun aussehen, davon könne sich jeder ein Bild vor dem Rathaus machen. „Die meisten sehen schon nach kurzer Zeit sehr dreckig aus, weil sie mehr Insekten anziehen. Sie sind auch schlechter zu putzen, da sie nicht mehr das ‘Türchen’ haben“, so Eickelkamp, „das gehört auf Fußballplätze als Flutlicht, aber nicht in Straßen.“

Der Erhalt der Gaslaternen ist gut für den Haushalt

Und Cleffmann appelliert noch einmal an die Kommunalpolitiker, denn eine Voraussetzung für den Erhalt wurde bereits geschaffen. Die Stadtwerke Düsseldorf wollen bis Ende des Jahres alles Laternen zertifizieren. „Die Stadtwerke haben damit die rechtlichen und technischen Hürden aus dem Weg geräumt. Düsseldorf kann ein Denkmal der Industriekultur erhalten und dabei unter dem Strich noch Geld sparen“, so Cleffmann.

Bei Ratsherr Rainer Matheisen (FDP) rennt er damit offene Türen ein, gerade auch mit Blick auf dem Haushalt. „Ein Abriss würde die Stadt pro Laterne 5000 Euro kosten – mindestens. Das Geld könnte man sparen.“ Auch in Frankfurt hatte man Laternen abreißen wollen. Dort waren 10 000 Euro für jede einzelne veranschlagt worden – doch auch da sind die Kosten gestiegen. Zudem appelliert auch er, den „Bürgerwillen ernstzunehmen“ und gemeinsam ein „Gesamtkonzept zu erarbeiten“.

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