Second Hand

Bücherverkauf in Düsseldorf für den guten Zweck

Das „Cash&Raus“ in Pempelfort ist ein echter Geheimtipp für Literaturliebhaber. Die Bücher werden für soziale Zwecke verkauft.  

Das „Cash&Raus“ in Pempelfort ist ein echter Geheimtipp für Literaturliebhaber. Die Bücher werden für soziale Zwecke verkauft.  

Foto: Zeitner

Düsseldorf.   Das „Cash&Raus“ in Düsseldorf-Pempelfort ist ein echter Geheimtipp für Literatur-Liebhaber. Mit dem Erlös werden soziale Projekte realisiert.

Viele Düsseldorfer schätzen den nördlich der Innenstadt gelegenen Stadtteil Pempelfort für seine zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, die Bars und Cafés. Das hektische Durcheinander der Altstadt kann man hier etwas hinter sich lassen, ohne auf den Einkaufsbummel verzichten zu müssen. Mittendrin liegt in einer eher unscheinbaren Seitenstraße ein kleiner Buchladen, gelegen zwischen einer Boutique und einem Friseursalon. Von außen ebenso unscheinbar, werden Kochbücher auf kleinen Ausstelltischchen für 50 Cent angepriesen. Das Schaufenster ist thematisch angerichtet, das Gesicht von Marilyn Monroe lächelt den Passanten von den Titelseiten der Bildbände und Biografien entgegen. „Wir haben eine große Einzelspende erhalten und da waren viele Bücher über Marilyn Monroe dabei“, erklärt Gerda Siegmund, Leiterin des „Cash & Raus“ an der Kaiserswerther Straße.

Sozialdienst Katholischer Männer betreibt die Läden

In Düsseldorf gibt es insgesamt vier dieser Geschäfte, doch nur das in Pempelfort ist auf Bücher spezialisiert. Die Läden erhalten Sachspenden und geben sie für einen kleinen Preis wieder raus. Mit dem Erlös werden die Geschäfte und weitere soziale Projekte finanziert. Träger ist der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM), die „Cash & Raus“-Läden sind ein Beschäftigungs- und Arbeitsprojekt. „Wir wollen vor allem Langzeitarbeitslosen eine Möglichkeit geben, wieder ins Berufsleben einzusteigen“, erklärt Abteilungsleiter Markus Textores. Ihm ist es wichtig, dass die Beschäftigten auch einen gewissen intellektuellen Anspruch an ihre Arbeit haben und dass die Buchhandlung eine Lebenseinstellung vermittelt. „Deshalb hängt draußen auch ein Schild, das Handys verbietet“, sagt Textores. Die Erhabenheit der prall gefüllten Bücherregale soll nicht durch moderne Technik gestört werden.

Rund hundert Kunden kommen täglich

Das Konzept wird gut angenommen, alte wie junge Leute besuchen den Laden. „Ob arm oder reich, alle kommen“, sagt „Cash & Raus“-Leiterin Siegmund. Sie schätzt, dass sie täglich etwa 100 Kunden hat. Viele sind Stammkunden, die sich auch gerne mal für ein paar Stunden in die Leseecke setzen und die Wälzer durchstöbern.

Die Möbel sind häufig Antiquitäten-Spenden, die einen neuen Besitzer suchen und ebenfalls gekauft werden können. „Im Prinzip können Sie hier alles kaufen, auf dem Sie auch sitzen“, sagt Markus Textores mit einem Lächeln.

Möbel harmonieren mit den Büchern

Die antiquarischen Möbelstücke harmonieren mit den Büchern, die teilweise schon vor über hundert Jahren gedruckt und gebunden wurden und selbst schon zu Antiquitäten geworden sind.

Das kleine Lädchen ist ein Geheimtipp für Fans des gedruckten Buchs, für alle, die sich den E-Books noch erwehren. Faulkner, Tolstoi oder Schweden-Krimis, Kochbücher und Bildbände – eine reiche Auswahl, um die sie sogar einige klassische Antiquariate beneiden würden. Sortiert nach Sprachen, Genre, Autoren und Themen, findet sich dort für jeden Geschmack das Richtige.

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