Flughafen

BUND fordert Stopp für Flughafen-Ausbau in Düsseldorf

Auf den beiden Pisten des Düsseldorfer Flughafens sollen zu besonders straken Zeiten mehr Flugzeuge starten dürfen. Das hat der Flughafen beantragt.

Auf den beiden Pisten des Düsseldorfer Flughafens sollen zu besonders straken Zeiten mehr Flugzeuge starten dürfen. Das hat der Flughafen beantragt.

Foto: Hans Blossey

Düsseldorf.  Der BUND kritisiert das Land, aber auch die Stadt als Anteilseigner. Sie habe den Klimanotstand ausgerufen, wolle aber die Kapazitätserweiterung.

In der Diskussion um die geplante Kapazitätserweiterung des Flughafens kritisiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das Vorgehen der Landesregierung. Trotz Klimawandels und Corona-Krise halte die Politik an den „unverantwortlichen Ausbauplänen“ fest. Auch das Vorgehen der Stadt Düsseldorf stößt auf Widerspruch. Wer wie die Landeshauptstadt den Klimanotstand ausrufe, müsse sich auch vehement gegen den Flughafen-Ausbau aussprechen.

BUND sieht keinen Bedarf mehr

„Die Ausbaupläne sind geradezu grotesk“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. „Dass das Land trotz der fortschreitenden Klimakrise noch hemmungslos auf den besonders schädlichen Luftverkehr setzt, ist ein verkehrs- und klimaschutzpolitischer Offenbarungseid. Zudem ignoriert die Landesregierung alle sich aus der Corona-Pandemie ergebenden Notwendigkeiten. Ein Bedarf für den Flughafenausbau ist nicht erkennbar. Das Planfeststellungsverfahren muss gestoppt werden.“

Bereits 2015 hatte der Flughafen Düsseldorf einen Antrag auf Planfeststellung mit einer Änderung der Betriebsgenehmigung beim zuständigen Verkehrsministerium eingereicht. Dagegen wurden mehr als 40.000 Einwendungen erhoben. Im Rahmen des Erörterungstermins 2017 wurden auch vom BUND zahlreiche Mängel dokumentiert, die ergänzende Untersuchungen notwendig machten. Im Rahmen der unlängst beendeten zweiten Offenlegung dieser neuen Planunterlagen hatte der BUND erneut ausführlich Stellung genommen. Auch zehntausende Bürger aus der Region und Düsseldorfer Nachbar-Städte haben ihren Widerspruch deutlich gemacht.

„Es fehlen Gutachten und Unterlagen“

„Die erneute Offenlegung kann die zahlreichen Planungsmängel nicht beseitigen“, konstatierte Dieter Donner von der BUND-Regionalgruppe Düsseldorf. „Die vorgelegte Planung wird den Anforderungen der Umweltverträglichkeitsprüfung nicht gerecht. Es fehlen weiterhin essenzielle Gutachten und Unterlagen insbesondere in Bezug auf die Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, und die menschliche Gesundheit.“ So ignorierten die Planunterlagen, dass der Anstieg des Flugverkehrs auch zu einem unverantwortlichen Anstieg der Belastung durch den besonders gesundheitsschädlichen Ultrafeinstaub führe.

Der BUND kritisiert auch den fehlenden Umwelt-Check der Flugrouten. Die Deutsche Flugsicherung hatte im Verfahren mitgeteilt, dass in Düsseldorf derzeit keine Änderungen an den Abflugstrecken geplant seien. Dass deshalb jedoch jede Betrachtung der An- und Abflugrouten hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen unterlassen wurde, verstoße gegen das Luftverkehrsgesetz.

Umweltschützer kündigen heftigen Widerstand an

Grundsätzlich fordert der BUND die Landesregierung auf, eine „längst überfällige neue Luftverkehrskonzeption vorzulegen, anstatt den Kapazitätsausbau am Bedarf vorbei zu forcieren“. Stoppe die Landesregierung nicht das Planfeststellungsverfahren für den Flughafen, werde der BUND heftigen Widerstand leisten.

Auch die Stadt Düsseldorf sieht der BUND wegen ihrer 50-prozentigen Beteiligung an der Flughafengesellschaft in der Pflicht. „Wir erwarten, dass die Kommunalpolitik den Ausbauplänen ein Riegel vorschiebt“, so der Sprecher des BUND Düsseldorf. Daran müssten sich alle Parteien im Kommunalwahlkampf messen lassen. (gömi)

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