Karneval

Buntes Kö-Treiben trotz Nieselregens

Zum Abschuss bereit? Kim Jong-Un und Donald Trump.

Foto: Katharina Gilles

Zum Abschuss bereit? Kim Jong-Un und Donald Trump. Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.   Die Königsallee ist Sonntag wieder Heimat für allerhand friedliche Jecken geworden. Star-Wars-Figuren schunkelten mit Giraffen.

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„Die Sterne funkele, mir Düsseldorfer schunkele. Hütt es ons alles ejal, mer fiere Karneval“, schallt es lautstark aus den Boxen neben einem Bierstand auf der Kö. Ein imperialer Sturmtruppler aus dem Film Star Wars liegt einer Giraffe in den Armen, beide schwank-schunkeln mehr oder weiniger im Takt der Musik und strahlen seelig angeheitert um die Wette. Temporärer Nieselregen und Hagel tun der ausgelassenen, friedlichen Stimmung keinen Abbruch beim legendären Kö-Treiben.

Weniger Meter weiter schunkeln auch Anntraud und ihre „wilden Hühner“. Die Frauengruppe kennt sich schon seit langem, sind befreundet und kommen immer wieder gerne zur Prachtmeile. Immer mit dabei: ihre selbstgemachten Kostüme. „Die Schnäbel haben wir etwa aus Eierkartons gemacht und die Handschuhe selbst gefärbt“, so die Düsseldorferin. Und ihr Ganzkörperanzug ist bei dem Wetter äußerst praktisch. „Der ist wasserabweisend“, so Anntraud weiter.

Apropos praktisch: ein junger Mann hat sich für ein Taucherkostüm entschieden, eine andere Gruppe hat ein Mini-Traumschiff dabei, dass sie wie einen Bollerwagen hinter sich herziehen. Sollte also noch mehr Wasser von oben kommen, sind sie ja bestens vorbereitet.

Erste Taufe für „Arsche Noah“

Auch die „Arsche Noah“ (Kein Schreibfehler) ist auf das feuchte Nass vorbereitet. Den Wagen in Form einer Arche aber mit „offenem Arsch“ auf einer Seite hat Bernd Schmidt-Horstmann selbstgebaut. Er ist seit fünf Jahren mit dem Wagen mit dabei, nur die Anzahl der Tiere, die oben drauf sitzen, hat sich über die Jahre verändert. „Am Anfang waren es nur drei, aber Jahr für Jahr kommt etwas dazu.“ Das freue nicht nur die Familie und Freunde, sondern gerade die Kinder.

Und noch etwas ist neu: In diesem Jahr ist es „die erste Taufe für die Arche. „Bisher hat es nie geregnet“, sagt der 68-Jährige schmunzelnd. Doch ihm selbst mache das Wetter nichts aus. „Viele stellen sich ja in der U-Bahnhaltestelle unter, aber echte Jecken halten auch dieses Wetter aus“, erklärt er grinsend. Und passend dazu ziert seine „Arsche“ auch der Schriftzug „Nach uns die Sintflut.“

300 Kilometer bis zum Karneval

Nicht abhalten vom Karneval lassen sich auch Hartmut und Marlene, die sich als Super Mario und Luigi verkleidet haben. Die Eheleute sind mit einem befreundeten Ehepaar extra aus Westerstede in Niedersachsen angereist, immerhin mehr als 300 Kilometer. „Wir sind jetzt zum dritten Mal hier und es immer wieder toll“, so Hartmut. Einmal waren sie aber fast umsonst in der Stadt als der Rosenmontagszug wegen Sturms abgesagt werden musste. „Aber wir sind dann zum Nachholtermin wieder angereist.“

Trump und Kim Jong-Un auf den Raketen

Als schrille Müllwerker mit Blümchenhut kommen Andreas Schulte und seine Freunde daher. Die Gruppe ist eigens aus dem Emsland angereist. „Wir sind seit 15 Jahren dabei – bei jedem Wetter. Es hat auch schon mal richtig geschneit“, erinnert sich der 54-Jährige zurück. Dennoch: Die Laune ist ausgezeichnet und darauf kommt es schließlich beim Karneval auch an.

Kürzer ist der Weg für die „Raketenmänner“ bzw. Frauen der KG Fritz. Der nicht eingetragene Karnevalsverein ist seit 2006 mit dabei. In diesem Jahr haben sie sich Donald Trump und Kim Jong-Un gewidmet. Mit selbstgebastelten Raketen möchten sie die beiden am liebsten sonst wohin schicken, sagt Präsidentin Heike Morabito.

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