Weihnachten

Christbaum wird zur Fledermaus

Weihnachtsbaum unter der Decke von Angelika und Dieter Comes aus Düsseldorf Derendorf  

Foto: Picasa

Weihnachtsbaum unter der Decke von Angelika und Dieter Comes aus Düsseldorf Derendorf   Foto: Picasa

Düsseldorf.   Warum Angelika Comes ihre Edeltanne von der Decke hängen lässt.

Angelika Comes lässt Weihnachten ganz ruhig angehen – nur ihr Weihnachtsbaum steht Kopf. Schon seit Jahren wird der Tannenbaum – wenn bei Comes denn einer geholt wird – an der Decke angebracht. „Die Idee“, so die 69-Jährige, „kam meinem Mann und mir, als wir den Film Schlafes Bruder schauten“.

In dem Liebesdrama, welches um das 19. Jahrhundert spielt, hängen die Bewohner eines kleinen österreichischen Dorfes nämlich ihre Tannenbäume in der Weihnachtszeit an der Decke auf – „aus Platzmangel“, so Comes. Der „Fledermaus-Baum“ ist also gewissermaßen eine alte österreichische Tradition, die nun über Umwege auch in den Düsseldorfer Haushalt Einzug fand.

Mit Ringhaken zum „Fledermaus-Baum“

Probleme beim Anbringen der Tanne gab es bisher nicht: „Mein Mann ist Elektriker, das hat er im Handumdrehen geschafft und er verkabelt den Baum dann auch so, dass er leuchtet“, sagt die Derendorferin. Während anderen Menschen an Weihnachten aus Stress die „Decke auf den Kopf fällt“, sorgt man sich bei Comes nicht, dass auch noch der Tannenbaum mit runter kommt: „Wir haben einen Ringhaken in den Stamm und an die Decke gebohrt, der Baum hängt total stabil.“

Angst davor, dass mal eine Christbaumkugel der Schwerkraft nachgebe und auf den Boden falle sei ausgeschlossen: „Das Schmücken geht ganz einfach, man braucht bloß am besten ein kleines Fußtreppchen.“

Zehn Jahre Tradition

Seit zehn Jahren hält sich die Tradition bei dem Ehepaar, welches erst vor kurzem seine goldene Hochzeit feierte. „Wir hängen den Baum meist schon im November auf und lassen ihn dann dort bis in den Januar hinein.“ Die Tanne hänge dabei immer so, dass sie niemanden störe. Manchmal wechselt sie sich auch der Einfachheit halber mit einem Haselnusszweig ab.

In diesem Jahr ist sogar noch ein weiterer „Baum“ an der Decke hinzugekommen. „Wir haben Weidenzweige in Form eines Weihnachtsbaums vor das Fenster gehangen und mit Lichtern geschmückt“, so Comes, „wenn es schneit, sieht es dann wunderschön aus.“

Keine Geschenke unter der Hängetanne

Geschenke liegen bei der Hängetanne wortwörtlich unter dem Baum – wenn es denn welche gäbe: „Mein Mann und ich schenken uns meist einen Urlaub. Dieses Jahr geht es etwa mit dem Zug ins Erzgebirge. Unter den Baum kommt also nix drunter“, schmunzelt die 69-Jährige.

Bekannte, die zu Besuch kommen zeigen sich von der Idee begeistert – einziges Problem bei der Hängetanne: „Es ist schwer, sie richtig zu fotografieren“. Wer nun auch eine Hänge-Tanne haben will, für den hat Angelika Comes einen Tipp: „Am besten sollte man eine Edel-Tanne nehmen. Unsere ist immer so 80 Zentimeter bis einen Meter groß.“

Sorgen um die Wasserversorgung der Tanne brauche man sich laut Comes nicht zu machen. Und wenn mal kein Weihnachten ist, kann man auch allerlei ordinäre Sachen an der Decke aufhängen, „etwa eine schöne Lampe“, so die Derendorferin.

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