Gastronomie

Das neue Boui Boui in Düsseldorf heißt Bon Bon

Neues Boui Boui an der Bonnerstraße 155, Florian Liss in einer der Veranstaltungshallen.

Neues Boui Boui an der Bonnerstraße 155, Florian Liss in einer der Veranstaltungshallen.

Foto: Anne Orthen (ort)

Düsseldorf-Holthausen.  Das Boui Boui musste den alten Standort in Bilk verlassen. An der Bonner Straße soll es nun unter einem neuen Namen ein ähnliches Programm geben.

Es gibt Stellen in dem verlassenen Gebäude, da riecht es immer noch nach Parfum. Da ist sich Florian Liss ganz sicher. Viele Jahre hatte das Beauty-Unternehmen Marbert Cosmetics an der Bonner Straße 155 seinen Sitz. Am Standort Holthausen produzierten rund 70 Beschäftigte eine große Zahl von Kosmetikprodukten sowohl für die Eigenmarke als auch für unterschiedliche Labels und Kunden als Auftragsfertiger.

In den ehemaligen Hallen einer Kosmetikfirma

Nach Jahren der finanziellen Schieflage wurde im Mai 2011 ein Insolvenzverfahren mit der Konsequenz eingeleitet, dass zum Jahresende das Unternehmen aufgelöst und die Produktion eingestellt wurde. Seitdem stehen die beiden Gebäude, die über Eck angeordnet sind, leer.

Aber nicht mehr lange, wenn es nach dem Willen von Liss und seinem Kompagnon Stefan Schmidl geht. Mit ihrer Eventagentur 0049 haben sie sechseinhalb Jahre das Boui Boui in Bilk betrieben und mit ihren Veranstaltungen vom Nachtflohmarkt bis zum Designmarkt zum Februar das Viertel belebt. An der der Suitbertusstraße haben inzwischen die Abrissarbeiten begonnen, die alte Schraubenfabrik, die aus der Zeit der Jahrhundertwende stammte, soll einem neuen Wohngebiet weichen.

Nutzungsänderung notwendig

Für Liss und Schmidl war schnell klar, dass sie an einem neuen Standort in Düsseldorf weitermachen wollten. „Die Stadt hat uns dann auf dieses Gebäude an der Bonner Straße 155 aufmerksam gemacht“, erzählt Florian Liss. Erst sei er schon ein wenig skeptisch gewesen, ist das ehemalige Marbert-Werk doch eher 70er-Jahre denn Jahrhundertwende.

Doch dann sei es doch schon so was wie Liebe auf den ersten Blick gewesen. Auf jeden Fall gibt es hier Platz ohne Ende. Die Produktionshallen im Erdgeschoss und in der ersten Etage eignen sich bestens für Veranstaltungen, da ist sich Florian Liss sicher. In der unteren Halle müssen aber noch die Wände raus. Ein neuer Name ist auch schon gefunden: Bon Bon, angelehnt an das französische Wort für gut. Liss: „Wir finden, es passt gut zur hiesigen Historie mit dem Thema Parfüm.“

Anders als in Bilk können er und sein Partner langfristig planen. Mit dem Inhaber haben sie einen Fünfjahresvertrag abgeschlossen mit der Option, um weitere fünf Jahre zu verlängern. „In Bilk wurde im Halbjahrestakt entschieden, ob es weitergeht.“ Was jetzt noch fehlt, ist die Genehmigung durch die Stadt. „Wir brauchen hierfür eine Nutzungsänderung“, erläutert Liss. Und im Vergleich zum Bilker Standort gibt es eine weitere wichtige Unterscheidung. „Hier sind wir in einem Industriegebiet und haben weniger Auflagen zu beachten.“ In Arbeit sind Lärm- und Brandschutzgutachten.

Nachtflohmarkt im Januar geplant

Das Boui Boui war rundherum von Anwohnern umgeben, die sich auch schon mal beschwerten. Direkt nebenan gibt es in Holthausen nur eine handvoll Wohnungen, aber da hofft Liss auf ein gutes Miteinander. So bald der Termin für die erste Veranstaltung feststeht, will er diese im Vorfeld ansprechen. Das könnte schon am 18. Januar der Fall sein. „Wir hoffen, an dem Samstag unseren ersten Nachtflohmarkt durchführen zu können.“

Doch bis dahin gibt es noch viel zu tun. Die Strom- und Wasserversorgung muss nach den vielen Jahren wieder ans Laufen gebracht werden. Eins nach dem anderen, sagt Liss, der mit seinem Partner beim Boui Boui auch Lehrgeld bezahlt hat. Da hätten sie manchmal zu viel auf einmal gewollt, erzählt der Münchener, der seit 2013 in Düsseldorf lebt. Doch letztlich hat ihnen der Erfolg recht gegeben. Schnell hat sich die Location als Anlaufstelle etabliert. „Wir gehen davon aus, dass wir über die Jahre rund eine Million Besucher hatten.“

Ähnliches Konzept wie in Bilk

Das wünschen er und Schmidl sich auch für die Bonner Straße. Aber ist das Bon Bon nicht etwas zu weit ab vom Schuss? Das findet Liss nicht. Im Gegenteil. „Sie sind mit der Straßenbahn in 13 Minuten in Bilk.“ Zudem ist das Areal bestens an die Münchener Straße angeschlossen und hat sogar anders als die alte Schraubenfabrik eigene Parkplätze. Auch wenn die bei einer Großveranstaltung nicht reichten. Zu einem Nachtflohmarkt kommen um die 3000 Besucher. Das Veranstaltungskonzept soll ähnlich sein wie in Bilk.

Auch für den sechsstöckigen Büroturm gibt es Pläne: „Wir glauben, dass aus einigen Räumen Ateliers werden könnten.“ Auch Bandräume kann er sich vorstellen, denn zu dem Produktionsgebäude gehört ein riesiger Keller. Der, so glaubt er, würde sich als Club gut machen; den würden sie allerdings nicht selbst betreiben wollen. Doch jetzt soll am neuen Standort erstmal der Start gelingen.

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