Weihnachtsmarkt

Der lange Weihnachtsmarkt bis Silvester bleibt in Düsseldorf

Ole Friedrich (Geschäftsführer Düsseldorf Tourismus), David Tscheike (Artist), Ivan Mallinowski (Geschäftsführer ARTec360), Joffrey Woitschack (Artist) (v.l.) präsentieren die Neuerungen auf dem diesjährigen Märchenmarkt.

Ole Friedrich (Geschäftsführer Düsseldorf Tourismus), David Tscheike (Artist), Ivan Mallinowski (Geschäftsführer ARTec360), Joffrey Woitschack (Artist) (v.l.) präsentieren die Neuerungen auf dem diesjährigen Märchenmarkt.

Foto: Seelhöfer

Düsseldorf.   Der Weihnachtsmarkt hat in der Düsseldorfer City auch 2018 bis zum 30. Dezember geöffnet. Und das soll trotz vieler Diskussionen auch so bleiben.

Nicht alles, aber Vieles ist neu auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt: Das Kinderprogramm ist so üppig wie nie zuvor, und erstmals haben die Buden auch an Heiligabend von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Eine schon oft im Rat hitzig diskutierte Neuerung aus dem vergangenen Jahr aber bleibt: Der Weihnachtsmarkt öffnet auch 2018 wieder bis zum 30. Dezember seine Pforten.

Ole Friedrich, Geschäftsführer von Düsseldorf Tourismus, verteidigt diese neue Praxis: „Unsere Befragung im letzten Jahr hat ergeben, dass die Gäste die Verlängerung positiv bewerten. Und auch die Händler sind zum größten Teil dafür.“ Diese Umfrage beziehe auch die Händler mit ein, die Deko-Artikel und Kunsthandwerk verkaufen, bestätigt Friedrich.

Gegenwind aus Händler-Kreisen

Letztes Jahr hatte sich mit Michael Zinnen ein Händler für Geschenkartikel aus dem Erzgebirge in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Geisel gewandt und die Auswirkungen der Verlängerung als katastrophal beschrieben. Die Einnahmen hätten „gerade einmal die anteiligen Kosten des Marktbetriebes gedeckt“.

Ole Friedrich kündigt auch im Rahmen dieses Weihnachtsmarkts eine Befragung der Besucher und der Händler an. Schließlich müssten sich die Öffnungszeiten zwischen den Jahren auch erst bei den Gästen etablieren, gibt Ivan Mallinowski, Geschäftsführer des Eventveranstalters ARTec360, zu bedenken. „Es ist kein gelernter Zeitraum, die Leute brauchen zwei bis drei Jahre, um sich daran zu gewöhnen.“ Erst dann sei es möglich, das Ergebnis seriös zu bewerten.

Je nach dem, wie die diesjährige Umfrage der Gäste und Händler ausfalle, sei es laut Friedrich auch rein theoretisch möglich, dass die Verlängerung des Weihnachtsmarktes schon im nächsten Jahr wieder abgeschafft werde. Doch das hält er für unwahrscheinlich und stellt fest: „Wir wollen keinen Cut machen.“

„Blöde Geschäftemacherei“

Angelika Kraft-Dlangamandla, Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion Die Linke in Düsseldorf, würde sich diesen Cut – also Schnitt – aber gerne wünschen. „Für mich ist die Verlängerung bis zum 30. Dezember nur blöde Geschäftemacherei und hat mit dem eigentlichen Weihnachtsmarkt nichts mehr zu tun.“ Der sei zur Vorbereitung für Weihnachten da, eben um spezielle Deko-Artikel zu kaufen. Wenn schon am 23. Dezember Schluss wäre, würde das laut der Linken-Politikerin auch reichen. „Die Händler sollen an den Tagen auch ihre Ruhe haben.“

Grünen-Fraktionssprecher Norbert Czerwinski war im letzten Jahr noch ein großer Gegner der Verlängerung, hat seine Meinung aber geändert. Der Grund: die positive Resonanz, die die Umfrage der Besucher und Händler ergeben hat. Allerdings fordert er, dass Düsseldorf Tourismus manchen Verkäufern bei den Verträgen entgegenkommt. Denn schließlich seien nicht alle Waren nach Weihnachten noch so gefragt wie davor.

Andersherum sind die Händler vertraglich dazu verpflichtet, bis zum 30. Dezember ihre Waren in den Buden zum Verkauf anzubieten – vorher abbauen geht nicht. Das sei Auflage, so Düsseldorf Tourismus.

>>> INFO: Weihnachtsmarkt bietet viele Aktionen für Kinder

Neben den 222 Ständen auf dem Weihnachtsmarkt gibt es auch vier Fahrgeschäfte für Kinder. Die Kleinsten stehen auch im Kinderzelt am Jan-Wellem- und Joachim-Erwin-Platz im Mittelpunkt. Dort gibt es in diesem Jahr 14 weitere Termine fürs Basteln, Plätzchen backen oder Puppentheater.

Infos: duesseldorf-tourismus.de/weihnachtsmarkt

>>> Kommentar von Stefan Wappner: Den Händlern entgegenkommen!

Es mag ja sein, dass die Mehrzahl der Händler und Kunden für einen XXL-Weihnachtsmarkt in der City ist. Das heißt aber im Umkehrschluss, dass es noch genug Akteure gibt, die eine Verlängerung des Marktes ablehnen. Und das dürften vor allem diejenigen Händler sein, die nach dem 2. Weihnachtstag auf potenziellen Geschenkartikeln sitzen bleiben. Die frieren in ihren Bunden, nehmen am Tag ein paar Euro ein, könnten ihre Arbeitskraft woanders besser einsetzen, sind aber durch Knebelverträge dazu verpflichtet, auszuharren. Diesen Händlern muss die Stadt finanziell dringend entgegenkommen.

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