Stadtteil-Serie

Der letzte Nahversorger in Vennhausen

Mahmoud El Charip (73) in seinem Laden an der Gubener Straße.

Mahmoud El Charip (73) in seinem Laden an der Gubener Straße.

Foto: Götz Middeldorf

Düsseldorf-Vennhausen.   Familie El Charip betreibt seit Jahrzehnten ein Geschäft an der Gubener Straße in der Vennhauser Tannenhof-Siedlung – mit ausgefallenem Angebot

Mahmoud El Charip (73) steht hinter der Kasse, plaudert mit Kunden, hat für jeden ein Lächeln parat. Seine Söhne Salah (40) und Kamel (42) wuseln im Laden an der Gubener Straße am Rande der Tannenhof-Siedlung. Zu tun gibt es immer etwas: Schließlich ist der Getränkemarkt mit einem Zusatzangebot an Lebensmittel, Süßwaren und anderen Dingen des täglichen Bedarfs der Nahversorger im Stadtteil. Inzwischen auch mit Post-Filiale. Geöffnet ist sieben Tage die Woche. „Nur drei Tage im Jahr haben wir geschlossen“, erzählt Salah,

Reiner Familienbetrieb

Der Laden an der Gubener Straße ist ein reiner Familienbetrieb: Vater Mahmoud und seine Frau Nehma arbeiten noch, ihre beiden Söhne und deren Frauen. Dazu gibt es zwei Angestellte, von denen einer im Betrieb ausgebildet wurde. „Angefangen hat alles ganz klein“, berichten Salah und Kamel: Ihr Vater bekam nach der Ankunft in Deutschland schnell einen Job bei der Glashütte. Nebenbei eröffnete er ein Büdchen, 30 Quadratmeter groß, an der Gubener Straße. „Mein Vater war fleißig“, erinnert sich Kamel. „Vor und nach seinen Schichten war er im Kiosk, half meiner Mutter.“ Wenn Mahmoud in der Hütte malochte, war Mutter Nehma die Chefin im Kiosk. Die Anfangsjahre der Palästinenser, die zuletzt in Beirut gelebt hatten, waren schwer in Deutschland. 1985 Jahren kam der gebürtige Palästinenser nach dem Zwischenstopp in Beirut nach Deutschland. Der Bürgerkrieg im Libanon hatte die Familie dazu gezwungen.

Kundenfreundliche Öffnungszeiten

Aber sie haben es geschafft. Auch nach der Kündigung, die der Vermieter des Kiosks irgendwann schickte. Eröffnet wurde ein neues Geschäft, direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite. Größer, schöner, moderner. Auch mit Trinkhallen-Konzession. Und so haben die El Charips für Kunden sehr freundliche Öffnungszeiten von 7.30 bis 21 Uhr (montags bis samstags) und von 10 bis 19 Uhr an sonntags. Damit füllen sie eine Lücke in Vennhausen. Denn Nahversorgung ist ein Riesen-Problem, seit dem es keinen Supermarkt mehr gibt im Stadtteil.

Normale Supermarkt-Preise – keine Tankstellen-Preise

Zwar ist das Geschäft offiziell ein Getränkehandel. Aber auch Lebensmittel, vor allem Tiefkühl-Ware, gibt es hier. Und worauf Salah und Kamel großen Wert legen: „Zu normalen Supermarkt-Preisen – nicht zu Tankstellen-Preisen...“ Der Anschluss an Rewe macht es möglich. Auch die Getränke-Auswahl ist groß: Zahlreiche Bier-Sorten aus dem In- und Ausland gibt es, ausgefallene Gin- und Whisky-Sorten, dazu 14 verschiedene und vor allem ausgefallene Fanta-Sorten, die aus dem Ausland exportiert werden. Die El Charips sind stolz, dass es viele ihrer Getränke in Düsseldorf nur bei ihnen gibt. Sie sind damit nicht nur der letzte Nahversorger in Vennhausen, sondern für ausgefallene Getränke die Adresse Nummer 1 in Düsseldorf.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben