Unterhaltung

Diana Drechsler erzählt Märchen für Dreikäsehochs und Hochbetagte

Diana Drechsler, Clownin und Märchenerzählerin und Dozentin für afrikanisches Trommeln, sagt:

Diana Drechsler, Clownin und Märchenerzählerin und Dozentin für afrikanisches Trommeln, sagt:

Foto: Kathrin Hettrich

Düsseldorf.   Die Düsseldorferin Diana Drechsler ist alles - Trommlerin, Pädagogin, Clown - und vor allem Märchenerzählerin.

Es war einmal... eine junge Frau. Die schlug die Trommel und fürchtete sich nicht. Und so begab sich Diana Drechsler auf ihren Lebensweg, um anderen Menschen Freude zu bringen. Zum guten Gelingen löste sie drei Aufgaben. Das Abitur, ein Studium der Waldorfpädagogik in Mönchengladbach und, quasi folgerichtig, die Ausbildung zum staatlich geprüften Clown in Hannover. Inzwischen ist die Mittvierzigerin eine versierte Märchenerzählerin. Dreikäsehochs und Hochbetagte reißt sie gleichermaßen mit. Sei es, dass sie die hier unbekannten westafrikanischen Märchen präsentiert oder zu Rumpelstilzchens Tanz ums Feuer ihre Trommelrhythmen erklingen lässt.

Reisen nach Ghana

Gerade ist Diana Drechsler von einer Reise aus Ghana zurück gekehrt. Sie war bereits mehrfach in dem westafrikanischen Staat. Ziel der ersten Reise war eine Jugendeinrichtung in der Nähe der Hauptstadt Accra. Dort trommelte Drechsler mit den Jugendlichen. Weil sich freundschaftliche Kontakte ergaben, schlossen sich weitere Besuche an. Auch dem jetzigen werden weitere folgen.

Die Liebe zu Bäumen und Trommeln

„Dort sind noch zwei Trommeln, die bis zu meiner Abreise nicht fertig geworden sind“, lacht Drechsler. „Ich muss also wirklich nochmal dahin“. Dass sie zu Hause bereits 17 Stück hat, spielt für die stets farbenfroh gekleidete Dozentin keine Rolle. Erzählt sie ihre „Märchen mit Musik“, führt sie die Zuhörerschar in zauberhafte Welten. „Ich wähle nur Märchen aus, die ich selber gerne höre“, erklärt Drechsler. Das Grimm’sche Hänsel und Gretel gefällt ihr nicht, obwohl es das Lieblingsmärchen ihres Vaters ist. Allerdings: dass mit der Figur der Gretel ein sehr tatkräftiges Frauenbild propagiert wird, ist ein Aspekt, dem sie noch mal nachgehen möchte.

„Ich mag so gerne Bäume“, betont Diana Drechsler, die nahe des Zooparks in Düsseltal aufgewachsen ist. Daher ist es klar, dass sie die westafrikanische Geschichte vom Baum Ungalli so gefühlvoll erzählt. Wie unterscheiden sich westafrikanische von deutschen Märchen? „In den afrikanischen wird viel über Tiere gesprochen, zum Beispiel wie sie ihr Aussehen erlangt haben“, erklärt sie. Die Märchenerzählerin weiß natürlich auch, warum die Bäume stumm sind: Der Sonne war das Gekeife der Nadelbäume, die mit ihrem Blattwerk unzufrieden waren, zu laut. Daher mussten die Bäume verstummen und können mit ihren Blättern nur noch sanft rauschen.

Der Wunsch an die gute Fee

Überraschend ist, welche Worte den hiesigen Grundschulkindern nicht mehr geläufig sind. „Ich frage immer nach, wenn ich den Eindruck habe, dass sie etwas nicht wissen“, sagt Drechsler. „Das Wort ‘Witwe’ kennen beispielsweise nicht alle“, und dann nennt sie amüsiert ein weiteres Beispiel: „Als ich nachhakte, was denn wohl ein Müller mache, spekulierten die Kinder darauf, dass er bei der Müllabfuhr arbeitet.“

Seit einiger Zeit bringt Diana Drechsler auch alten Menschen die Märchen aus ihren Kindertagen nah. „Besonders an Demenz Erkrankte haben Freude an dem rhythmischen Sprechen und machen mit, wenn es dann heißt: ‘Spieglein, Spieglein, an der Wand’“, sagt Drechsler zufrieden.

Aber was würde sie am liebsten machen, wenn die viel zitierte gute Fee käme und sie einen Wunsch frei hätte? „Ich möchte gerne mehr reisen“, sagt sie und es schimmert Fernweh in ihren Worten. Eine echte Märchenerzählerin weiß, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Darum erarbeitet Diana Drechsler jetzt ein Stück, in dem die Sprache eine untergeordnete Rolle hat und das international gespielt werden kann. Es ist für sie neues Terrain, bislang waren auch ihre Clowntheaterstücke auf Sprache aufgebaut. Natürlich wird ihr dies gelingen, mit oder ohne Fee.

>> DIE NÄCHSTEN DÜSSELDORFER AUFTRITTE

„Die Suche nach dem Schloss zur goldenen Sonne“ präsentiert Diana Drechsler mit dem Pianisten Daniel Bark am 23. März um 14.30 Uhr, im zentrum plus Mörsenbroich, Eugen-Richter-Straße 10, Eintritt 5 Euro inclusive Kaffee und Kuchen, Anmeldung unter 0211/ 650 41 72

„Dodo und die Erbse“, Märchen-Clown-Theater frei nach dem Märchen „Die Prinzessin auf der Erbse“, am 19.März um 15 Uhr im Theateratelier Takelgarn, Philipp-Reis-Straße 10, Eintritt 5 Euro, Kinder frei.

Weitere Infos unter www.maerchen-mit-musik.de

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