Kunst

Die Ausstellung „Mensch. Demenz. Kirche.“ ist in Düsseldorf

Maria Wertens und ihr Mann Hans-Jürgen stehen inmitten der Ausstellungsstücke. Hans-Jürgen Wertens pflegt seine an Demenz erkrankte Frau seit Jahren. Die beiden sind auch auf Porträtfotos der Ausstellung zu sehen.

Maria Wertens und ihr Mann Hans-Jürgen stehen inmitten der Ausstellungsstücke. Hans-Jürgen Wertens pflegt seine an Demenz erkrankte Frau seit Jahren. Die beiden sind auch auf Porträtfotos der Ausstellung zu sehen.

Foto: Benno Seelhöfer

Düsseldorf.   Die Wanderausstellung „Mensch. Demenz. Kirche.“ macht Halt in Düsseldorf. Das Ehepaar Wertens ist Teil davon und spricht über seine Erfahrungen.

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Maria Wertens lacht, singt und tanzt – einfach so. Sie ist voller Lebensfreude. Eine Lebensfreude, für die im Alltag vieler Menschen kein Platz mehr ist. Vor rund acht Jahren wurde bei ihr Demenz diagnostiziert. Demenz? Das ist doch diese Krankheit, die die Menschen nur so vor sich hin vegetieren lässt, ihnen jede Freude am Leben raubt? Maria Wertens beweist das Gegenteil. Und genau das soll auch die Wanderausstellung „Mensch. Demenz. Kirche.“, die aktuell in Düsseldorf zu sehen ist.

Der Fotograf Michael Uhlmann hat Menschen mit Demenz sowie deren Angehörige jahrelang begleitet. Seine Porträtfotografien hat er in Büchern und Ausstellungen festgehalten. In Zusammenarbeit mit dem Erzbistum Köln ist dann in diesem Jahr die Wanderausstellung „Mensch. Demenz. Kirche“ entstanden, die außerdem auch eine Vortragsreihe rund um das Thema Demenz beinhaltet.

Menschen nicht auf ihre Erkrankung reduzieren

Die Schau ist aktuell in Düsseldorf zu Gast. Bis zum 18. November verteilt sie sich mit ihren insgesamt sechs Teilen auf das Caritas-Zentrum in Stockum, den Gerricusstift und das Caritas-Zentrum Herz-Jesu auf (siehe Info).

Brigitte Döpper vom Erzbistum Köln, die Projektleiterin von „Mensch. Demenz. Kirche.“, erklärt, dass es bei der Ausstellung darum gehe, Inklusionsarbeit zu leisten. „Wir wollen nicht, dass demente Menschen nur auf ihre Erkrankung reduziert werden.“ Um den Menschen selbst in den Fokus zu rücken, sei es wichtig, nicht nur auf die Handicaps einzugehen, sagt Döpper. Es gehe darum, die Erkrankten am sozialen Leben teilhaben zu lassen: „Man soll sich eben auch die Frage stellen, was man von den dementen Menschen lernen kann.“ Die Lebensfreude, die Maria Wertens versprüht, ist da nur ein Beispiel.

Die richtige Tablette gegen Demenz

Genau diese Lebensfreude und auch -qualität ist es, die Hans-Jürgen Wertens bei seiner Frau aufrecht erhalten möchte. 50 Stunden in der Woche unternimmt er etwas mit seiner Frau – sie geht reiten, tanzen und singen. Was ihr am meisten Spaß macht, weiß er nach 52 Jahren Ehe schließlich ganz genau. „Die Pharma-Industrie fährt bei dem Versuch eine funktionierende Tablette gegen die Krankheit zu finden, ständig gegen die Wand. Aber soziale Bindung, das ist die richtige Tablette“, ist sich Hans-Jürgen Wertens sicher. Das sei die beste Art und Weise, die schlimmen Auswirkungen der Krankheit lange hinauszuzögern.

Aber natürlich ist eine reibungslose Pflege nicht immer möglich, Wertens habe oft die Bürokratie im Weg gestanden: „Ich habe alleine sechs Jahre mit der Stadt und der Krankenkasse gekämpft.“ Dabei sei es zum Beispiel um die Pflegestufe oder eine behindertengerechte Küche gegangen. „Das kostet die meiste Kraft.“

Doch Wertens nimmt die Mühe für seine Frau gerne auf sich. Denn nur so kann er sie richtig fördern, während „das Gros der Masse oft hinten drüber fällt“. Und genau auf diesen Missstand will die Ausstellung auch hinweisen.

>>> INFO: Eine Ausstellung an vielen Orten

Die Ausstellung ist in sechs Teile unterteilt. Teile 1 und 2 sind im Caritas „Zentrum plus“ Stockum, Lönsstraße 5a, zu sehen.

Teile 3 und 4 sind im Pflege- und Altenheim Gerricusstift, Gerricusstraße 11, ausgestellt. Und Teile 5 und 6 sind im Caritas-Altenzentrum Herz-Jesu, Mendelssohnstraße 15, zu sehen.

Ab dem 19. November gibt es die gesamte Ausstellung auch in St. Franziskus-Xaverius in Mörsenbroich zu sehen.

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