Düsseldorf.

Die dicksten Kartoffeln vom smartesten Bauern

Foto: Michael Korte

Düsseldorf.  In der Landeshauptstadt Düsseldorf entstehen zwei Marktschwärmereien. Sie sorgen für fairen und transparenten Lebensmittelhandel.

Der Gaumen jammert nach Löwenzahnsirup? Das Herz genießt das gute Gefühl, dass die dicksten Kartoffeln vom smartesten Bauern der Region ins Einkaufsnetz gegangen sind? Der Kopf nickt zustimmend, weil alles mit dem Etikett des fairen Einkaufs versehen ist? Menschen , denen diese Dinge wichtig erscheinen, sind potentielle Kunden für die erste Düsseldorfer Marktschwärmerei. Am 19. Juni wird um 19 Uhr die Handelsplattform im Zakk (Raum 4) vorgestellt. Die NRZ traf sich vorab mit der Initiatorin.

Jana Lang errichtet in Lierenfeld die erste Marktschwärmerei, welche Hersteller und Endverbraucher zusammenbringt. Mitte des Monats möchte die 28-Jährige das ehrgeizige Projekt an den Start gebracht haben, parallel entsteht in Derendorf unter der Regie von Gema Moralo ein zweites. Das Prinzip ist simpel. Bestellt wird von den Kunden via Marktschwärmer-Seite online bei den Erzeugern. Die liefern selbst ein mal pro Woche zwischen 17.30 - 19.30 Uhr zu dem Factory Campus an der Erkrather Straße. So haben auch Berufstätige die Möglichkeit diese Einkaufsmöglichkeit zu nutzen. Bezahlt wird ebenfalls online beziehungsweise per Direktüberweisung. Von den Preisen gehen mehr als 80 Prozent an die Erzeuger, der Rest teilen sich die Dachorganisation der Marktschwärmer und die Organisatoren vor Ort. „Die Preise für die Lebensmittel orientieren sich an denen auf Wochenmärkten oder Bioläden“, sagt Lang. Nicht alle Produkte hätten ein Biosiegel, für die Martschwärmerei stehe vor allem regionaler Anbau im Vordergrund.

Transparenz und Vertrauen

„Es ist mir wichtig, dass sich beide Seiten kennen lernen, denn das gibt Transparenz und schafft Vertrauen“, betont Lang. Die passionierte Köchin hat auf der Suche nach fair gehandelten, regionalen Produkten auf facebook diese Handelsform entdeckt. Da es keine Düsseldorfer Filiale gab „... dachte ich, dass ich das wohl selbst in die Hand nehmen muss“, erklärt die Studentin.

Seit mehreren Wochen arbeitet sie intensiv für das Gelingen. Sie darf nur starten, wenn sie Lieferanten für alle Grundnahrungsmittel vorweisen kann. Bundesweit gibt es 40 Marktschwärmereien, schwerpunktmäßig in Berlin. Daher ist das Konzept bei vielen Lebensmittel-Start Ups und Landwirten in dieser Region noch unbekannt. Doch was zwischen Dahlem und Neukölln funktioniert, wird auch hier laufen, ist Lang zuversichtlich. Sie freut sich bereits über ihre Lieferantenzusagen. Mit dabei sind unter anderem die Düsseldorfer Imkerei von Dieter Weinkauf und Karin Wolter, Wein kommt von Uwe Weber aus Lehmen von der Mosel, Molkereiprodukte werden Hof Kerkmann aus Dorsten-Lembeck geliefert.

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