Kunst

Die Inspiration kommt aus der Familie

Neue Galerie an der Südstraße 8, Mutter macht Skulpturen, Vater malt, Tochter ist Modedesignerin, Galerie Gehlen - v. li. Katrin Gehlen, Helga Gehlen und Heinz Gehlen ;Foto: Ingo Lammert / WAZ FotoPool

Neue Galerie an der Südstraße 8, Mutter macht Skulpturen, Vater malt, Tochter ist Modedesignerin, Galerie Gehlen - v. li. Katrin Gehlen, Helga Gehlen und Heinz Gehlen ;Foto: Ingo Lammert / WAZ FotoPool

Düsseldorf.   Team Süd 8. Das klingt nach Rennsport, es könnte auch der Name einer Bürgerinitiative sein. Es ist etwas ganz anderes. Team Süd 8 ist eine Familie aus Oberkassel, die sich der kleinen, feinen, gleichwohl strahlenden Kunst verschrieben hat. Malerei, Skulpturen, Mode. Heinz, Helga und Katrin Gehlen.

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Jedes Familienmitglied für sich in einer anderen Sparte kreativ. Doch in den beiden schmucken Räumen der „Galerie Süd 8“ an der – ja Südstraße 8 – in der Carlstadt verschmelzen die einzelnen Teile zu einer faszinierenden Melange.

Heinz Gehlen hat schon als junger Mann mit dem Zeichnen begonnen. Sein Selbstporträt von 1953 hängt im zweiten Galerieraum an der Wand neben dem Fenster. Gegenüber und ungleich gewaltiger das Werk „Die Päpstin“ aus Öl und – Sand. „Irgendwann hatte ich es satt, mit Pastellfarben zu malen“, sagt der heute 83-jährige Künstler. Während des Urlaubs an der niederländischen See kam dem Architekten am Strand die zündende Idee. „Warum nehme ich nicht Sand?“ Heraus kamen in den vergangenen Jahren beeindruckende großformatige Gemälde, bei denen der Künstler „die Zufälle wirken lässt“, wie er meint.

Zudem werden im gleichen Galerieraum digitale Interpretationen der Originale auf Diasec ausgestellt. Von Tochter Katrin – als Neuinterpretation des Lebenswerkes des Vaters. Dabei reicht oft nur ein kleiner Ausschnitt des eigentlichen Gemäldes, um ein völlig neues Exponat zu erschaffen.

Helga Gehlen ist die Frau fürs schöne Grobe in der Familie. Sie entwirft Skulpturen, alle sind sie angelegt am weiblichen Akt. Ihren Garten in Oberkassel wird von der „Monumental Liegenden“ geprägt, das 1,70 Meter große Steinbildnis einer nackten, in sich zusammen gekauerten Frau. An der Südstraße gibt es „die Liegende“ nicht monumental, sondern ein paar Nummern kleiner, dafür in mehrfacher Ausfertigung. Als kleine Sockelskulptur oder auch als Pop-Art-Poster auf Fotopapier.

Die Ausstellung im Erdgeschoss des Hauses 8 an der Südstraße zeigt acht Skulpturen und acht Bilder von Helga Gehlen, zum Teil ebenfalls von Tochter Katrin digital transformiert auf Diasec. Dazu zehn Werke und digitale Interpretationen von Heinz Gehlen. Inspiriert von der umgebenden bildenden Kunst präsentiert Tochter Katrin Gehlen sechs Modelle, die Mode im künstlerischen Kontext zeigt. „Vieles baut sich in der Familie aufeinander auf, aber wichtig ist, dass wir uns gegenseitige Freiheit geben“, sagt die gelernte Schneiderin, die seit 14 Jahren in Düsseldorf ArtCouture macht, aber auch Kleider maßanfertigt.

Ihre Werke „Sonnenuntergang“ oder „Tulpe“ sind Kleider aus Leinwand, in Öl getränkt und dabei sehr, sagen wir sperrig. „Stehkleider, ja“, lächelt die Künstlerin.

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