Pandemie

Corona: Manche Düsseldorfer ignorieren noch die Warnungen

In der Düsseldorfer Altstadt waren bei schönem Frühlingswetter wieder viele unterwegs. Trotz der eindringlichen Warnungen.

In der Düsseldorfer Altstadt waren bei schönem Frühlingswetter wieder viele unterwegs. Trotz der eindringlichen Warnungen.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Düsseldorf.  Das schöne Frühlingswetter zog in Düsseldorf trotz Coronavirus viele Leute nach draußen. Auch auffallend viele alte Menschen waren unterwegs.

Strahlender Sonnenschein und die ersten blühenden Blumen. Der Frühlingsanfang lädt dazu ein, möglichst wenig Zeit zu Hause zu verbringen und stattdessen durch die Parks zu schlendern und im Café zu sitzen. Aber die Corona-Pandemie stellt das Leben auf den Kopf. Denn genau jetzt sollen alle zu Hause bleiben.

Klopapier wieder ausverkauft

Eine lange Einkaufsliste, fein säuberlich nach den Abteilungen im Supermarkt sortiert. Es ist der Wocheneinkauf, den ich für einen älteren Herrn erledige. Er gehört zur Risikogruppe und verlässt das Haus daher nicht mehr. Beim Rundgang durch den Laden fällt auf: Es waren viele Leute unterwegs. Gut, es ist Samstag und die übliche Wochenendpanik – die Läden haben einen Tag lang zu und es könnte ja nie wieder etwas geben – vermischt sich mit dem aktuellen Hamsterkauf-Wahn. Immerhin ist das Personal mittlerweile geschützt.

Die Verkäuferin bei Rewe an der Bilker Allee, die mit Handschuhen und hinter der Plastikplane an der Kasse sitzt, nimmt die Situation mit Humor. Eine gute Handcreme brauche sie jetzt, da das ständige Desinfizieren der Hände die Haut angreife, sagt sie mit einem Lächeln. Am Ende ist alles auf der Liste im Einkaufswagen gelandet. Außer das Klopapier. Das war in mehreren Supermärkten ausverkauft.

Unbekümmert und entspannt

Doch nicht nur im Laden war viel los, auch in der Stadt. Der Nachhauseweg nach dem Einkauf führte am Carlsplatz vorbei, wo auf dem Markt besonders ältere Menschen umherschlenderten, in Grüppchen zusammenstanden und sich unterhielten. Hier und da wurden Käse und Wurst probiert, Kaffee und Tee getrunken. Unbekümmert und entspannt. Ganz so, als sei dies ein gewöhnlicher Frühlingstag im Spätmärz.

Dabei sind die Senioren doch gerade die gefährdete Bevölkerungsgruppe. Es wirkt surreal, sich über solche Szenen zu wundern. Doch in diesen Zeiten kommt man nicht um ein Stirnrunzeln herum, wenn man die Unbekümmertheit sieht, mit der einige durch die Gegend laufen. Der Nachhauseweg führt weiter über die Graf-Adolf-Straße und es drängt sich die Frage auf: Unterschätzen die Leute, die da gemütlich auf der Restaurant-Terrasse sitzen diese Krankheit, oder ist es ihnen egal? Unwissenheit oder Ignoranz?

Einzelne ignorieren noch die Warnungen

Insgesamt waren weniger Leute in der Stadt unterwegs, als noch vergangene Woche. Dabei fällt jedoch auf, dass es mittlerweile eher die Älteren sind, die immer noch die Sicherheitshinweise ignorieren. Die jungen Leute bleiben jetzt tatsächlich eher zu Hause.

Es waren also weniger Menschen unterwegs. Doch vereinzelt sitzen noch Gruppen in Restaurants, spazieren Senioren über relativ volle Marktplätze und ignorieren die Warnungen.

Und jetzt hat das Land eine vierwöchige „Kontaktsperre“ verhängt.

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