Rhein-Schifffahrt

Die „Köln-Düsseldorfer“ baut sich ein Traumschiff

Die RheinGalaxie soll ab Mai von Düsseldorf aus auf dem Rhein unterwegs sein.

Die RheinGalaxie soll ab Mai von Düsseldorf aus auf dem Rhein unterwegs sein.

Foto: KD

Düsseldorf.  Das Unternehmen kündigt Investitionen von 25 Millionen Euro für den Standort Düsseldorf an. Neben dem Schiffsneubau auch neue Steiger.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Noch mehr Fahrten, noch mehr Events und ein edles neues Schiff: Die Köln-Düsseldorfer (KD) Deutsche Rheinschifffahrt GmbH baut ihre Angebote in der Landeshauptstadt weiter kräftig aus. Anlässlich der Taufe des Schiffes MS Rheinpoesie hatte das Unternehmen Investitionen von 25 Millionen Euro in den Standort angekündigt.

„Die Landeshauptstadt bietet uns beste Chancen“

„Und wir sind schon bei 21 Millionen Euro angekommen, befinden uns also auf einem guten Weg“, sagt KD-Geschäftsführer Achim Schloemer jetzt. Man sei überzeugt, dass die Landeshauptstadt dem Unternehmen beste Chancen biete, sich noch besser zu entfalten.

Der größtes Teil der Investitionen entfällt mit rund 13 Millionen Euro auf das neue Highlight in der Düsseldorfer KD-Flotte: Ab Mai 2020 soll die MS RheinGalaxie auf dem Rhein unterwegs sein, ein 85 Meter langes Multifunktionsschiff mit Platz für bis zu 1000 Gäste. Modernste Veranstaltungstechnik wird dann ebenso an Bord sein wie eine hochwertige Ausstattung und Einrichtung – unter anderem mit einer quer im Hauptdeck eingebauten Bühne, so dass mehr Zuschauer einen guten Blick auf das Geschehen haben. All das soll mit einer Reihe von besonderen Events genutzt werden. „Der Markt und die Nachfrage dafür sind spürbar vorhanden“, sagt Schloemer: Verschiedene Partys kann er sich ebenso vorstellen wie spezielle Gourmetfahrten oder Firmenevents.

Der Geschäftsführer fährt momentan regelmäßig in die Niederlande, wo die MS RheinGalaxie gerade entsteht – nach einem eigenen Gestaltungskonzept des Designers René van der Velden. Er hat unter anderem ein vergleichsweise spitz zulaufendes Vorderschiff erdacht, ein neues Farbkonzept und spezielle Beleuchtungseffekte. „Eine absolute Einzelanfertigung“, sagt Geschäftsführer Achim Schloemer. Er freut sich vor allem auf die großen Glasflächen an den Seiten, den „Skywalk“ über der Freideck-Bar und die Aussichtsplattform. Fertig sein soll es nach jetzigem Stand zum 1. Mai – das sei sportlich, aber schaffbar.

MS Rheionposeie hat besser eingeschlagen als gedacht

Aber auch die anderen Schiffe der Köln-Düsseldorfer kommen in der Landeshauptstadt gut an. So hat die MS Rheinpoesie „noch besser eingeschlagen, als wir dachten“, sagt Schloemer. Die Nachfrage der Charter-Kunden sei hoch, auch die Events würden gut gebucht. Nur die „Silent Beats“, räumt er ein, die hätten einfach nicht funktioniert: Zu wenige wollten bei dem neuartigen Partyformat auf dem Schiff mitfeiern, bei dem jeder einen Kopfhörer trägt und damit die Musik auf den Ohren hat. Dafür kamen die Gourmettouren umso besser an. Und in der Adventszeit werden auf dem Schiff auch verschiedene vorweihnachtliche Fahrten angeboten (siehe Kasten). Für die Linienfahrten wird deshalb inzwischen oftmals die MS Rheinkrone eingesetzt, die früher häufig auf dem Mittelrhein unterwegs war.

Auch neue Steiger gibt es in Düsseldorf

Die wichtigste Voraussetzung für die Angebote der KD ist die Infrastruktur in Form der Landebrücken für die Schiffe. Die am Burgplatz wurde vor kurzem umgebaut, damit dort die 14 Meter breite neue MS RheinGalaxie anlegen kann; vorher waren dort nur 11,40 Meter Breite möglich. Am Robert-Lehr-Ufer habe man erfolgreich zwei neue installieren können und sei nun mit dem zuständigen Dienstleister Rheinwerke dabei, auch die Versorgung mit Landstrom einzurichten. „Die Luftreinhaltepläne sind in allen Städten ein großes Thema, und dazu gehört auch der Landstrom“, sagt Schloemer: „Wir sind in dieser Hinsicht Überzeugungstäter geworden.“

Durch die Einrichtung wird dafür gesorgt, dass ankernde Schiffe nicht mehr ihren Dieselmotor laufen lassen müssen, um an Bord Strom zu haben. Was umso wichtiger ist, weil die Köln-Düsseldorfer ihre eigenen Brücken nicht nur selbst nutzen, sondern zum Beispiel auch für Flusskreuzfahrtschiffe vermieten will. Auch hier sieht das Unternehmen einen Wachstumsmarkt, den es gerne für sich nutzen möchte. Und Düsseldorf als guten Ort für eine Kopfstation, an der Fahrten beginnen oder enden könnten.

Landebrücke im Medienhafen?

Ein Wunschziel des Unternehmens ist noch der Medienhafen – doch dort wird gerade so umfassend geplant, dass das im Moment nicht in Frage kommt. Trotzdem, sagt Schloemer, wäre dort der richtige Heimathafen für den Schiffsneubau der KD: „Wir hoffen, dass wir vielleicht 2023/24 eine Chance haben, dort eine Landebrücke zu schaffen.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben