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Schwimmen wie zu Kaisers Zeiten in der Münstertherme

Diese Aufnahme des Bades stammt aus dem Jahre 1932.

Foto: Stadtarchiv / Julius Schön

Diese Aufnahme des Bades stammt aus dem Jahre 1932. Foto: Stadtarchiv / Julius Schön

Düsseldorf-Pempelfort.   Die Münstertherme dürfte eine der ältesten Einrichtungen Pempelforts sein. Seit über 100 Jahren gibt es sie.

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Die Münstertherme hat keine Rutschen. Hier gibt es kein Kinderbecken, keinen Sprungturm, keine olympischen Maße. Wer hierher kommt, will keine Bahnen auf Zeit schwimmen oder mit seinen Kindern toben. Die Münstertherme dient der Entspannung.

Seit 1902 steht das alte Schwimmbad an der Münsterstraße. Die große Halle mit den weißen Säulen, der gewaltigen Kuppel und der Galerie, die rund um das Becken führt, verleiht dem Bad etwas von der Würde der Zeit, aus der es stammt. Oben sind die Umkleiden, unten schwimmen die Gäste über hell- und dunkelblauen Kacheln. Worauf die Betreiber stolz sind: genau so sah es hier vor über 100 Jahren schon aus.

Um 1900 wuchs Düsseldorf sehr schnell, innerhalb von 20 Jahren verdoppelte sich die Bevölkerung, Industrie und Kultur blühten. In dieser Zeit wurde das Thermalbad im Jugendstil eröffnet, und seither lädt es quasi unverändert seine Gäste zum Baden ein. „Die Fliesen wurden repariert, aber sonst ist noch alles so wie in der Kaiserzeit“, sagt Romina Walterovicz, Pressesprecherin der Münstertherme. Viele der Gebäude aus dieser Epoche haben die Zeit nicht überlebt, wurden in den Kriegen zerstört oder modernisiert. Vor allem für Schwimmbäder gab es im vergangen Jahrhundert immer wieder neue Vorstellungen, und viele historische Bäder wurden auf den neusten Stand gebracht.

In den 60er Jahren bekam auch die Münstertherme ein neues Gesicht. „Bausünde“ nennt Achim Freund von den Düsseldorfer Bädergesellschaft diesen Stil. „Darum hat man Anfang der 2000er Jahre dann alles zurück gebaut, so dass es heute wieder aussieht wie am Anfang“, sagt er. Inzwischen steht das Schwimmbad unter Denkmalschutz. Andere Schwimmbäder haben sich in der Zeit angepasst: Fast jedes Bad hat Becken mit den olympischen Maßen 25 beziehungsweise 50 Meter, Sprungbretter, Wasserrutschen oder ein Kinderbecken. Dinge, die es vor 100 Jahren nicht gab – und daher in der Münstertherme nicht gibt.

Das wärmste Schwimmbecken in Düsseldorf

Dafür gibt es das wärmste Schwimmbecken in Düsseldorf: 30 Grad hat das Wasser im Becken. Für Sportschwimmer ist das zu warm, für die meisten Besucher der Münstertherme sei es jedoch genau richtig, sagt Walterovicz: Die Münstertherme sei weder ein Sport- noch ein Spaßbad. „Hier kommen hauptsächlich Senioren und andere Menschen hin, die sich einfach erholen wollen“. Achim Freund sagt: „Hier soll gar nicht sportlich geschwommen werden. Die Gäste sollen sich viel eher am Beckenrand festhalten und in Ruhe quatschen.“

Zum entspannen bietet die Münstertherme nicht nur ihr Schwimmbecken. Es gibt ein warmes Außenbecken, ein Solebad, eine Sauna und eine angeschlossene Salzgrotte. Angebote also, die für die Gäste der Therme geeignet sind: ältere Menschen und solche, die die Ruhe suchen. Im Düsselstrand wird getobt und gespielt. Im Rheinstadion schwimmt man auf Zeit. In der Münstertherme wird entspannt.

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