Spendenaktion

Die „Rettungsflotte“ vom Düsseldorfer Kunstverein WP8

Win-Win-Situation: Nicole Tsanakis (li) und Woody Hölzer (re) freuen sich über die ersteigerten Boote, Sebastian Frings-Ness über die Spenden.

Win-Win-Situation: Nicole Tsanakis (li) und Woody Hölzer (re) freuen sich über die ersteigerten Boote, Sebastian Frings-Ness über die Spenden.

Foto: Pamela Broszat

Düsseldorf.   Die Künstleraktion vom Verein WP8 bringt 5000 Euro zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer ein – die Spende geht an die Organisation Sea Eye.

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Samstagnachmittag am Worringerplatz. Erwartungsfrohe Menschen steuern das WP8 an. Der Verein, Heimathafen der Düsseldorfer freien Szene, hat zur Finissage der Aktion „Rettungsflotte“ eingeladen. Vor einer Woche ersteigerten Besucher die Seebärenhand großen Boote, welche überwiegend von Streetartkünstlern gestaltet worden waren. Jetzt konnten die Kunstjäger mit ihrer Beute nach Hause segeln.

Die Spende geht an die Organisation Sea-Eye

Höhepunkt des Nachmittags ist jedoch die Spendenübergabe an „Sea-Eye“. Es sind 4.944 Euro, die der Rechtsanwalt der gemeinnützigen Organisation, Sebastian Frings-Ness, an die aktuellen Projekte von „Sea-Eye“ (siehe Kasten) weiterleiten kann. Wie dringend die Unterstützung ist, belegt eine Zahl: Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) ertrank im September im Mittelmeer jeder fünfte Flüchtende. Die Abwesenheit der Rettungsschiffe schafft tödliche Konsequenzen. Frings-Ness war 2017 auf einem Rettungsboot. Was er von Kindern, Schwangeren und schleppender Hilfeleistung der EU-Staaten erzählt, ist bedrückend.

Ein Flashmob diente als Initialzündung für die Idee

Metra Eda ist die Initiatorin der Düsseldorfer Benefiz-Auktion. „Der Seebrücke-Flashmob an der Kö hatte mich beeindruckt“, gibt die Künstlerin als Motivation für ihr Engagement an. Umgehend fragte sie Anfang September via sozialer Netzwerke an, wer sich beteiligen möchte. Die Zusagen des Who-is-Who der Streetart kamen postwendend. 60 Künstler stellten 66 Arbeiten zur Verfügung. Als Grundlage schnitt Metra Eda per Laser aus Holzfaserplatten die Schiffsformen aus. Die wurden anschließend von den Künstlern und Künstlerinnen gestaltet. Eine ist Straßenmaid. „Es war eine Ehrensache mitzumachen“, erklärt die junge Frau. Da sie großformatig arbeitet, bettete sie das Rettungsboot in ein gerahmtes Stencil. Treffend das Statement ihres Bilds: „Home is, where the Anchor drops“ - Zuhause ist, wo der Anker fällt.

Gleich acht Schiffe laufen bei Woody Hölzer ein. Der Fotograf hat für insgesamt 330 Euro geboten. „Die meisten Künstler kenne ich, weil ich sie schon mal fotografiert habe, erklärt er sein Faible. Zuhause habe er eine Wand mit „Petersburger Hängung (dicht an dicht), da werde er die ersteigernten Objekte dazu setzten. Auch WP8-Organisatorin Nicole Tsanakis freut sich, dass sie erfolgreich mitgeboten hat. Drei Schiffe, darunter eins von ihrer Favoritin „Frau Fuchs“ gestaltet, hat sie ergattern können. „Außerdem habe ich noch für eine Freundin mitgeboten, die gerade in Marbella ist“, fügt sie hinzu. Es erscheint angemessen, dass diese Aktion international Wellen schlägt.

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