Kriminalität

Düsseldorf bleibt ein „El Dorado“ für Taschendiebe

Norbert Wesseler brachte am Montag viel Material mit.

Norbert Wesseler brachte am Montag viel Material mit.

Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.   Polizei stellt Kriminalitätsstatistik 2015 vor: 1800 Straftaten weniger als im Vorjahr. Germanwings-Tragödie wird sich stark auf die Bilanz 2016 auswirken.

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„Düsseldorf ist sicher“, verkündete Polizeipräsident Norbert Wesseler am Montag bei der Vostellung der Kriminalitätsentwicklung 2015. Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, hatte er so einiges im Gepäck. 40 Seiten Statistik mit vielen Zahlen und bunten Grafiken. Die klingen in ihrer Gesamtheit erstmal sehr gut: 1800 Delikte weniger zählte die Polizei im vergangenen Jahr. Obendrein gab’s einen Anstieg der Aufklärungsquote, die im Jahr 2014 noch in den Keller gerutscht war.

Dennoch gibt es einiges zu bemängeln: „Das Thema Wohnungseinbruch elekrisiert die Menschen in dieser Stadt“, gab Wesseler zu. Besonders im ersten Halbjahr schnellten die Zahlen nach oben, es gab einen Anstieg von beinahe 50 Prozent. Dieser Horroranstieg konnte zwar gestoppt werden, liegt auf das Jahr gesehen allerdings immer noch bei rund 25 Prozent. „Das haben wir zum Anlass genommen, unsere bisherigen Konzepte auf den Prüfstand zu stellen“, so Wesseler.

Arglose Altstadtbesucher

Düster sieht’s auch in Sachen Diebstahl aus. Düsseldorf ist weiterhin ein „El Dorado“ für Diebe. Die Delikte liegen mit einem Anteil von 52,6 Prozent der Gesamtkriminalität deutlich über dem NRW-weiten Landeswert. Besonders wirkt sich der hohe Anteil auswärtiger und damit schwerer zu ermittelnder Täter aus. Fast 60% aller Tatverdächtigen hatten im vergangenen Jahr ihren Wohnsitz nicht in Düsseldorf. Festhalten sollte man seine Habseligkeiten dabei besonders im Bereich der Innen- und Altstadt, wo die Täter besonders gerne zuschlagen.

Als zentralen Grund für die hohen Zahlen sieht Frank Kubicki, Leiter der Kriminalinspektion 1, allerdings auch die Arglosigkeit der Altstadt-Besucher. „Den Tätern ist durchaus bekannt, dass die Düsseldorfer Touristen das Portemonnaie ziemlich prall gefüllt haben. Viele der Opfer sind zum Zeitpunkt des Diebstahls stark alkoholisiert, passen nicht mehr gut auf und sind dadurch ein leichtes Ziel für Taschendiebe.“

Rückgang der Sexualstraftaten

Besonders nach den Vorfällen aus der Silvesternacht blickt die Öffentlichkeit umso wachsamer auf die Zahlen der Sexualstraftaten in Düsseldorf. Hier gibt es positive Nachrichten zu vermelden: „Wir haben im vergangenen Jahr einen Rückgang der Delikte von 31 Prozent verzeichnet“, berichtete Polizeichef Wesseler. Allerdings ist die Aufklärungsquote leicht zurückgegangen (2,64%).

Bei der Bekämpfung der Jugendkriminalität sind durch die enge Verzahnung von Stadt und Justiz weitere Erfolge zu verzeichnen. Die Zahl der mehrfach Tatverdächtigen unter 21 Jahren hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verringert (Von 938 auf 788). Auch die Zahl der jugendlichen Intensivtäter ist von 87 auf 71 gefallen.

Ein Thema wird die Kriminalstatistiker in diesem Jahr noch ordentlich beschäftigen: Der Absturz der Germanwings-Maschine 4U 9525 am 24. März 2015, der insgesamt 150 Menschen in den Tod riss. „Bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf dauern derzeit die Ermittlungen noch an, werden aber voraussichtlich in diesem Jahr ihren Abschluss finden“, so Frank Kubicki. Die Zahl der Todesopfer in der Kriminalstatistik wird also im nächsten Jahr wohl nie gesehene Ausmaße annehmen.

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