Architektur

Neue Ausstellung: Düsseldorf kürt die beste Architektur

Das Oberkasseler Familienzentrum ist einer von 52 Teilnehmern am Wettbewerb „Auszeichnung guter Bauten“.

Foto: pinkarchitektur, Max Hampel photography.

Das Oberkasseler Familienzentrum ist einer von 52 Teilnehmern am Wettbewerb „Auszeichnung guter Bauten“. Foto: pinkarchitektur, Max Hampel photography.

Düsseldorf.   Seit Freitag zeigt eine Ausstellung im Stadtmuseum besondere Bauten dieses Jahres. Zu sehen sind die Bewerber um die „Auszeichnung guter Bauten“.

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Die Landeshauptstadt ist bekannt für extravagante Architektur. Der Medienhafen mit seinen aufsehenerregenden Bürobauten ist dabei ein berühmtes Beispiel. Unauffälligere Bauprojekte gehen jedoch hinter Protz und Prunk oft unter. Seit gestern können im Stadtmuseum an der Berger Allee 2 neue Perlen Düsseldorfer Architekturkunst bestaunt werden. Zu sehen sind die Bewerber um die „Auszeichnung guter Bauten“ vom Bund Deutscher Architekten (BDA).

Im Zuge des Wettbewerbs kürt der Verband aus 52 Einsendungen das qualitativ hochwertigste Gebäude aus der Landeshauptstadt, Neuss und dem Kreis Mettmann. Mit im Rennen sind dabei unter anderem das neue Studierenden Service Center der Heinrich-Heine-Universität, die neue Wehrhahn-Linie oder das Familienzentrum in Oberkassel.

BDA-Chef Döring legt wert auf „soziale Kompetenzen“

Gemeinsam mit der Museumsdirektorin Susanne Anna eröffnete Georg Döring, Vorsitzender des BDA, gestern die Ausstellung und erklärte dabei, was gute Architektur ausmache.

„Es geht nicht nur um die Funktion der Gebäude, oder wie schön sie von außen dekoriert sind. Wichtig ist auch, inwiefern die Projekte soziale Kompetenzen übernehmen “, erklärte der Architekt. Sein Vorgänger Bruno Braun ergänzte: „Beim Bau spielt es auch eine Rolle, ob man sich zu einem Material bekennt und das konsequent verbaut. Wenn das in einem spannenden Projekt gelingt, ist das qualitativ hochwertige Architektur.“

Besucher vergeben Publikumspreis

Die Ausstellung solle dazu dienen, die architektonischen Projekte dem öffentlichen Diskurs zur Verfügung zu stellen. „Unser Ziel ist es, die Baukultur im Umkreis zu fördern und die Stadtplanung in Düsseldorf zur Diskussion zu stellen“, erläuterte Georg Döring. Deswegen sei neben der Jury-Auszeichnung auch ein Publikumspreis eingeführt worden. Jeder Besucher kann per Abstimmungszettel sein favorisiertes Gebäude ankreuzen.

Unter den Bewerbern wurden dabei keineswegs nur die großen Prunkbauten ausgewählt. „Vom Fahrradhäuschen über ein Kraftwerk bis zum Museumsgebäude haben wir viel Varianz ausgestellt“, bemerkt der BDA-Vorsitzende Georg Döring. Die Jury des Verbandes nahm sich zwei Tage Zeit, um alle Bewerber zu besprechen.

BDA-Jury stritt ausgiebig über die Bewerber

Eine engere Auswahl wurde anschließend zur besseren Beurteilung vor Ort besichtigt. Döring war als Berater mit dabei. „Wir haben uns sehr viel Zeit für die Sichtung genommen. Bei der Abstimmung ging es stellenweise hoch her, weil die Meinungen der Jury-Mitglieder teilweise auseinandergingen“, berichtete der Vorsitzende.

Der Düsseldorfer Kulturdezernent Hans-Georg Lohe unterstützt die Ausstellung ebenfalls: „Architektur ist ein essenzieller Bestandteil unseres Lebens. Deshalb ist dieser Wettbewerb einer meiner Lieblingsprojekte des Stadtmuseums.“

Der Gewinner der Auszeichnung und des Publikumspreises wird am 14. Dezember bekannt gegeben. Der Eintritt zur Preisverleihung sowie zur Ausstellung selbst ist frei. Die Exponate sind noch bis zum 4. März im kommenden Jahr ausgestellt.

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