Flüchtlings-Unterbringung

Düsseldorf plant alpine Häusersiedlungen

Holger Frielingsdorf und Miriam Kochim Wohnungsausschuss

Holger Frielingsdorf und Miriam Kochim Wohnungsausschuss

Foto: Stahl

Düsseldorf.   Der Wohnungsausschuss diskutierte am Montag neue Ansätze zur Unterbringung von Flüchtlingen. Dabei gab es überraschende Vorschläge.

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Umdenken ist angesagt. Am Montag diskutierte der Wohnungsausschuss im Rathaus neue Ansätze zur Unterbringung von Flüchtlingen. Nach einer Stunde Vorgeplänkel und brachten Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch und Architekt Holger Frielingsdorf vom Bund Deutscher Architekten (BdA) etwas Schwung in die sich zänkelnde Runde. Die beschäftigte sich zuvor nämlich mehr damit, Kaffee zu trinken, Anträge zu verschieben oder sich gegenseitig ins Wort zu fallen, anstatt Konzeptionelles fertig zu bringen.

Dann kam Frielingsdorf und schüttelte in kürzester Zeit eine Vielzahl möglicher Konzepte aus dem Ärmel. Von der Alpinen-Häusersiedlung, dem Parkhaus mit Wohnkomplex bis hin zum schwimmenden Wohnkomplex – Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Kritik an der Boulevard-Presse

Die Gründe, warum gerade jetzt auf schnelle und kostengünstige Bauvarianten im Bereich der Flüchtlingsunterbringung gesetzt werden müsse, lieferte zuvor die Flüchtlingsbeauftragte. Zeltstädte, so Koch, kämen einer Komplettentmündigung der Geflüchteten gleich und seien mit Sicherheit vordergründiger als Auslöser für Auseinandersetzungen innerhalb der Unterkünfte zu nennen, als religiöse Zwiste, die in der Boulevard-Presse so gern heraufbeschworen werden. „Nun ist es Zeit zu handeln“, zeigte sich die 48-Jährige kämpferisch und hat in Architekt Holger Frielingsdorf scheinbar ihren kongenialen Partner gefunden.

Der nämlich will keineswegs nur Projekte an Baufirmen vergeben, sondern gemeinsam mit den Flüchtlingen anpacken: „Wir wollen gemeinsam mit Düsseldorfer Handwerkerfirmen Projekte realisieren, in denen wir die Flüchtlinge mit einbeziehen. Viele haben praktische Erfahrung im Bauwesen, auch wenn sie vielleicht nicht über einen deutschen Meisterbrief verfügen“, erläuterte der Flüchtlingsbeauftragte des BdA. Hierbei steht gerade die Verarbeitung von Holz im Vordergrund.

„Die Effizienz des Holzbaus hat sich in Deutschland, abgesehen von den alpinen Gegenden, erst in den vergangenen Jahren herausgestellt. Wir haben die verschiedensten Konzepte für Häuserprojekte, die nicht nur günstig sein sollen, sondern sich auch durch Qualität, Wohnlichkeit und eine gute Bausubstanz auszeichnen.“

Bis Ende des Jahres werden, so die Schätzungen, 7000 Geflüchtete in Düsseldorf leben. Bislang sind es noch 4600, die jedoch ab Ende Oktober aus den Zeltunterkünften raus müssen. Grund dafür ist die fehlende Winterfestigkeit. An neun Grundstücken in der Stadt wird derzeit gebaut, wobei die Moskauer Straße derzeit, was den Baufortschritt angeht, vorne liegt. Das reicht allerdings bei weitem nicht aus.

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