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Autofreier Sonntag: Düsseldorf testet die Verkehrswende

Am autofreien Sonntag in Düsseldorf haben Fußgänger „Vorfahrt“.

Am autofreien Sonntag in Düsseldorf haben Fußgänger „Vorfahrt“.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Düsseldorf.  In Teilen der Düsseldorfer Innenstadt läuft seit 11 Uhr ein autofreier Sonntag. Die Stadt will mit der Aktion für die Verkehrswende begeistern.

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Die Düsseldorfer Bürger können die Verkehrswende an diesem Sonntag selbst ausprobieren. Von 11 bis 18 Uhr findet in der Innenstadt der erste autofreie Sonntag in der Landeshauptstadt statt. Im gesamten Stadtgebiet können Bus und Bahn kostenlos genutzt werden. „Testen Sie die Verkehrswende und erkunden Sie die Stadt mit Bahn und Bus – gratis, entspannt und umweltfreundlich“, empfiehlt auch Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Alle Düsseldorfer und ihre Gäste können am Aktionssonntag auf allen Rheinbahn- und S-Bahnlinien im Stadtgebiet kostenlos fahren. „Wir wollen für die Verkehrswende in Düsseldorf begeistern. Gemeinsam mit der Stadt stärken wir den öffentlichen Nahverkehr kontinuierlich und möchten auch bisherige Nichtkunden mit unserem Angebot überzeugen“, sagt Klaus Klar, Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor der Rheinbahn.

Infomeile auf der Heinrich-Heine-Allee in Düsseldorf

Die Straßenbahnen und U-Bahnen fahren am 15. September nach Samstagsfahrplan, außerdem sind auch die drei „Metrobus-Linien“ unterwegs. Ihre Verbindung für den Tag finden die Fahrgäste ganz bequem über die Fahrplanauskunft auf www.rheinbahn.de oder in der Rheinbahn App. Zusätzlich pendeln Oldiebahnen der Jahre 1948 bis 1973 von 12 bis 18 Uhr alle 10 Minuten auf der Strecke „Düsseldorf, Hauptbahnhof“ über „Landtag/Kniebrücke“ bis zur Haltestelle „Polizeipräsidium“.

Die Stadt fördert die umweltfreundliche und emissionsfreie Mobilität und setzt auch mit Blick auf die Europäische Mobilitätswoche – einer Kampagne der Europäischen Kommission, in diesem Jahr unter dem Motto „Fußverkehr“ – ein Signal im Sinne nachhaltiger Mobilität. Anlässlich der drei am 15. September gleichzeitig stattfindenden Veranstaltungen – Hohe-Straße-Fest, Weltkindertag und Fischmarkt – werden Teile der Innenstadt für den allgemeinen Verkehr gesperrt (siehe Grafik). In Grafenberg steigt parallel auch das Wildparkfest.

Auf der Heinrich-Heine-Allee wird es zwischen Grabbeplatz und Bolkerstraße von 12 bis 17 Uhr eine Info-Meile geben, wo sich unter anderem städtische Institutionen präsentieren und über Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen informieren. Wer will, kann Lastenräder auf einem Testparcours ausprobieren, sein Können im Fahrsimulator beweisen oder im Überschlagsimulator ausprobieren, wie es bei einem Unfall zugehen kann.

Rikscha-Shuttle zum Düsseldorfer Rheinufer

Auf der Infomeile wird sich die Rheinbahn unter anderem mit zwei modernen Bussen, einer davon ein Elektro-Bus, präsentieren. Mittels Virtual Reality-Brillen wird ein 3D-Film zum Thema Beschleunigung gezeigt. Experten stehen für Fragen zur Beschleunigung, E-Mobilität sowie weitere Umweltthemen zur Verfügung.

Die Rheinbahn organisiert auch ein E-Rikscha-Shuttle von der Heinrich-Heine-Allee zum Rheinufer und feiert dort auf dem Weltkindertag ein Jahr „Metrobus“. Für Kinder gibt es Tattoo- und Mal-Angebote sowie eine Kinderstraßenbahn. Die großen Besucher können sich an einem Infobus über das Angebot des Verkehrsunternehmens erkundigen. Die Rheinbahn richtet dort außerdem eine Chill-out-Fläche mit Liegestühlen, WLAN und USB-Lademöglichkeit ein. Für Neu- und Bestandsabonnenten wird eine Erlebnisrundfahrt mit einem „MetroBus“ im Jubiläumskleid angeboten.

210.000 Pendler fahren täglich nach Düsseldorf

Immer noch kommen 70 Prozent der 300.000 Pendler mit dem Auto nach Düsseldorf – das sind täglich 210.000 Fahrzeuge, die morgens in die Stadt, und abends wieder heraus fahren. Dabei kann man an den „Park+Ride“-Pätzen an den S-Bahn-Stationen in Hellerhof, Garath, Eller-Süd, Eller und Angermund, am Benrather Bahnhof sowie am Südpark (U71, U73, U79, U83), Südfriedhof (Linie 709), Gerresheimer Krankenhaus (U83, 709), Staufenplatz (U73, U83, 709), Heerdter Krankenhaus (U75) und an der U79-Haltestelle Wittlaer bequem auf die S-Bahn oder die Rheinbahn umsteigen. Am Aktions-Sonntag stellt die Provinzial-Versicherung ihr Parkhaus am Werstener Kreuz (hinter der Shell-Tankstelle) kostenlos zur Verfügung. Eine Karte im Internet unter www.duesseldorf.de/ichsteigeum weist die „P+R“-Plätze und die Umsteigemöglichkeiten aus.

„Bürger sowie Besuchern sollen am Sonntag die Möglichkeit geboten werden, die Stadt innerhalb der Teilsperrungen anders zu erleben und wahrzunehmen. Die autofreie Innenstadt ist eine Einladung an alle Verkehrsteilnehmer, das Miteinander und gegenseitige Vorsicht und Rücksicht gemeinsam zu erleben“, erläutert Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke, die mit der Organisation dieses Tages einen Ratsbeschluss umsetzte und diesen mit allgemeinen Perspektiven der Verkehrswende koppelte.

Die Innenstadt sowie die Einfahrten zur Carlstadt und Altstadt werden für den allgemeinen Verkehr gesperrt sein. Dringend notwendige Ein- und Ausfahrten in und aus dem gesperrten Gebiet bleiben ganztätig über drei eigens eingerichtete Einfahrtsschleusen möglich. Die Einfahrtsschleusen sind der Heinrich-Heine-Allee/Maximilian-Weyhe-Allee (Ein- und Ausfahrt im Norden des gesperrten Bereichs), Breite Straße/Graf-Adolf-Platz (Einfahrt im Süden, die Ausfahrt erfolgt über die Kasernenstraße/Graf-Adolf-Platz des gesperrten Bereichs) sowie am Horionplatz/Haroldstraße (primär für Mitwirkende des Weltkindertags).

Bewohner dürfen fahren, sollen aber lieber nicht

Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sind während der gesamten Zeit jederzeit in der Lage, gesperrte Gebiete zu erreichen. Bewohner der für den allgemeinen Verkehr gesperrten Gebiete können diese jederzeit verlassen. Die Stadt bittet aber alle Bewohner, Anlieger sowie Besucher, Autofahrten auf das Notwendige zu reduzieren und Alternativen, wie Fahrrad fahren, zu Fuß gehen oder Bus- und Bahnfahren, zu nutzen.

Wer einen Bewohnerparkausweis für ausgewiesene Parkgebiete besitzt, kann sich damit an den Einfahrtschleusen ausweisen. Bewohner sowie Gewerbetreibende, die den gesperrten Bereich befahren müssen und keinen Bewohnerparkausweis besitzen, können für diesen Tag eine Durchfahrtsberechtigung erhalten. Durchfahrtsberechtigungen können noch bis einschließlich Donnerstag, 12. September, 15 Uhr, beim Amt für Verkehrsmanagement kostenlos angefordert werden und zwar direkt über das Online-Antragsformular unter www.duesseldorf.de/verkehrsmanagement, per Mail unter autofrei.verkehr@duesseldorf.de oder persönlich 7.30 bis 13 Uhr, in Raum 19 im Erdgeschoss beim Amt für Verkehrsmanagement, Auf’m Hennekamp 45.

Auskünfte zur Sperrung sind erhältlich unter der Behördennummer 115 oder per Mail an autofrei.verkehr@duesseldorf.de. Mehr Infos auch auf www.duesseldorf.de/ichsteigeum.

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