Klimaschutz

Düsseldorf will bis 2050 klimaneutral werden- Altbau-Sanierung ist Hauptproblem

Die Stadt Düsseldorf setzt auf Solaranlagen - wie hier auf dem Airport-Gelände. Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

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Die Stadt Düsseldorf setzt auf Solaranlagen - wie hier auf dem Airport-Gelände. Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

Düsseldorf.   Düsseldorf will bis zum Jahre 2050 eine klimaneutrale Stadt werden. Jetzt liegt dazu rechtzeitig zur Klimaschutz-Tagung im Rathaus das Gutachten des Wuppertal-Institutes vor. Die Kernaussage der Wissenschaftler: Düsseldorf kann es schaffen! Altbau-Sanierung und Autoverkehr sind große Herausforderungen.

Düsseldorf kann das Ziel erreichen, bis 2050 eine klimaneutrale Stadt zu werden. Das bestätigt ein Gutachten des Wuppertal-Instituts. Es ist tatsächlich möglich, in Düsseldorf den Pro-Kopf-Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid von derzeit zehn Tonnen um 80 Prozent zu senken. Aber der Weg dorthin ist steinig, die Herausforderung enorm. Laut OB Dirk Elbers sei ein „langer Atem“ und „planvolles Vorgehen“ nötig.

Das Hauptproblem ist die Altbau-Sanierung. Wie berichtet, wurden von den 68.000 Wohnhäusern 55.000 vor 1977 errichtet. In Zigtausenden Haushalten werden Unmengen an Energie verschwendet, nur weil Fassaden und Dächer nicht gedämmt, alte Fenster nicht ausgetauscht sind und umweltfreundliche Heizungsanlagen fehlen. „Jedes Jahr müssten drei Prozent der Häuser saniert werden. Aber bisher sind es nur ein Prozent“, gibt Umweltamt-Chef Werner Görtz, zu bedenken.

Zwar stellt Düsseldorf als eine der wenigen Großstädte jedes Jahr eine Million Euro an kommunalen Zuschüssen bereit. Aber das reicht nicht. Nur mit einer „massiven Förderung durch den Bund“ lässt sich die Trendwende durchsetzen, macht Beigeordnete Helga Stulgies klar.

Benzin und Diesel - Nein danke

Das zweite Problem ist der Autoverkehr, der immerhin 20 Prozent der CO2-Emissionen verursacht. Die Gutachter sagen: Bis 2050 dürfen hier keine Autos mehr mit herkömmlichem Benzin oder Diesel fahren. Also muss der Anteil von Biodiesel und Ethanol stark steigen, müssen Hybrid- und Elektroautos das Straßenbild beherrschen. Wie auch immer: „Die Industrie muss ein umweltfreundliches Auto in Serienreife anbieten“, erklärt die Umweltdezernentin. Sonst wird Düsseldorf nicht klimaneutral. Und die Stadt muss gleichzeitig dafür sorgen, dass mehr Düsseldorfer auf den ÖPNV und auf das Fahrrad umsteigen.

Besser sieht es mit der Strom- und Energieversorgung aus. „Da sind die Stadtwerke auf einem guten Weg“, betont Helga Stulgies. Die Errichtung des modernen Gas- und Dampfturbinenkraftwerkes und der damit verbundene Ausbau der Fernwärme werde für einen Wirkungsgrad von 85 Prozent sorgen. Die Stadtwerke-Tochter „Grünwerke“ setzt zudem auf Wind und Sonnenenergie. In Düsseldorf selbst stehen nach jüngsten Berechnungen zwölf Quadratkilometer Dachfläche für Solarwärme und Photovoltaik zur Verfügung, „genug, um den Düsseldorfer Strombedarf um mehr als 50 Prozent zu decken“, sagt Görtz.

Wärmepumpen sind effizient

Bis 2050 wird das Kraftwerk Lausward also deutlich mehr Strom produzieren, als für Düsseldorf nötig ist. Die neueste Idee: Mit der überschüssigen Energie könnten zahlreiche Grundwasser-Wärmepumpen betrieben werden. Die sind aufgrund der starken Temperaturunterschiede und des in nur wenigen Meter Tiefe strömenden und daher leicht anzapfbaren Grundwassers besonders effizient. Das Umweltamt will dazu eine Studie in Auftrag geben.

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