Amoklauf

Düsseldorfer Anwalt beklagt teure Ablöse für Amok-Kanzlei

Alles ist verrußt oder von Löschwasser zerstört. Die Büroräume am Höherweg müssen saniert werden.

Alles ist verrußt oder von Löschwasser zerstört. Die Büroräume am Höherweg müssen saniert werden.

Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.   Nach dem tödlichen Amoklauf eines Mandanten Ende Februar in einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei sind die ehemaligen Büroräume unbenutzbar geworden. Nun soll Rechtsanwalt Martin Lauppe-Assmann für den Ausstieg aus dem Mietvertrag mehrere tausend Euro an den Vermieter ADAC bezahlen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die ehemaligen Büroräume von Rechtsanwalt Martin Lauppe-Assmann am Höherweg sind nach dem tödlichen Amoklauf eines Mandanten unbenutzbar geworden. Der Jurist richtet sich derzeit in Eller gemeinsam mit einer Kollegin eine neue Kanzlei ein. Und ärgert sich, dass sein ehemaliger Vermieter ADAC noch Geld von ihm will.

Es war wohl ein Rachefeldzug wegen einer vermeintlich schlechten Vertretung vor Gericht: Koch Yanqing T. (48) tötete am 28. Februar am Höherweg eine Anwältin (54), verletzte einen Anwalt (51) tödlich, legte dann Feuer. In einer Erkrather Kanzlei tötete er eine Mitarbeiterin (50), legte ebenfalls Feuer. In Goch konnte er beim Angriff auf eine Pizzeria-Inhaberin (52) gestoppt werden.

Von Grund auf saniert werden

Bis die Folgen der Tat verarbeitet sind, wird Zeit vergehen. Mit dem materiellen Folgen hat Martin Lauppe-Assmann, Inhaber der Düsseldorfer Kanzlei, zu kämpfen: Bevor in den Räumen in dem ADAC-Haus wieder gearbeitet werden kann, muss von Grund auf saniert werden. Er kann das nicht abwarten, seine Mitarbeiter und er wollen auch nicht mehr zurück.

Mit der Kollegin Ute Hasskamp arbeitet er jetzt von Eller aus, muss sich mit Computern, Internet- und Telefonanlage neu einrichten. Dafür kündigte er den eigentlich bis 2019 mit dem ADAC geschlossenen Vertrag für die Räume am Höherweg. Und zahlt für die vorzeitige Entlassung aus dem Vertrag nach eigenen Angaben 12 000 Euro. Er hat eingewilligt, fühlt sich aber trotzdem übervorteilt: „Die nehmen keine Rücksicht!“, wirft er dem ADAC vor.

Der ADAC weht sich

Beim Automobilclub wehrt man sich: „Auch den ADAC haben die Vorkommnisse tief betroffen gemacht, so dass wir sofort nach einer für beide Seiten akzeptablen Lösung gesucht haben“, versichert Sprecherin Simone Wans.

Ohne zu zögern habe man auf die Einhaltung des Mietvertrags verzichtet und den Vertrag zum 31. März 2014 beendet. „Wir behalten lediglich die Kaution Höhe von 7800 Euro ein, um den Mietausfall durch vorzeitige Vertragsbeendigung auszugleichen.“ Diese Vereinbarung habe der Anwalt auch unterschrieben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (3) Kommentar schreiben