Armut

Düsseldorfer Armenküche kocht seit 25 Jahren für Bedürftige

Pater Wolfgang (rechts) und das Team  der Armenküche kochen seit 25 Jahren am Burgplatz für Bedürftige. Am Tag kommen bis zu 100 Menschen.

Pater Wolfgang (rechts) und das Team der Armenküche kochen seit 25 Jahren am Burgplatz für Bedürftige. Am Tag kommen bis zu 100 Menschen.

Foto: Philipp Rose

Düsseldorf.  Seit 1992 gibt es am Burgplatz täglich eine warme Mahlzeit für Arme. Neben deftigem Essen gibt es für auch Hilfe bei der Bürokratie-Bewältigung.

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Eigentlich sind 25 Jahre Armenküche kein Grund zum Feiern – denn es bedeutet in erster Linie, dass es immer noch zu viele Menschen gibt, die zu wenig Geld haben sich eine richtige warme Mahlzeit zu kochen. Keine 500 Meter entfernt vom Andreasquartier – dem neuen schicken „Wohnzimmer Düsseldorfs“ für jedermann – stehen die ersten Leute vor dem Eingang der Armenküche und warten, dass die Türe geöffnet wird. Jeden Tag gibt es am Burgplatz 3 in der Zeit zwischen 12.30 Uhr und 14.30 Uhr für 50 Cent eine warme Mahlzeit. Auf der Speisekarte stehen vor allem deftige Gerichte: Erbsensuppe, Gulasch mit Nudeln – wer will, bekommt so oft er möchte einen Nachschlag.

„Ich habe immer davon geträumt, dass die Armenküche überflüssig wird“, sagt Pater Wolfgang, der inoffizielle Chef der Armenküche. „Dass es uns gibt, ist ein Zeichen der Verantwortungslosigkeit der Verantwortlichen", betont er und verweist auf die schwache Solidarität Deutschlands, wo seiner Meinung nach mehr für reiche, als für arme Kinder getan wird.

Armenküche hat zahlreiche Projekte ins Leben gerufen

Ein bisschen stolz sind Pater Wolfgang und sein Team dann aber doch auf das, was sie seit 1992 auf die Beine gestellt haben. Denn die Arbeit geht mittlerweile weit über die einer Armenspeise hinaus. Sie haben etliche Projekte ins Leben gerufen, darunter ein Bündnis für bezahlbaren Wohnraum, einen Trostkreis zur Trauerbewältigung und medizinische Hilfe für Wohnungslose. Mit der Obdachlosenzeitung fifityfifty wird eng zusammengearbeitet, es besteht immer Kontakt zu städtischen Behörden, wie dem Jugend- und Sozialamt. Denn was bei den Gästen, die zum Essen vorbeikommen, deutlich wird, ist die bürokratische Überforderung im Alltag. „Wenn eine Familie ein soziales Problem hat, dann müssen die für ihre Sozialleistungen mindestens zu fünf Ämtern gehen “, sagt Pater Wolfgang und bezeichnet den Bürokratieprozess als „entwürdigendes Ämter-Hopping“. Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Bedürftigen nicht richtig lesen und schreiben kann, was die ohnehin schon oft komplizierten Amtsgänge erschwert. Deshalb hat sich in der Armenküche mittlerweile auch ein Büro eingefunden, in denen die Sozialarbeiter Marion Gather und Holger Kirchhöfer den Leuten vor Ort helfen.

Täglich wird für bis zu 100 Gäste in der Küche gekocht

In der Armenküche arbeiten derzeit sechs hauptamtliche und etwa 60 ehrenamtliche Mitarbeiter. Finanziert wird das ganze durch Spenden, die Stadt stellt die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung. Die Räume sind klein, „sorgen dafür aber für eine besondere Atmosphäre“, so der Pater. Wenn am Tag bis zu 100 Gäste erscheinen, wird in Schichten gegessen. „Wir lassen niemanden zurück. Wer bis 14.30 Uhr kommt, kriegt etwas Warmes zu Essen“, so Pater Wolfgang.

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