Industrie

Autozulieferer Huf will Düsseldorfer Standort verkaufen

Die Unternehmenszentrale von Huf in Velbert.

Die Unternehmenszentrale von Huf in Velbert.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Düsseldorf/Velbert.  Der Velberter Autozulieferer Huf plant wohl die Tochterfirma Huf Electronics in Düsseldorf zu verkaufen. 250 Mitarbeiter sollen betroffen sein.

Der Autozulieferer Huf Hülsbeck & Fürst mit Sitz in Velbert plant wohl den Verkauf des Tochterunternehmens Huf Electronics in Düsseldorf-Rath. Das belegen Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen. Laut der Sprecherin des Unternehmens arbeiten am Standort 250 Menschen.

Unserer Redaktion liegen Dokumente vor, die Verkaufsgespräche zwischen den Geschäftsführern von Huf und Unternehmensberatern von Roland Berger belegen. Laut eines Papiers gibt es Interesse an der Übernahme des Standorts durch eine Schweizer Firmengruppe.

Geplant wäre demnach eine strategische Partnerschaft: Die Schweizer würden die Produktionsmittel der Firma Huf abkaufen und mit diesen Mitteln ein neues „Kompetenzzentrum Automotiv“ aufbauen – aber in Arad, Rumänien.

Umstrukturierungen bei Huf schon ab 2020

Die Umstrukturierung stünden in dem Fall schon für das Jahr 2020 und das erste Quartal des Jahres 2021 an. Laut einer internen Quelle ist der Geschäftsführung von Huf an einer „schnellstmöglichen Umsetzung der Strukturoptimierung“ gelegen. Der potenzielle Käufer besitzt in Rumänien nach eigenen Aussagen ungenutztes Land mit etwa 25.000 Quadratmetern und würde dort nächstes Jahr eine Montagehalle mit maximal zehn Montagelinien bauen. Aus dem Dokument geht hervor, dass Huf dadurch ab dem Jahr 2021 jährlich etwa 3,5 Millionen Euro sparen würde.

Die Mitarbeiter in Düsseldorf wissen von den Plänen bisher nichts. Dabei gab es schon im März erste Berichte über Umstrukturierungen bei Huf. Damals dachten Viele, der Standort in Velbert sei betroffen. Doch anders als in Velbert, hat die Belegschaft in Düsseldorf keinen Betriebsrat. Nur vereinzelt gibt es Gewerkschaftsmitglieder, das ist auch der Grund, wieso die IG Metall in Düsseldorf von den Plänen nichts weiß, wie uns auf Anfrage bestätigt wurde.

Personalkosten in Litauen niedriger

Dass die Verkaufspläne nicht nur reine Spekulation sind, bestätigt eine weitere Quelle. Aus dieser Quelle geht hervor, dass es Interesse einer Firma aus Süddeutschland gibt, die das Werk in die eigene Produktionsstätte nach Litauen verlegen würde. Der süddeutsche Konzern, der der NRZ bekannt ist, geht davon aus, dass die Personalkosten in dem osteuropäischen Land bei etwa 8000 bis 9000 Euro pro Person und Jahr liegen, demgegenüber stehen in Düsseldorf Personalkosten von 50.000 Euro pro Person und Jahr.

Laut Unterlagen stehen hier Einsparungen von vier Millionen Euro pro 100 Mitarbeiter pro Jahr im Raum. Die Verlagerung selbst würde zwei Millionen bis zweieinhalb Millionen Euro kosten, für Abfindungen stünden wohl nochmals bis zu drei Millionen Euro bereit.

Auf Nachfrage heißt es von Huf, ein umfassendes Restrukturierungsprogramm sei Anfang des Jahres gestartet, um auf den hohen Wettbewerbsdruck zu reagieren: „In diesem Zusammenhang prüft das Unternehmen verschiedene Optionen für einzelne Standorte. Dazu gehört auch der mögliche Verkauf von Werksteilen. Eine solche Prüfung wird derzeit am Standort Düsseldorf durchgeführt, da andere Unternehmen Interesse an der Übernahme von Werksteilen geäußert haben.“

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