Schwarze Kassen

Düsseldorfer CDU-Schüler müssen zum Rapport

Thomas Jarzombek

Thomas Jarzombek

Düsseldorf.   Der Düsseldorfer CDU-Chef Thomas Jarzombek greift in Schwarze Kassen-Skandal der Jungen Union ein. Die SPD fordert indes lückenlose Aufklärung.

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Der Skandal um Schwarze Kassen bei der Düsseldorfer Schüler Union soll bald ein Ende haben. So will es jedenfalls der CDU-Kreisvorstand. Die bisherigen Erkenntnisse sollen nun zum Anlass genommen werden, „den Vorstand der Jungen Union zur nächsten Kreisvorstandssitzung beizuladen“, heißt es in einer Mitteilung der Christdemokraten.

„Hierbei soll dem Kreisvorstand der Jungen Union verdeutlicht werden, in welchen Punkten ein Fehlverhalten vorliegt, welche Pflichten verletzt wurden und wie dies politisch zu bewerten ist. Bekanntermaßen hätte die Junge Union Düsseldorf seit Herbst 2016 die Kasse der Schüler-Union offiziell in ihren Büchern führen müssen, ein Teil der Kreisvorstandsmitglieder hat dies trotz Kenntnis um die Kasse verabsäumt zu veranlassen.“

Kreisvorstand ist „massiv verärgert“

Wie die NRZ berichtete, hatten sich zuletzt Düsseldorfs JU-Vorsitzender Ulrich Wensel und sein Vorgänger Benedict Stieber gegenseitig beschuldigt, die „Schwarze Kasse“ geführt zu haben. Wie auch immer: Düsseldorfs CDU-Chef Thomas Jarzombek hat langsam den Kaffee auf. „Wir erwarten ein korrektes Verhalten und sind über das Fehlverhalten massiv verärgert. Wir werden auch nicht akzeptieren, dass einzelne JU-Mitglieder ihre persönlichen Interessen über Recht und Gesetz stellen“ so Thomas Jarzombek, Kreisvorsitzender der CDU.

In diesem Zusammenhang verwahrt sich Thomas Jarzombek auch gegen die Darstellung eines ehemaligen stellvertretenden Kreisvorsitzenden der Schüler Union, Marc-Philipp Fink. Anlass ist eine Getränkespende (ein kleines Fässchen Alt), die gegen Beleg auf das Konto von Fink überwiesen wurde, der das kleine Fässchen Alt auch beschafft hatte. Fink schickte die Facebook-Posts zwischen ihm und Jarzombek jetzt an die Medien.

Der Erklärungsdruck für die Beteiligten steigt

Damit werde belegt, dass es gerade keine Kenntnis von einer Kasse der Schüler Union gab, so Jarzombek. „Diese Mitteilung zeigt uns jedoch, dass in den bisherigen Gesprächen ganz offensichtlich Dinge verschwiegen wurden, die von der Schüler Union selbst als relevant betrachtet werden“ so Thomas Jarzombek. Damit steigt nun der Erklärungsdruck auf die Beteiligten. Jarzombek: „Unsere Geduld anlässlich der Salamitaktik der Verantwortlichen ist erschöpft.“

Benedict Stieber ist mittlerweile CDU-Fraktionschef in der Bezirksvertretung 5, die unter anderem für die Stadtteile Stockum, Kaiserswerth und Wittlaer zuständig ist. Die SPD im Bezirk hat „mit großem Befremden die Informationen über die finanziellen Unregelmäßigkeiten“ der Jungen Union zur Kenntnis genommen.

SPD: Stieber soll im Bezirk seinen Posten Ruhen lassen

Man erwarte eine umgehende, lückenlose Aufklärung vom CDU-Kreisgeschäftsführer Bernd Herzog und dem CDU-Kreisvorsitzenden Jarzombek zu den Vorgängen und Verantwortlichkeiten, heißt es in einer SPD-Mitteilung. Neben vollständiger Transparenz bedürfe es dabei vor allem auch angemessener Konsequenzen. Bis zur Aufklärung erwartet die SPD-Fraktion in der BV 5, dass der CDU-Fraktionsvorsitzende Stieber seinen Vorsitz „ruhen lässt“, denn eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei unter diesen Umständen nicht möglich.

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