Spektakuläre Übung

Düsseldorfer Feuerwehr probt Ernstfall im Autobahn-Tunnel

Düsseldorf.  Die Sperrung des Tunnels der A 46 in Düsseldorf nutzte die Feuerwehr für eine Übung mit einem brennenden Auto. Die Bilder sind spektakulär.

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Wie komplex und herausfordernd die Bekämpfung von Bränden in Straßentunneln sein kann, ist spätestens seit dem verheerenden Feuer im St. Gotthard-Tunnel 2001 bekannt. In Düsseldorf gab es in den Folgejahren immer wieder vereinzelt Brände in Tunneln, bei denen keine Verletzten zu beklagen waren.

Daraus wurde 2014 der Einsatzplan zur Bekämpfung von Bränden in Straßentunneln etabliert. Um das bestehende Konzept realistisch zu überprüfen, absolvierten am Sonntag die Feuerwehr Düsseldorf und Straßen NRW eine Großübung in den beiden Röhren des gesperrten A 46-Tunnels bei Wersten.

„Es hat einen Verkehrsunfall mit Verletzten gegeben und der Unfallwagen brennt“ – so lautet die Meldung eines Anrufers zum Start der Übung bei der Feuerwehr. Bereits bei der Einfahrt in den Tunnel ist der dichte Rauch zu erkennen – weiter vorne Flammen. Um möglichst schnell den Brand zu lokalisieren, fahren die Löschzüge direkt beide Tunnelröhren an. Die Einsatzkräfte haben die Atemschutzgeräte schon auf der Fahrt zum Schadensort im Löschfahrzeug angelegt, damit beim Erreichen des Unfalls sofort mit den Löschmaßnahmen begonnen werden kann.

„Die Hitze und der Rauch sammeln sich oben im Tunnel und ziehen nicht wie bei einem Brand im Freien in den Himmel ab“, erklärt Übungsleiter Jörg Heuser von der Feuerwehr. Er ist bereits seit vielen Jahren mit seinem Team für die Erstellung der Einsatzpläne und Koordinierung der Großübungen bei der Düsseldorfer Wehr zuständig. „Es kommt schnell zu einem enormen Temperaturanstieg.

In einigen Fällen kann es sogar zum Feuerübersprung auf benachbarte Fahrzeuge kommen und zu Beschädigungen der Grundstruktur des Bauwerks Tunnel führen“, erläutert der 47-jährige. „Nur wenn der Brand schnell gelöscht wird, verhindern wir, dass weitere giftige Brandgase entstehen und Tunnelstrukturen herabstürzen, die Menschen sowie Einsatzkräfte verletzten können.“

Nach wenigen Minuten sind die ersten Einsatzkräfte vor Ort

Die ersten Einsatzkräfte treffen bereits nach wenigen Minuten an der Unfallstelle ein. Während die Löschmaßnahmen begonnen werden, bringen die Einheiten aus der entgegengesetzten Tunnelröhre insgesamt drei Verletzte aus dem verrauchten Bereich in die sichere Nachbarröhre. Die Notfallsanitäter des Rettungswagens kümmern sich um die Verletzten – diesmal ist es nur eine Übung und nachher sind alle wieder wohl auf.

Der Brand im Motorraum eines Pkw kann mit den Löschrohren der Feuerwehr schnell unter Kontrolle gebracht werden. Zeitgleich ziehen die Rauchschwaden aus dem Tunnel ab. Im Hintergrund laufen mit der Alarmierung der Feuerwehr auch die Lüftungssysteme der modernen Tunnelanlagen an, um für die Menschen sowie die Einsatzkräfte für eine freie Sicht zu sorgen.

Feuerwehr Düsseldorf ist für neun Tunnel zuständig

„Auch wenn es sich hier nur um eine Übung handelte, haben alle Beteiligten ihre Aufgabe ernst genommen, sind konzentriert vorgegangen und vollkommen richtig gehandelt“, lobt Einsatzleiter Thomas Hußmann die 38 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst im Anschluss an die Großübung. „Dank des sehr realistischen Szenarios und der regelmäßigen Schulungen des Einsatzpersonals, konnten wir bereits nach wenigen Minuten die Verletzten im verrauchen Tunnel finden und gleichzeitig das Feuer unter Kontrolle bringen“, führt der 58-jährige aus.

Die Feuerwehr Düsseldorf ist im Stadtgebiet und auf den Autobahnen für neun Tunnelanlage mit 18 Röhren zuständig oder arbeitet städteübergreifend mit den umliegenden Feuerwehren in einigen Fällen zusammen.

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