Wirtschaft

Düsseldorfer Gastronomie-Kette Stockheim schrumpft weiter

Die Rheinterrasse ist seit 1972 einer der berühmtesten Düsseldorfer Gastronomie-Betriebe von Stockheim. Hier eine Aufnahme von  1930.

Foto: Stadtarchiv Düsseldorf

Die Rheinterrasse ist seit 1972 einer der berühmtesten Düsseldorfer Gastronomie-Betriebe von Stockheim. Hier eine Aufnahme von 1930. Foto: Stadtarchiv Düsseldorf

Düsseldorf.  Das insolvente Unternehmen verkauft nun auch den Hamburger Ableger – momentan sind nur 180 Mitarbeiter bei dem Catering-Unternehmen beschäftigt.

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Die in der Insolvenz befindliche Düsseldorfer Stockheim-Gruppe setzt ihre Neuausrichtung fort und konzentriert sich auf das Kerngeschäft der Messe- und Eventgastronomie am Standort Düsseldorf. „Um dieses Ziel zu erreichen, hat Stockheim ihre Cateringaktivitäten am Standort in Hamburg an die Käfer-Gruppe verkauft“, teilte gestern Markus Haase von der Düsseldorfer Rechtsanwaltsgesellschaft Buchalik Brömmekamp mit. „Käfer übernimmt die Stockheim Catering Hamburg GmbH.“ Der Kaufvertrag wurde bereits am 11. Dezember unterzeichnet. Die operative Führung wird Käfer voraussichtlich ab Februar übernehmen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Schwere Entscheidung für den Standort Hamburg

„Das ist eine gute Entscheidung für alle Beteiligten, besonders für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Hamburg“, so Tjark Röhrs, Geschäftsführer der Stockheim Catering Hamburg. „Wir haben mit dem Unternehmen Käfer einen Investor gefunden, der mit Leidenschaft höchste Service- und Dienstleistungsqualität lebt und dabei sehr großen Wert auf eine gefestigte Unternehmenskultur legt.“ Somit könne die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Hamburg Messe und Congress erfolgreich fortgesetzt werden.“

„Wir sind uns dieser sehr schweren Entscheidung für den Standort in Hamburg bewusst, da dieser die vergangenen Jahre, bis zur vorübergehenden Schließung des CCH, sehr erfolgreich am Markt agierte“, sagte Carla Stockheim. „Ich danke auch im Namen der Familie Stockheim, dass die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit so viel Herzblut und Loyalität ihrer Arbeit im Unternehmen nachgegangen sind. Letztendlich sind wir sehr froh mit der Käfer-Gruppe ein ebenfalls privat geführtes Unternehmen gefunden zu haben.“

Stockheim will Standort Düsseldorf weiter ausbauen

Die Stockheim Gruppe wird nach dem Verkauf noch rund 180 Mitarbeiter beschäftigen und das Messecatering mit den Locations CCD, Messe Düsseldorf, die Rheinterrasse sowie das Eventcatering in Düsseldorf weiter ausbauen.

Bereits vor dem Hamburger Deal mit Käfer hatte die Firma SSP 500 Mitarbeiter und die Systemgastronomie des Düsseldorfer Unternehmens übernommen. SSP ist ein weltweit tätiger Verkehrsgastronom, der von Stockheim 25 Filialen an den Flughäfen und Hauptbahnhöfen in Düsseldorf und Köln-Bonn sowie am Flughafen Münster-Osnabrück.

Den Kunden sind die Eigenmarken wie Meister Bock, Cafetiero oder Ida & Frida, aber auch Drittmarken wie Backwerk, Pizza Hut, Kamps, Sushi Factory oder Edeka bekannt. Rund 500 Mitarbeiter waren bisher in der Stockheim-Systemgastronomie tätig, sie werden von SSP übernommen. Der Umsatz des Geschäftsbereichs liegt bei 35 Millionen Euro. Die operative Führung übernimmt SSP ab Jahresanfang.

Im Mai wurde die Insolvenz der Firma beantragt

Im Mai hatte Stockheim einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenregie gestellt. Der Rechtsanwalt Biner Bähr wurde vom Gericht zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Der Sanierungsberater Brömmekamp arbeitete bereits vor dem Insolvenzantrag für Stockheim und wurde Sanierungsgeschäftsführer.

Die existenzielle Krise bei Stockheim begann mit dem Verlust von sieben Gastronomie-Flächen am Düsseldorfer Flughafen, die beim letzten Jahreswechsel wirksam wurde. Das Düsseldorfer Unternehmen war bei der Ausschreibung unterlegen und büßte rund zehn Millionen Euro Umsatz ein. Insgesamt erwirtschaftete Stockheim 2016 rund 70 Millionen Euro Umsatz.

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