Parteiwachstum

Düsseldorfer Grüne weiterhin im Wachstum

Jubel bei den Düsseldorfer Grünen über die Ergebnisse der Europawahl. Das Rekordergebnis bescherte dem Kreisverband der Partei einen Wachstumsschub.

Jubel bei den Düsseldorfer Grünen über die Ergebnisse der Europawahl. Das Rekordergebnis bescherte dem Kreisverband der Partei einen Wachstumsschub.

Foto: Andreas Bretz

Düsseldorf.  Die Grüne Erfolgswelle setzt sich fort. Seitdem die Partei bei der Europawahl stärkste Kraft in Düsseldorf wurde, kamen 55 neue Mitglieder hinzu.

Knapp ein Monat ist seit der Europawahl vom 26. Mai vergangen, bei der die großen Parteien mehr oder weniger gute Ergebnisse einfuhren. Während die Grünen ein Rekordergebnis feierten, kassierte die SPD die nächste krachende Wahlniederlage. Doch auch die Union musste schmerzhafte Verluste hinnehmen. Linke und FDP stagnierten.

Grüne erleben weiterhin starkes Wachstum

Das positive Wahlergebnis der Grünen, mit dem die Partei ihre Stimmen beinahe verdoppeln konnte und nun auf das Rekordergebnis von 20,5 Prozent deutschlandweit kam und in Düsseldorf mit 29,19 Prozent stärkste Partei wurde, sorgte auch für einen deutlichen Mitgliederzuwachs. Seit der Wahl verzeichnete der Düsseldorfer Kreisverband 55 Mitglieder mehr als zuvor. „Aktuell stehen wir bei rund 750 Mitgliedern in Düsseldorf“, erklärt Paula Elsholz, Vorstandssprecherin des grünen Kreisverbandes. „Davon sind im letzten Jahr 215 Menschen in die Partei eingetreten. Wir hatten also auch schon vorher eine äußerst positive Entwicklung.“ Ob nun vor allem junge Leute, motiviert durch die „Fridays for Future“-Bewegung, bei den Grünen mitmachen wollen, konnte sie so nicht bestätigen. „Wir fragen unsere Neumitglieder natürlich, was sie bewegt hat einzutreten, aber die Antworten sind unterschiedlich. Es gibt immer wieder Menschen, die nach vielen Jahren bei anderen Parteien zu uns kommen. Was die allermeisten aber eint, ist das Bewusstsein, dass ein ,Weiter so’ in der Klimapolitik nicht geht.“ Für die neuen Mitglieder veranstalte man immer wieder Info- und Kennenlernabende. „Wir wollen unser Programm für die Menschen, die sich engagieren wollen, so attraktiv wie möglich halten und immer nahbar für die Leute sein“, sagt Elsholz.

Keine Signifikanten Veränderungen bei Union und SPD

Bei der CDU mache sich die Wahlniederlage, bei der die Partei mehr als sechs Prozent verlor und auf 28,9 Prozent abrutschte, bisher nicht bei der Mitgliederzahl bemerkbar, so Bernhard Herzog, Geschäftsführer des Kreisverbandes. „Es gab seit der Wahl fünf Austritte und zehn Eintritte. Da kann man also von keinen signifikanten Veränderungen sprechen“, erklärt Herzog. „Wir haben seit ein bis zwei Jahren einen positiven Saldo in der Mitgliederentwicklung und stehen gerade bei rund 3000 Mitgliedern in Düsseldorf.“

Auch bei der SPD blieben die großen Veränderungen aus. Trotz des Verlustes von 11,5 Prozent der Stimmen und eines Abrutschens auf nur noch 15,8 Prozent, habe es keine Austrittswelle gegeben, so Günter Freitag, Geschäftsführer der Düsseldorfer SPD. „In unserem Verband hat es nach der Wahl keine bedeutenden Veränderungen bei der Mitgliederzahl gegeben.“ Die SPD steht in Düsseldorf weiterhin bei rund 3200 Mitgliedern.

Kontinuierliches Wachstum bei der Düsseldorfer FDP

Ein kontinuierliches Wachstum zeichnet sich derweil bei der FDP ab. „Vor der Europawahl standen wir bei 974 Mitgliedern im Kreisverband, jetzt sind es 987“, erklärt Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete der FDP. „2014 waren es noch rund 600 Mitglieder. Wir sind seitdem also stetig um ein Drittel gewachsen. Mit nun fast 1000 Mitgliedern sind wir einer der größten FDP-Kreisverbände Deutschlands.“ Nun bereite man sich auf die anstehende Kommunalwahl im Oktober 2020 vor. „Im Herbst geben wir unsere Ratsliste bekannt und stellen unseren Kandidaten für das Amt des OB vor“, so Strack-Zimmermann weiter.

„Unsere Mitgliederzahl ist ziemlich stabil“, berichtet Udo Bonn, Kreisvorsitzender der Linken. „Wir haben aktuell 346 Mitglieder. Davon sind etwa zehn seit der Europawahl neu eingetreten und acht oder neun sind ausgetreten. Die Enttäuschung über das bundesweite Wahlergebnis schlägt sich also nicht in der Mitgliederzahl nieder.“

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