Kultur

Düsseldorf: Kunstszene findet immer weniger Arbeitsräume

Die Künstler Christoph Zeidler (links), Luis Salgado und Tomasz Piwarski weisen auf den Düsseldorfer Atelierschwund hin.

Die Künstler Christoph Zeidler (links), Luis Salgado und Tomasz Piwarski weisen auf den Düsseldorfer Atelierschwund hin.

Foto: Pamela Broszat

Düsseldorf.  Die Kunstszene in Düsseldorf kämpft mit Problemen. Eine Diskussionsrunde des Rats der Künste traf auf großes Interesse und zeigte Defizite auf.

Auf riesiges Interesse stieß der der Diskussionsabend des Rat der Künste „Kein Raum mehr für die Kunstszene“ im Salon des Amateurs. Er startet mit einem vielsagenden Richard von Weizsäcker-Zitat: „Kultur ist kein Luxus, den wir uns nach Belieben leisten oder auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert.“ Dem Satz des ehemaligen Bundespräsidenten steht in Düsseldorf das schwergewichtige Wort vom „Flächendruck“ gegenüber. Aktuell ist die Zahl der Arbeitsräume für Künstler von über 400 auf 370 geschrumpft und sinkt immer weiter.

Düsseldorf: Immer weniger Ateliers in der Stadt

Dieser „Flächendruck“ wirtschaftlich erfolgreicher Städte führt dazu, dass immer mehr Künstlern ihre Arbeitsräume gekündigt werden. Das Jagenberg-Gelände steht zur Diskussion, die Lösung für die Ateliers an der Flurstraße haben Galgenfristcharakter, an der Liesegang-Fabrik gab es ebenfalls Veränderungen. Wegen dieser schwierigen Situation hatte der Rat der Künste zum Gesprächsaustausch eingeladen.

Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, Michael Kortländer, Vorsitzenden des Vereins der Düsseldorfer Künstler, und CDU-Ratsmitglied Alexander Fils stellten sich den Fragen und Forderungen der anwesenden Künstlerinnen und Künstler und warben teils eloquent für die eigene Sache. Was besonders deutlich wurde ist, dass die bislang häufig praktizierten „Zwischennutzungen“ brach liegender Immobilien keine Lösung sind.

Fehlende Arbeitsräume sind strukturelles Problem in Düsseldorf

Die fehlenden Arbeitsräume seien ein „strukturelles Problem“, betonte Michael Kortländer und forderte Bebauungskonzepte, die einen bestimmten Prozentsatz an Ateliers vorsähen. Bei dem Bilker Bauprojekt „Am Tetelberg“ könnte das zum ersten Mal umgesetzt werden.

Als weitere Möglichkeit wurde ein „Werkkunsthaus“ genannt. Dort sollen beispielsweise großformatige Arbeiten in speziellen Werkstätten entstehen können. Damit kämen Künstlerinnen und Künstler in ihrem Arbeitsalltag teilweise mit kleineren Räumen zurecht. Erfahrungen mit diesem Konzept gäbe es beim Kulturwerk Berlin, so Clara Gerlach, kulturpolitische Sprecherin der Grünen.

In Düsseldorf wird zur Zeit vor allem auf Wohnungsbau gesetzt. Es ist an der Zeit, von der Politik ein Konzept für die Stadtkultur einzufordern. Denn, um Richard von Weizsäcker zu zitieren: „Substanziell hat die Förderung von Kultur nicht weniger eine Pflichtaufgabe des öffentlichen Haushalts zu sein, als zum Beispiel der Straßenbau, öffentliche Sicherheit oder die Finanzierung der Gehälter im öffentlichen Dienst.“

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