Musikschule

Düsseldorfer Musikschule stellt neues Konzept vor

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel, Schulleiterin Doris Bischler und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe stellten das neue Konzept der Clara-Schumann-Musikschule vor.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel, Schulleiterin Doris Bischler und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe stellten das neue Konzept der Clara-Schumann-Musikschule vor.

Foto: Tobias Kaluza

Düsseldorf.  Neue Lehrer sollen die Wartelisten verkürzen und soziale Preise für Chancengleichheit bei den Düsseldorfer Schülern sorgen

Die Clara-Schumann-Musikschule soll neu ausgerichtet werden und sozialere Preise bekommen. Das neue Konzept der Schule wurde gestern vorgestellt. Mehrere unbesetzte Lehrstellen werden wieder vergeben und zusätzliche Freie Mitarbeiter sollen den übrigen Personalbedarf decken. Dadurch werde auch die Warteliste der Schule verkürzt.

Chancengleichheit durch gestaffelte Tarife

„Es ist mir wichtig, ein möglichst breites musikpädagogisches Angebot zu haben, ohne auf soziale Hintergründe zu achten. Daher wollten wir die Tarife niedriger halten“, betonte Oberbürgermeister Thomas Geisel. „Früher gab es für das Angebot der Musikschule 50 Prozent Rabatt für Inhaber des Düssel-Passes. Ab jetzt gibt es 50 Prozent Rabatt für Familien mit einem Jahreseinkommen von unter 50.000 Euro“, erläuterte Geisel. „Bei einem Einkommen von 50.000 bis 75.000 Euro gilt der Standardtarif, bei Einkommen bis 100.000 Euro ist der Tarif dann um 25 Prozent teurer und bei Einkommen über 100.000 sind es dann 50 Prozent Zuschlag.“ Der Standardtarif für den Einzelunterricht aller Instrumente außer Klavier beträgt 840 Euro im Jahr. Der Klavierunterricht kostet 972 Euro im Jahr.

„Die Chance, ein Instrument zu erlernen, soll keine Frage des Geldbeutels der Eltern sein. Gerade eine öffentliche Musikschule muss daher die Gebühren so staffeln, dass die Eltern je nach finanzieller Leistungsfähigkeit für den Unterricht bezahlen“, so Geisel. „Bei der Gebührenstaffel steht soziale Chancengleichheit im Fokus und nicht die Einnahmen-Steigerung.“

Mehr Zusammenarbeit mit weiterführenden Schulen

Die neue Leiterin der Clara-Schumann-Musikschule, Doris Bischler, freut sich besonders über die 8,5 wiederbesetzten Lehrstellen. „Damit können wir die Warteliste deutlich verkürzen. Außerdem werden Freie Mitarbeiter auf Honorarbasis eingestellt“, erklärte Bischler. Die Clara-Schumann-Musikschule unterrichtet in der Woche mehr als 10.000 Schüler und gehört mit ihren 97 Standorten in der Stadt zu den größten Musikschulen in Deutschland. „Zusätzlich dazu wollen wir nun sechs neue Musikkindergärten einrichten und die Zusammenarbeit mit weiterführenden Schulen verstärken“, so Bischler weiter. „Ebenso wollen wir die studienvorbereitende Musikausbildung und die Begabtenförderung intensivieren.“

Um die Staffelung der Gebühren zu organisieren und die eigene Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern, stellt die Schule außerdem weitere Verwaltungsangestellte ein. Falls die Mittel wieder ausgeschrieben werden, wolle man sich auch wieder für die Landesmittel des NRW-Programms „JeKits“ bewerben, mit dem Musikunterricht gefördert wird.

Schule wünscht sich Anbau

„Wir haben derzeit aber noch ein Raumproblem“, erklärte Bischler weiter. „Deswegen wollen wir gerne einen Anbau haben.“ Dieser Bau würde mit 2 Millionen Euro vom Verein der Freunde und Förderer der Musikschule unterstützt werden. Ob es den Anbau gibt, will die Politik 2021 entscheiden. Auch über weitere Lehrstellen würde sie sich freuen.

Insgesamt sieht Doris Bischler ihre Schule mit dem neuen Konzept gut für die Zukunft aufgestellt. „Das ist ein wichtiges Signal für die Zukunft von jungen Musikern in Düsseldorf – und für die Clara-Schumann-Schule selbst.“

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