Rechtsterrorismus

Nach Hanau: Düsseldorfer Muslime fordern mehr Sicherheit

Der rechte Terrorist Tobias R. tötete neun Menschen – darunter viele Muslime. Danach tötete er seine Mutter und sich selbst.

Der rechte Terrorist Tobias R. tötete neun Menschen – darunter viele Muslime. Danach tötete er seine Mutter und sich selbst.

Foto: Nicolas Armer / dpa

Düsseldorf.  Nach dem Anschlag eines Rechtsterroristen in Hanau setzt sich der Kreis der Düsseldorfer Muslime für einen stärkeren Minderheitenschutz ein.

Tief bestürzt hat der Kreis der Düsseldorfer Muslime (KDDM) auf den rechtsideologischen Terrorakt in Hanau reagiert. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Sejfuddin Dizdarevic kommentierte die Ereignisse von Hanau. Der Schock vom Attentat im neuseeländischen Christchurch saß noch tief, als der Terroranschlag in Hanau geschah:

„Noch während der Vorbereitungen auf unsere Mahnwache am 15. März 2020 zum Jahrestag des islamfeindlichen Terroranschlags in Christchurch hat die Nachricht vom Attentat in Hanau den Kreis Düsseldorfer Muslime brutal erschüttert. Der KDDM verurteilt diesen fürchterlichen und hasserfüllten rechtsextremistischen Terroranschlag aufs Schärfste.“ Der KDDM fordert als Konsequenz nun ein deutliches Umdenken bei der Polizei und Sicherheitskonzepten.

Bisheriger Minderheitenschutz soll auf den Prüfstand gestellt werden

Immer wieder wendet sich das Bündnis mit seinen über 30 Moschee-Gemeinden und Vereinen an die Düsseldorfer Polizei mit der Bitte, ein Sicherheitskonzept zum Schutz muslimischer Institutionen zu implementieren. Die Vereinigung zeigt sich bestürzt darüber, dass seit dem Anschlag in Christchurch noch immer kein ernstzunehmendes Engagement seitens der verantwortlichen Sicherheitsbehörden gezeigt wurde, um die Sicherheit der Muslime in Düsseldorf zu gewährleisten.

Dalinc Dereköy, Vorsitzender des KDDM, fordert die Polizei daher auf, „mögliche Versäumnisse der Vergangenheit in Bezug auf Minderheitenschutz, offen auf den Prüfstand zu stellen und Konsequenzen zu ziehen.“

Bündnis fordert ein nachhaltiges Sicherheitskonzept

Der KDDM begrüßt daher ausdrücklich die Anweisung des NRW-Innenministers Herbert Reul an die nordrhein-westfälische Polizei, „Orte, an denen sich viele muslimische Mitbürger aufhalten, mit Polizeistreifen zu sichern“. Allerdings erfordere die gegenwärtige Bedrohungslage ein konkretes und nachhaltiges Sicherheitskonzept, heißt es vom Bündnis.

KDDM stellt konkrete Forderungen an die Düsseldorfer Polizei

Nach dem rechten Terroranschlag stellt der Kreis der Düsseldorfer Muslime konkrete Forderungen: „Wir fordern eine klare Positionierung des Düsseldorfer Polizeipräsidenten und die unverzügliche Aufnahme von Gesprächen durch das Düsseldorfer Polizeipräsidium mit muslimischen Institutionen, um über die Bedrohungslage von Düsseldorfer Muslimen zu beraten und ein entsprechendes Sicherheitskonzept zu implementieren“, so der Kddm.

Zudem solle eine „aktuelle Stunde“ für Bürger eingerichtet werden, wo Sicherheitsfragen erörtert werden. Auch Politik und Stadt seien gefragt, um die Sicherheit der Bürgerrechte muslimischer Mitbürger zu gewährleisten. (fliep)

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