Cleanup-Aktion

Düsseldorfer Naturschutzjugend: „Müllbewusstsein fehlt“

Der Müll stapelt sich vor den Mülltonnen. Das ist kein neues Problem, auf das die NAJU aufmerksam macht.

Der Müll stapelt sich vor den Mülltonnen. Das ist kein neues Problem, auf das die NAJU aufmerksam macht.

Foto: Archivfoto: Kai KITSCHENBERG

Düsseldorf.  Michael Schoch, Mitglied der Cleanup AG in Düsseldorf, erklärt, warum Aufräumtage so wichtig sind und wo er noch viel Handlungspotenzial sieht.

Ein Bewusstsein schaffen zur Vermeidung von Müll und für den Umweltschutz – das ist das Ziel von sogenannten „Cleanup Days“. Am Samstag, 21. September, findet der 34. Internationale „Coastal Cleanup Day“ (übersetzt etwa: Müll sammeln an Ufern) statt. Auch die Naturschutzjugend NRW (NAJU) mischt an diesem Tag mit und sammelt unter anderem in Düsseldorf am Rhein den Müll ein.

Schon die Jüngsten sollen aufgeklärt werden

Die Ortsgruppe Düsseldorf steckt schon tief in den Planungen, wie Lina Hilsmann verrät. Sie ist Sprecherin des Kleinprojekts „Trashbusters NRW“ (übersetzt: Mülljäger) NAJU in Düsseldorf. Das Projekt soll den Jüngsten die Auswirkungen ihres Handelns auf die Umwelt bewusst machen. „Wir wollen an dem Tag über das Plastikproblem aufklären: Was hat es damit auf sich und was können wir tun, damit nicht mehr diese Unmengen Müll entstehen?“ so Hilsmann.

Denn „wenn Kinder schon heute lernen, mit anzupacken, können wir ähnlichen Problemen zukünftig vielleicht vorbeugen“, meint Lukas Stemper, Vorstandsmitglied der Naturschutzjugend NRW. Dem pflichtet Michael Schoch bei, Mitglied der Cleanup AG in Düsseldorf. Er sagt aber auch: „Wir wollen alle Altersgruppen ansprechen.“

Lokale Initiativen stellen Anfragen

Denn das Thema ist nicht neu, so Schoch. Mittlerweile bekommen der Naturschutzbund und die -jugend immer mehr Anfragen. „Lokale Initiativen fragen an, wie sie selbst solche Aktionen auf die Beine stellen können, Bürger wollen sich informieren“, so der 35-Jährige weiter. Auch Firmen treten an ihn heran. „Statt eines Betriebsausflugs wollen sie nun Aufräumaktionen machen.“

Dass sich das Bewusstsein etwas verändert hat, hat Schoch bereits bei vergangenen Cleanup-Aktionen gemerkt. „Das ist eine ständig wachsende Bewegung, es kommen immer mehr Menschen dazu.“ Denn das Thema Umweltschutz werde immer präsenter in der öffentlichen Meinung und in den Medien.

Michael Schoch: „Generelles Bewusstsein fehlt“

Doch bei dem Aufräumtag geht es nicht nur darum, für mehr Sauberkeit in der Stadt zu sorgen, sondern Aufmerksamkeit zu schaffen, Präsenz zu zeigen. Denn die Verschmutzung sei allgegenwärtig, so Schoch. „Es gibt immer noch zu viel Plastik. Das wird oft auch nicht richtig entsorgt.“ Zudem seien öfters überfüllte Mülltonnen zu sehen, und der Wind verteilt den Abfall, so der 35-Jährige. Er möchte dennoch nicht mit dem Finger auf die Stadt zeigen, vielmehr sieht er jeden Einzelnen in der Pflicht. „Ich finde es viel schlimmer, dass das generelle Bewusstsein bei manchen nicht da ist und etwa Zigaretten einfach in die Natur geschmissen werden.“

Daher geht es bei den Aktionen auch um Aufklärung, den aktuellen Stand der Müllverschmutzung darzulegen und das Ganze in die Gegenwart zu holen, so Schoch. Zwar komme die Politik langsam in die Gänge – etwa wenn sie einzelne Produkte verbiete – doch es müsse mehr geschehen, so der Umweltschützer. „Es gibt noch einen großen Missstand.“ So sei etwa eine Plastiksteuer abgelehnt worden, der Abrieb von Autoreifen (durch ein Tempolimit) wurde ebenfalls nicht eingeschränkt. „Dort muss aber die Politik handeln. Es ist die einzige Ebene, auf der das möglich ist“, so Schoch.

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