Obdachlosigkeit

Düsseldorfer Obdachlosenmagazin wirbt mit Donald Trump

Martin Breuer, Hubert Ostendorf und einige Fiftyfifty-Verkäufer stehen vor dem neuen Plakat der Düsseldorfer Obdachlosenzeitschrift.

Martin Breuer, Hubert Ostendorf und einige Fiftyfifty-Verkäufer stehen vor dem neuen Plakat der Düsseldorfer Obdachlosenzeitschrift.

Foto: Fiftyfifty

Düsseldorf.  Die Düsseldorfer Obdachlosenzeitschrift Fiftyfifty und eine Werbeagentur haben eine neue Kampagne gestartet. Es geht um die Zukunft des Magazins.

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Fiftyfifty und die Agentur „mama-marketing“ mit ihrem Kreativ-Chef Martin Breuer haben gemeinsam eine Kampagne für das Straßenmagazin entwickelt, die ab sofort auf Großplakatflächen in ganz Düsseldorf und auf Facebook zu sehen sein wird. Und viel mit Despoten wie Donald Trump zu tun hat. Die Facebook-Werbung wird finanziell und logistisch von der Agentur „MediaCom“ unterstützt, bei der Werkstudentin Lisa Monsieur einen „Social Media-Etat“ in Höhe von 5000 Euro für die Obdachlosenzeitschrift gewonnen hat.

Ziel der Kampagne ist es, das Fiftyfifty Printmedium in Zeiten von Auflagenverlusten zu stärken. „Denn anders als bei herkömmlichen Medien gibt es für Straßenzeitungen keine Alternative zum Papier”, sagt Werbe-Profi Martin Breuer, der die Kampagne nach einer Idee aus dem Fiftyfifty-Team entwickelt hat. Das Konzept der Kampagne ist nun, dass Despoten wie Donald Trump, Kim Jong-Un oder Wladimir Putin eine Ausgabe der Fiftyfifty präsentieren und den journalistisch unbestechlichen Inhalt verunglimpfen – auf Neudeutsch: „haten“.

Donald Trump „ärgert“ sich über das Magazin

Den Anfang macht Donald Trump, der sich ärgert: „Oh Shit. No Fake-News. Don’t make Fiftyfifty great again.” Das Plakat wurde gestern in voller Größe (rund 2,5 mal 3,5 Meter) sowie das Layout für Facebook zusammen mit Fiftyfifty-Verkäufern und Martin Breuer der Sozialberatung an der Höhenstraße 51 präsentiert. Breuer hatte zuvor bereits diverse Kampagnen für Fiftyfifty entwickelt.

Die Verkäufer freuen sich sehr über die mediale Unterstützung. Sandra Martini etwa sagt: „Die Zeitung zu verkaufen wird immer schwerer, da viele Menschen Produkte auf Papier nicht mehr annehmen.” Und Fiftyfifty-Büro-Leiterin Magdalene Risch ergänzt: „Die Zeitung ist der Anfang und das Herzstück all unserer Projekte. Wenn sie eingeht, gehen auch alle anderen Hilfen, die wir für Obdachlose organisieren, kaputt.” Sie appelliert daher an die Menschen da draußen: „Bitte kaufen, kaufen, kaufen.”

Warum? Breuer hat es im Abbinder auf dem Plakat so formuliert: „Echte Redaktion. Reale Geschichten. Auf echtem Papier. Ungelogen.“ (wapp/tokal)

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