OSD

Düsseldorfer Ordnungsdienst kämpft mit hohem Krankenstand

Sie sind überall gefragt: die Männer und Frauen vom Ordnungs- und Servicedienst (OSD). in jedem Stadtbezirk werden sie für Streifengänge angefordert. Auch mit der Polizei geht es wie hier gemeinsam auf Patrouille.

Sie sind überall gefragt: die Männer und Frauen vom Ordnungs- und Servicedienst (OSD). in jedem Stadtbezirk werden sie für Streifengänge angefordert. Auch mit der Polizei geht es wie hier gemeinsam auf Patrouille.

Foto: Kai Kitschenberg

Düsseldorf.   Bei der städtischen Hilfspolizei von Düsseldorf gibt es Probleme. Der Ordnungs- und Servicedienst (OSD) geht bis in die Nacht auf Streife und ahndet Ordnungswidrigkeiten. Doch viele der OSD-Mitarbeiter sind gesundheitlich angeschlagen. Kaum eine Abteilung im Rathaus hat einen so hohen Krankenstand.

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Die Stadt Düsseldorf ist stolz auf ihren Ordnungs- und Servicedienst (OSD). Als eine der ersten Metropolen bundesweit führte sie eine Art städtische Hilfspolizei ein, die bis in die Nacht auf Streife geht und vor allem Ordnungswidrigkeiten wie Ruhestörungen oder Verstöße gegen die Straßensatzung ahndet und Großeinsätze etwa am Rosenmontag bewältigen muss.

Eine starke Truppe – durchaus. Doch dieser Ruf stimmt nur bedingt. Der OSD mit insgesamt 170 Mitarbeitern ist angezählt, gesundheitlich angeschlagen. Kaum eine andere Abteilung im Rathaus hat einen so hohen Krankenstand: 13,9 Prozent.

Ordnungsdezernent Stephan Keller weiß: Überstunden, Ad hoc-Einsätze, die anstrengenden Patrouillen vor allem in der Altstadt , der Drei-Schichten-Dienst und zudem das mitunter hohe Alter der Einsatzkräfte - all das sind Faktoren, die an die Substanz gehen können. Aber Besserung ist in Sicht: Das Dezernat will gemeinsam mit den Mitarbeitern und dem Personalrat gegensteuern.

Hohe Zahl an Langzeiterkrankten

Doch erstmal zu den Zahlen: Die Statistik wird durch die Langzeiterkrankten regelrecht „verhagelt“. Dahinter stecken persönliche Schicksale. Da geht es auch um schwer Erkrankte, die seit einem Jahr oder länger nicht mehr den Dienst antreten können. Warum beim OSD die Zahl der Langzeiterkrankten erhöht ist, kann Ordnungsamtsleiter Michael Zimmermann nicht sagen. Fest steht aber: Ohne sie würde die Krankenquote nur noch bei 7,2 Prozent liegen, erklärt er. Das wäre ein durchaus üblicher Wert.

So oder so: Es besteht Handlungsbedarf. Keiner bestreitet, dass die Krankenquote insgesamt zu hoch ist. Andere vergleichbare Behörden und Betriebe haben teils deutlich geringere Erkrankungsquoten: Bei den Rheinbahn-Fahrern liegt sie bei 9,15 Prozent (2013) und bei der Polizei bei knapp 7,5 Prozent (2012). Und die Düsseldorfer Feuerwehrleute sind sogar weniger krank als der Durchschnitt aller Stadtmitarbeiter.

Dienst bei Wind und Wetter

Ordnungsamtsleiter Michael Zimmermann betont, dass die OSDler täglich den Witterungseinflüssen ausgesetzt sind und im Schichtdienst von 6.30 Uhr früh bis 1.30 Uhr nachts im Schichtdienst arbeiten müssen – und das 365 Tage im Jahr.

Das Problem dabei ist: Für die Stadt-Sheriffs gibt es keine ausgeklügelten Schichtdienstpläne wie bei der Feuerwehr und der Polizei. Sogar plötzliche Wochenendeinsätze sind möglich. Deshalb fallen beim OSD viele Überstunden an. Das mag zwar dem einen oder anderen Recht sein, weil er am Ende des Monats mehr Geld in der Lohntüte hat. Doch das könnte eines Tages auf Kosten seiner Gesundheit gehen.

Die Dienstpläne müssen überarbeitet werden – da führt kein Weg dran vorbei. Der Beigeordnete Stephan Keller plädiert für ein Modell mit genauen und verlässlichen Schichtdiensten – ähnlich wie bei der Polizei oder bei den Rettern. Überstunden müssen vermieden werden. Und die Mitarbeiter sollen die Möglichkeit haben, ihr Privatleben besser und langfristiger planen zu können.

Auf die Schulbank

Mit dem neuen Arbeitsplanmodell, das gerade in Zusammenarbeit mit dem Personaldezernat und dem Personalrat fertig erstellt wird, könnte die Kehrtwende eingeleitet werden. Der Abschluss dafür steht kurz bevor.

Doch das allein wird nicht ausreichen. Beim OSD arbeiten ältere Kollegen, die über kurz oder lang den anstrengenden Streifendienst nicht mehr schaffen. Die OSDler waren früher speziell für ihre Ordnungstätigkeiten ausgebildet worden, nicht aber für allgemeine Verwaltungsarbeiten im Rathaus. Sie können also nicht einfach von einer Abteilung in die andere versetzt werden. „Wir haben deshalb letztes Jahr einen Arbeitskreis gebildet, das ein Programm entwickelt, die Mitarbeiter zusätzlich für andere Aufgaben zu qualifizieren“, kündigte Beigeordneter Keller an.

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