Bauvorhaben

Düsseldorfer Politiker: Achtspuriger A 3-Ausbau ist kritisch

Immer wieder wird auf der Autobahn 3 kräftig gebaut, wie hier vor dem Hildener Kreuz. Wenn es nach dem Bund geht, wird die Autobahn demnächst auch noch achtspurig.

Immer wieder wird auf der Autobahn 3 kräftig gebaut, wie hier vor dem Hildener Kreuz. Wenn es nach dem Bund geht, wird die Autobahn demnächst auch noch achtspurig.

Foto: Foto: Stephan Köhlen

Düsseldorf.  Der geplante A 3-Ausbau erhitzt nicht nur die Gemüter der betroffenen Städte im Kreis Mettmann. Auch in Düsseldorf sehen Politiker das kritisch.

Beim Streit um den geplanten achtspurigen Ausbau der A 3 regt sich bei den betroffenen Städten Langenfeld, Hilden, Solingen und Leichlingen großer Widerstand. Die Gemeinden sind damit alles andere als einverstanden. Der Bundesverkehrswegeplan sieht einen Ausbau auf acht Spuren bis zum Jahr 2030 vor. Auch im Düsseldorfer Osten haben einige so ihre Bedenken. Denn die A 3 verläuft auch über Hubbelrather Gebiet im Stadtbezirk 7.

Bezirksbürgermeister Karsten Kunert (SPD) sieht den geplanten Ausbau „sehr kritisch“. „Da wird teilweise in Landschaftsschutzgebiet reingegangen, und das wollen wir nicht.“ Die Erweiterung könne Auswirkungen auf „sensible Gebiete wie das Rotthäuser Bachtal“ haben, so Kunert. Das müsse nicht sein.

Weitere Lärmschutz-Maßnahmen

Hanno Bremer (CDU), stellvertretender Bezirksbürgermeister findet, dass dann auf jeden Fall etwas „für den Lärmschutz in Hubbelrath“ gemacht werden müsse. Ein bisschen was hätte sich schon getan, „aber man hört immer noch das Rauschen der Autobahn – fast wie an der See“. Zudem weist er daraufhin, dass es in dem Stadtteil bereits genug andere Verkehrsprobleme gebe, die gelöst werden müssten – etwa an der Bergischen Landstraße. Es sei wichtig, dass der Verkehr rolle und die Menschen nicht mit zusätzlichen Lärm belästigt werden. Auch die zusätzlichen Emissionen seien kritisch.

„Je mehr Autobahn es gibt, umso mehr zieht das den Verkehr an“, meint die Grüne Maria Icking, ebenfalls stellvertretende Bezirksbürgermeisterin. „Das kann nicht die Lösung sein.“ Park-&-Ride-Parkplätze könnten zwar eine Alternative sein, der „an der Abfahrt Mettmann ist jedoch viel zu klein und absolut schlecht an den ÖPNV angebunden“. Außerdem seien die Sanierungsarbeiten der A 3 zwischen Hildener Kreuz und Anschlussstelle Mettmann/Hubbelrath gerade erst abgeschlossen worden.

Mona Neubaur: „Teures, umweltschädliches Projekt“

Für die Grünen-Landesvorsitzende und Düsseldorferin Mona Neubaur ist der Ausbau „ein sehr teures, sehr umweltschädliches Projekt“. Bedroht seien vom Ausbau ökologisch wertvolle Flächen. „Für einzelne Kapazitätsengpässe können wir uns vorstellen, auf der A3 für begrenzte Zeiten den Standstreifen als vierte Spur zu ertüchtigen“, so Neubaur. In den Niederlanden und auch in anderen Bundesländer werde das praktiziert. „Der Staat sollte die Steuergelder der Bürger statt in achtspurige Straßen zwingend in Vorhaben investieren, die Verkehr von der Straße lenken sowie dem Klima und der Umwelt nutzen“, meint die Grüne. Etwa in mehr Busse, Bahnen, Radschnellwege, intelligente Lösungen für Fahrgemeinschaften und Carsharing.

FDP offen gegenüber Maßnahme

Stadtteilpolitiker Sönke Willms-Heyng (FDP) hält den möglichen Ausbau für eine „gute Maßnahme“. Die A 3 sei eine „Stau-Autobahn“. Allerdings müsse man die umweltpolitischen Belange berücksichtigen. Darunter falle auch der Lärmschutz, der gegeben sein muss, so Willms-Heyng. Grundsätzlich sei er jedoch offen gegenüber der Maßnahme. „Man muss etwas für die Verkehrsinfrastruktur tun“, so der FDP-Mann. Es sei jedoch auch klar, dass es immer erst Proteste gebe.

Für den Linken Wolfram Müller-Gehl bedeutet ein Straßenausbau, dass „mehr Verkehr angezogen“ wird. Der Bund mache bei solchen Planungen, „was er will“. Wenn man aber ausbaut, müsse ein guter Lärmschutz gegeben sein. „Hubbelrath darf nicht mit Lärm überschüttet werden.“

Müller-Gehl plädiert mehr für einen besseren Nutzen von Park-&-Ride-Parkplätzen bei Mettmann. „Von da aus könnte man mit einem Bus oder mit der Seilbahn nach Düsseldorf fahren.“ Allerdings wäre bei einem Bus das Problem, dass dieser auch im Stau steht.

Auch die Kreisgruppe Mettmann des Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) protestiert gegen den achtspurigen Ausbau. „Entlang der Strecke trifft man unmittelbar neben der Autobahn entweder auf Wohnbebauung oder auf Naturschutzflächen. Zahlreiche Konflikte sind vorprogrammiert“, heißt es in einer Mitteilung.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben