Kriminalität

Düsseldorfer Polizei warnt vor jungen Dieben und ihrem "Antanztrick"

Tanzende Diebe haben es auf Wertsachen abgesehen.

Tanzende Diebe haben es auf Wertsachen abgesehen.

Foto: Joachim Kleine-Büning/ WAZ FotoPool

Düsseldorf.  Wo junge Leute feiern, häufen sich Berichte über tanzende Trickdiebe. Wer sie zu nah an sich ranlässt, riskiert seine Wertsachen. So etwas passiert nur Betrunkenen? Stimmt nicht. Wir erklären, wer Gefahr läuft, bestohlen zu werden - und wie man sich gegen die Masche der Gauner schützen kann.

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Eine Armlänge um den eigenen Körper herum: So definieren Verhaltensforscher die menschliche Intimzone. Beim Rheinländer mag sie etwas kleiner sein, beim Westfalen etwas größer - gemeinsam ist ihnen: In die Intimzone lässt man nur ausgewählte Personen eindringen. Wollen Fremde einem so nahe kommen, dann müssen sie eine Situation schaffen, in der man das zulässt. Und so geschieht es beim "Antanztrick".

Die Düsseldorfer Polizei berichtete in den vergangenen Wochen häufiger über diese Masche, mit der junge Diebe Passanten auf der Straße ihre Wertsachen abnehmen: Düsseldorfer Altstadt, auf den Straßen stehen Leute in Feierlaune, und Sie sind mit dabei. Zwei junge Männer kommen auf Sie zu, einer tanzt Sie an, mit dem Oberkörper nach hinten und mit einem Bein dort, wo auch verliebte Tänzer es haben. Bittesehr, ein Spaß. Aber wenn Sie jetzt mitmachen, bringen Sie Ihr Portemonnaie in Gefahr. Der Tänzer oder ein Begleiter zieht es Ihnen aus der Tasche und ehe Sie es merken, ist die Gruppe schon weitergezogen.

"Antanztrick" sagt die Polizei. "Ronaldo-Trick" sagen andere zu der Masche, offenbar weil sie bei diesem Anblick an die Tänze von Fußballern an der Eckfahne denken mussten.

Einer tanzte den Falschen an

2. Januar: In der Düsseldorfer Altstadt nähert sich ein 26-Jähriger "mit ausladenden rhythmischen Bewegungen", wie die Polizei schreibt, einem anderen Mann. Der lässt sich das eine Weile gefallen, doch als der fröhliche Tänzer nach Wertsachen tastet, gibt sich der andere als Zivilpolizist zu erkennen. Festnahme.

4. Januar: Die Düsseldorfer Polizei nimmt einen 22-Jährigen und einen 28-Jährigen fest. Sie sollen die ganze Nacht hindurch immer wieder beim "Antanzen" beobachtet worden sein. Die Opfer: "vorwiegend stark alkoholisierte Altstadtbesucher". Zwei Smartphones kamen abhanden.

11. Januar: Die Düsseldorfer Polizei nimmt einen 19-Jährigen fest, der die Beute zweier "Antänzer" gesammelt haben soll. Man fand bei ihm: die Geldbörse eines 23-Jährigen aus Solingen, zwei Smartphones und einen Autoschlüssel.

Vor dem Kölner Dom, wo die Touristen sind

Ähnliche Berichte gibt es aus Bremen und Köln. Der Hohenzollernring, der Roncalliplatz vor dem Dom - auch in Köln wurde dort angetanzt, wo gefeiert wird - oder wo Touristen sind.

Die Täter, so sagt Jochen Schütt von der Düsseldorfer Polizei, seien durchweg junge Männer. Die Opfer Männer und Frauen. Und nicht immer seien sie so alkoholisiert, dass sie kaum noch stehen können. "Alkohol senkt natürlich die Hemmschwelle, mit jemandem zu tanzen", sagt Schütt. "Aber es gab auch immer wieder Nüchterne unter den Opfern."

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