Ökostrom

Die Düsseldorfer Rheinkirmes 2019 setzt auf Nachhaltigkeit

Der Autoscooter gehört zu den Klassikern auf jeder Kirmes – und bezieht in Düsseldorf seine Energie vom Ökostrom.

Der Autoscooter gehört zu den Klassikern auf jeder Kirmes – und bezieht in Düsseldorf seine Energie vom Ökostrom.

Foto: Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.  Auf der Rheinkirmes herrscht in diesem Jahr ein Dosen- und Plastikverbot. Um die Umwelt zu schützen, setzen die Veranstalter zudem auf Ökostrom.

Am Freitag (12. Juli) ist es wieder soweit: Die „Größte Kirmes am Rhein“ startet für zehn Tage auf der Rhein-Halbinsel von Oberkassel. Neben dem Spaß steht aber noch ein ganz anderer Aspekt im Fokus: die Nachhaltigkeit und der Umweltschutz. Denn erst vor einer Woche hat die Stadt in der Ratssitzung den Klimanotstand ausgerufen.

Enge Zusammenarbeit mit Brauern und Essensständen

Als eines der drei größten deutschen Volksfeste legt man natürlich viel Wert darauf, die Veranstaltung so klimafreundlich wie möglich zu gestalten, sagt Kirmes-Architekt Thomas König. „Seit Jahren machen wir viel für die Nachhaltigkeit. So gibt es bei uns keine Dosen oder Plastikbecher.“ Vielmehr setze man auf Mehrweggeschirr, um Müll zu vermeiden. Dazu braucht es jedoch eine Enge Zusammenarbeit mit den Brauern und Essensständen. Das funktioniere aber sehr gut. „Beim Ausschank gibt es dann Gläser statt Plastikbecher, obwohl da die Gefahr auf Scherben besteht“, so König.

Verbrauch von 220 Familien

Gleichzeitig beziehen die Fahrgeschäfte und Buden ausschließlich zertifizierten Ökostrom von den Stadtwerken. Diese Energie wird zu 100 Prozent aus Wasserkraft gewonnen, das vermeidet rund 400 Tonnen Kohlendioxid im Vergleich zur herkömmlichen Stromversorgung, teilen die Stadtwerke mit. Die Kirmes verbrauche laut Stadtwerken so viel wie 220 Familien in einem ganzen Jahr, nämlich rund 700.000 Kilowattstunden. Die Stadtwerke Düsseldorf übernehmen die Mehrkosten für den Ökostrom.

Und: Viele der rund 300 Aussteller benutzen für ihre Stände LED-Technik bzw. -Lampen. „Dadurch haben wir zehn bis 15 Prozent Ersparnis beim Energieverbraucht“, erklärt Thomas König weiter.

Auch Besucher können Umwelt helfen

Um die Umwelt zu schützen dürfen die Fahrgeschäfte keine Schweröle benutzen, sondern „natürlich abbaubare Öle und Schmierstoffe“. Dass die Kirmes auch eine Art Vorreiter in Sachen Klimafreundlichkeit ist, habe sich „sukzessive ergeben“. „Wir sind ein sehr großer Stromabnehmer und haben da auch Verantwortung“, meint der Kirmes-Architekt. Dennoch beobachte man weiter technische Entwicklungen. „Ein Karussell allein mit Sonnenenergie zu betreiben ist noch nicht möglich, aber in der Zukunft könnte das durchaus machbar sein.“ Die Industrie arbeite zudem immer weiter an Antrieben, die weniger Energie benötigen.

Und auch die Besucher selbst können etwas für die Umwelt tun – indem sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Es sollen auch wieder zusätzliche Bahnen bei der Rheinbahn eingesetzt werden. Rechtzeitig zur Rheinkirmes ist auch die umgebaute Haltestelle Luegplatz bereits Anfang des Monats fertig geworden.

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