Kommunalwahl

Düsseldorfer SPD wählt Thomas Geisel zu ihrem OB-Kandidaten

Thomas Geisel am Samstag bei seiner 55-minütigen Rede in der Veranstaltungshalle Dome in Düsseldorf. Die Rede wurde auch über eine Leinwand in der großen Halle übertragen, in der die SPD wegen der Corona-Vorschriften tagte.

Thomas Geisel am Samstag bei seiner 55-minütigen Rede in der Veranstaltungshalle Dome in Düsseldorf. Die Rede wurde auch über eine Leinwand in der großen Halle übertragen, in der die SPD wegen der Corona-Vorschriften tagte.

Foto: Götz Middeldorf

Düsseldorf.  Die Düsseldorfer SPD schickt Amtsinhaber Thomas Geisel (56) mit 95,5 Prozent ins Rennen um den Oberbürgermeister-Posten der Landeshauptstadt.

Die Düsseldorfer SPD zeigt sich siegesgewiss. Sie will die Kommunalwahl am 13. September für sich entscheiden – setzt auf eine starke Fraktion für den Stadtrat und vor allem auf Thomas Geisel (56): Er wurde am Samstag bei der Vertreterversammlung von den 155 Delegierten auf Platz 1 der Liste für den Stadtrat und als Kandidat der SPD für das Amt des Oberbürgermeisters gewählt. Geisel erhielt 95,5 und 96,1 Prozent. Er wurde von den Delegierten mit stehenden Ovationen gefeiert.

„Du bist und bleibst unser OB!“

Der Düsseldorfer SPD-Vorsitzende Andreas Rimkus hob in seiner Begrüßung Geisels Erfolge seiner Amtszeit hervor, allen voran die enormen Anstrengungen für Neubau, Erweiterungen und Sanierung der Schulen: Alleine dafür hat die Stadt 1,3 Milliarden Euro investiert. „Ich bin superstolz auf unseren Oberbürgermeister. Thomas Geisel hat in sechs Jahren gezeigt, dass Sozialdemokraten mit Herz diese Stadt regieren“, sagte Andreas Rimkus. Und zu Thomas Geisel, der in Begleitung seiner Frau Vera zum Parteitag gekommen war: „Du bist und bleibst unser OB!“ Dieser OB tue der Stadt gut, dieser OB tue allen Düsseldorfern gut.

„Diese Partei ist die Düsseldorf-Partei!“

Auch Thomas Geisel machte deutlich: Die letzten sechs Jahren haben unserer Stadt gut getan. Sie sei besser, schöner und größer geworden. Aber sie sei auch solidarischer geworden: „Darauf können wir stolz sein. Diese Partei hat Düsseldorf geprägt, diese Partei ist die Düsseldorf-Partei!“

Passend dazu präsentierte die SPD am Samstag das Lied zur Wahlkampf-Kampagne von Thomas Geisel: „Düsseldorf, wir lieben diese Stadt“ des Düsseldorfer Sängers Enkelson. Dazu ein emotionales Video mit Thomas Geisel in der Hauptrolle, aber auch Menschen der Stadt mit dem Schild „Thomas Geisel – weiter für Düsseldorf“.

In seiner fast 55-minütigen Rede hob der amtierende Oberbürgermeister die Vorzüge und die Lebensqualität Düsseldorfs hervor – und die Veränderungen in der Stadt seit seinem Amtsantritt 2014.

Beispiel Stadtteile: „Mir geht es nicht nur um die Innenstadt. Wichtig sind die Stadtteile. Überall dort tut sich etwas. Das größte Leuchtturmprojekt der vergangenen Jahre ist Garath 0.2. Wir haben gezeigt, dass man etwas aus Garath machen kann. Und wir machen es. Dazu haben wir die besten Experten eingesetzt, nämlich die Bürgerinnen und Bürger. Wir machen einen Stadtteil mit Grün, tollen Freizeitangeboten und öffentlichen Plätzen. Ein Stadtteil, der als Trabantenstadt ja sogar als sozialer Brennpunkt galt.“

Beispiel Verkehrswende: „Wir müssen glaubwürdig umsetzten, damit Busse und Bahnen Vorrang haben. Dafür ist auch die Umweltspur richtig und wichtig. Wir gehen auf diesem Weg weiter. Konsequent werden wir auch beim Fahrrad weitermachen. Wir müssen ein gesamtstädtisches Fahrradnetz mit Radschnellwegen schaffen.“

Düsseldorf – eine Großstadt für alle

Beispiel Wohnen: „Wir sagen ganz bewusst, dass Düsseldorf eine Großstadt für alle bleibt. Wir Sozialdemokraten sagen nicht, wenn man sich Düsseldorf nicht leisten kann, muss man an die Perepherie ziehen. Deswegen steht das Thema Wohnungsbau ganz oben auf der Agenda. Wir haben den Plan 3000 neue Wohnungen pro Jahr zu bauen, nicht nur eingehalten sondern auch übertroffen. Wir haben es geschafft, zum ersten Mal seit 20 Jahren mehr öffentliche geförderte Wohnungen auf den Markt zu bringen als aus der Förderung rausgefallen wurden. Und wir aus der städtischen Wohnungsbaugesellschaft SWD, die Jahrzehnte lang ein Mauerblümchen-Dasein führte, so ausgestattet, damit sie in allen Stadtteilen Wohnungen bauen kann. Nur kommunale Wohnungen sind dem Gemeinwohl verpflichtet! Wir müssen dafür sorgen, dass Düsseldorf so vielfältig und bunt bleibt. Dafür müssen wir sicherstellen, dass Mieter nicht Opfer von Umwandlungen von Miet- zu Eigentumswohnungen werden.“

Beispiel Schulbau: „2014 wurden viele Schüler in Containern unterrichtet. Es gab großen Frust bei Schülern, Lehrern und Eltern, weil es nur schleppend voran ging und von Schulaus- und neubau gar keine Rede gewesen ist. Wir haben hier deutschlandweit ein Beispiel gesetzt und haben Energie, Leidenschaft und Geschwindigkeit gehandelt. Wir haben 1,3 Milliarde investiert für Schulen jeden Typs in allen Stadtbezirken. Das ist beispielgebend. Dafür werden wir mittlerweile von der Schulministerin gelobt.“

Beispiel weitere Investitionen: „Düsseldorf stand im Ruf Blingbling-Metropole und Schickimicki-Stadt zu sein. Ganz unberechtigt war das nicht. Viele Jahre wurde Wert gelegt auf große Prestigeprojekte in der Innenstadt. Das mag gute Außenwerbung gewesen sein und den ein oder anderen Preis eingebracht haben. Aber den meisten Düsseldorfern hat das nichts gebracht. Wir haben den Hebel umgelegt, investieren in Kitas, Jugendeinrichtungen, Sportanlagen und im großen Stil in Bädern. Das sind alles sind Einrichtungen, die die Kommune für ihre Bürger errichtet.“

Klaudia Zepuntke auf Platz 2 der Liste, Markus Raub auf Platz 3

Nach Thomas Geisel auf Platz 1 der Liste für den Stadtrat steht an Nummer 2 die bisherige Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke, auf Platz 3 Fraktionschef Markus Raub. Auf der Auf den weiteren Plätzen: 4. Ursula Holtmann-Schnieder, 5. Peter Rasp, 6. Katja Goldberg-Hammon, 7. Burkhard Albes, 8. Elke Fobbe, 9. Hakim El Ghazali, 10. Claudia Bednarski. Insgesamt umfasst die Liste 106 Kandidaten.

Außerdem wurden von der SPD die Kandidaten für die 41 Wahlkreise für die Wahl zum Düsseldorfer Stadtrat besetzt.

Bei der Wahl 2014 hatte die Reserveliste bis Platz 21 gezogen.

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