NRZ Bürgerbarometer

Düsseldorfer Stadtteilzentren haben Chancen zu überleben

Die Königsallee in Düsseldorf.

Die Königsallee in Düsseldorf.

Foto: Lars Heidrich / Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Düsseldorf.  Die meisten Düsseldorfer nutzen die Innenstadt zum Einkaufen, statt den eigenen Stadtteil. Trotzdem: Die Stadtteilzentren sind nicht verloren.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Düsseldorf gilt als Einkaufsstadt, die KÖ, die Schadow-Arkaden oder auch die Bilker Arkaden gelten als Konsumhochburgen. Nirgends gibt es ein breiteres Angebot. Egal was gesucht wird, dort wird der Kunde fündig.

Doch vor einigen Jahren sah das Angebot in den Stadtteilzentren noch so gut aus, dass 63 Prozent der Bürger gar nicht erst in die Innenstadt fahren mussten, das ergab damals die Umfrage des NRZ-Bürgerbarometers (2011).

Kunden sind nicht mehr festgelegt

Gerade einmal 28 Prozent nutzten die Innenstadt, um Konsumgüter zu kaufen. Mittlerweile hat sich die Zahl etwas gedreht: Nur noch 28 Prozent kaufen, laut Bürgerbarometer 2019, in ihren Stadtteilen ein, 49 Prozent nutzen für Einkäufe, die nichts mit Lebensmitteln zu tun haben, in der Innenstadt ein und 22 Prozent haben „Sonstiges“ angegeben.

Laut Sven Schulte, Einzelhandelsexperte vom IHK, liegt das vor allen Dingen am Wandel des Kunden: „Es gibt nicht mehr den Kunden, der immer in den gleichen Geschäften kauft. Die meisten wechseln Geschäfte, kaufen manche Sachen online, andere Teile dann im Geschäft in der Stadt.“ Kunden seien heute nicht mehr so festgelegt. Es gebe zwar Leute, die versuchen, Onlineshopping zu vermeiden, genauso wie es Ausnahmen gebe, wo einige Kunden fast alles im Internet bestellen, das sei aber nicht die Regel.

Dass trotzdem die Stadtteilzentren nicht mehr in dem Maße angesteuert werden, wie es vor 18 oder 20 Jahren war, liegt aber auch natürlich an den Veränderungen vor Ort: „Es gibt immer auch Geschäfte, die in den Stadtteilen verschwinden. Da haben Sie dann alles für den täglichen bedarf, einen Supermarkt, einen Bäcker und vielleicht einen Kiosk und ne Apotheke. Suchen Sie aber einen bestimmten Elektroartikel, bekommen Sie den wohl möglich nur in der Innenstadt. Das trifft ja zum Teil sogar die Mittelzentren, also kleine Städte. Auch dort bekommen Sie nicht mehr alles“, so Schulte.

Nachbarstädte auch beliebt

Auf der anderen Seite zeigt sich: Einige Düsseldorfer nutzen gerade auch die Mittelzentren zum Einkaufen. Gerade aus den südlichen Stadtteilen (Wersten, Himmelgeist, Holthausen, Reisholz, Benrath, Urdenbach, Itter, Hassels, Garath und Hellerhof) nutzen die Bürger mit 42 Prozent am wenigsten die Innenstadt. 11 Prozent gaben gar an, am liebsten in die Nachbarstadt nach Hilden zu fahren.

Von den Bürgern aus den nördlichen Stadtteilen (Stockum, Lohausen, Kaiserswerth, Wittlaer, Angermund, Kalkum, Lichtenbroich, Unterrath/Rath und Mörsenbroich) bevorzugen acht Prozent Ratingen zum Einkaufen. Sven Schulte: „Das ist durchaus verständlich. Gerade wenn man den Trubel in der Innenstadt umgehen möchte, bieten manche Mittelzentren eine gute Alternative für bestimmte Produkte.“ Trotzdem hat die Innenstadt gleichzeitig auch den größten Zulauf von Bürgern aus den beiden nördlichen Stadtbezirken (52 Prozent). Entsprechend nutzen dort die wenigsten Einwohner die Stadtteilzentren (16 Prozent).

Einkaufen als Freizeiterlebnis

Doch Schulte sieht auch eine Chance für die Stadtteile und zwar verbunden mit einem gewissen Freizeiterlebnis: „Dort bietet es sich gut an in kurzer Zeit kleine Besorgungen zu erledigen, vielleicht noch einen Kaffee zu trinken und einfach einen netten Nachmittag mit den Kindern zu verbringen.“ Außerdem sagt er: „Wer im Bekleidungsbereich etwas Besonderes sucht, das nicht jeder hat, ist zudem in den Boutiquen der Stadtteile gut aufgehoben.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben