Gericht

Düsseldorfer Streetworker erhält Unterstützung aus Berlin

Im Düsseldorfer Amtsgericht wird Oliver Ongaro der Prozess gemacht.

Im Düsseldorfer Amtsgericht wird Oliver Ongaro der Prozess gemacht.

Foto: Daniel Helbig

Düsseldorf.   Oliver Ongaro steht am 11. März vor dem Düsseldorfer Amtsgericht. Eine OSD-Mitarbeiterin hatte ihn angezeigt. Linke spricht von „mundtot machen“.

Der Düsseldorfer Streetworker Oliver Ongaro bekommt Unterstützung aus Berlin: Sylvia Gabelmann, Bundestagsabgeordnete der Linken, erklärt sich mit dem Streetworker und Fiftyfifty-Mitarbeiter Ongaro solidarisch. Am 11. März steht dieser wegen einer angeblichen von ihm begangenen Körperverletzung vor dem Düsseldorfer Amtsgericht.

Streetworker hatte sich bei Rundgang eingemischt

Ongaro soll eine Mitarbeiterin des Ordnungs- und Servicedienstes der Stadt Düsseldorf (OSD) attackiert haben. Der Streetworker hatte sich während eines routinemäßigen Rundganges eingemischt, als eine OSD-Mitarbeiterin gemeinsam mit ihrem Kollegen Anfang 2017 dabei war, von einem zu 70 Prozent schwer behinderten Wohnungslosen ein Verwarngeld in Höhe von 15 Euro einzutreiben, da er zuvor mit seinem Fahrrad durch eine Fußgängerzone gefahren war. Zugleich haben die städtischen Angestellten jedoch auch eine 600 Euro-Nachzahlung des Jobcenters, die sich in Geldbörse des Wohnungslosen befand, beschlagnahmt.

Da der OSD die Herausgabe der 600 Euro verweigerte, wollte Ongaro die Polizei verständigen. Daraufhin soll ihm eine beteiligte OSD-Mitarbeiterin unvermittelt mehrfach mit dem Ellenbogen vor die Brust gesch

lagen haben. Im Nachgang behauptete die Frau, von Ongaro attackiert worden zu sein. Vier Zeugen bestätigten bisher Ongaros Version.

„Handfester Skandal“

„Dass dieser Prozess gegen den Streetworker vor diesem Hintergrund überhaupt eröffnet werden soll, ist ein handfester Skandal. Ich frage mich, auf welcher Rechtsgrundlage OSD-Mitarbeiter meinen, Geld, welches sich in der Brieftasche von Bürgern befindet, einfach so beschlagnahmen zu können“, so Gabelmann, die sich hinter Ongaro stellt. Da die beiden OSD-Mitarbeiter, Informationen von „Fiftyfifty“ zufolge, bereits in der Vergangenheit durch Schikanen und Übergriffe gegen Wohnungslose aufgefallen sind, stelle sich die Frage ihrer Eignung für dieses sensible Arbeitsgebiet, so die Linke.

„Mir jedenfalls drängt sich der Eindruck auf, dass hier ein in Düsseldorf sehr bekannter und engagierter Streetworker eingeschüchtert und mundtot gemacht werden soll“, erklärt Gabelmann ihre Solidaritätsbekundung. Zugleich fordert sie eine Aufklärung, welche Übergriffe und rechtswidrige Aktionen durch den OSD in der Vergangenheit begangen wurden. „Ein Eigenleben auf Grundlage von Willkür darf es im OSD nicht geben.“

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