Energieversorgung

Düsseldorfer Stromversorger setzt verstärkt auf Windenergie

Mit dem Kran werden die Rotoren an ein neues Windrad angebracht.

Foto: Tinter

Mit dem Kran werden die Rotoren an ein neues Windrad angebracht. Foto: Tinter

Düsseldorf.  Strom, der die Umwelt schont: Die sieben Windkraftwerke der Düsseldorfer "Grünwerke" versorgen bereits rund 11 000 Vierpersonen-Haushalte pro Jahr mit umweltschonender Energie. Um noch mehr "Öko-Strom" produzieren zu können, baut das Unternehmen nun eine neue Anlage in Grevenbroich.

An Tagen mit viel Wind und Sonne „wird bereits mehr regenerativer Strom als durch konventionelle Methoden erzeugt“, stellt Michael Pützhofen, ein Sprecher der Stadtwerke, klar. Längst gehört „Öko-Strom“ oder auch „grüner“ Strom aus Wind und Sonnenkraft zum Angebot auch des hiesigen Energieversorgers.

Allein sieben Windkraftanlagen der Stadtwerke-Tochter „Grünwerke“ liefern 14 Megawatt Energie. Soviel, dass damit circa 11 000 Haushalte mit je vier Personen ein Jahr mit Strom versorgt werden könnten. Damit noch mehr von diesem Strom fließt, bauten die „Grünwerke“ jetzt eine neue Anlage in Grevenbroich.

Rotorblätter drehen nur bis Windstärke 8

In 105 Metern Höhe wurde die „Gondel“ eingebaut, die den Generator trägt und die riesigen Rotorblätter, jedes 44 Meter lang und sieben Tonnen schwer. Und doch werden sie vom Wind in Drehung versetzt - aber nur bis Windstärke 8. Denn bei diesem stürmischen Wind erreichen die Spitzen der Rotoren eine enorme Geschwindigkeit, und die Anlage könnte Schaden erleiden, erläutert Pützhofen.

Das neue Windrad der „Grünwerke“ steht auf der „Vollrather Höhe“ und symbolisiert damit ein Umdenken in der Stromerzeugung, denn der Hügel stammt vom ehemaligen Braunkohleabbau und bietet nun eben – viel Wind. Auf nur 2700 Betriebsstunden gerechnet – das Jahr hat rund 8700 Stunden – leistet die Anlage 5,4 Gigawattstunden und kann mit dem so erzeugten Strom rund 1600 Haushalte mit vier Personen versorgen.

Im Stadtgebiet lohnt ein Windrad nicht

Im Stadtgebiet gibt es keine Windkraftanlagen – nicht weil Nachbarn sich beschweren würden, sondern weil hier der Wind nicht kontinuierlich pustet, die Windschneisen sind meist zugebaut, da lohnt ein Windrad nicht. Die „Grünwerke“ betreiben aber unter anderem zwei Anlagen in Willich und andere am Niederrhein. Außerdem sind sie beteiligt an mehreren Windkraftanlagen in Brandenburg und in Sachsen.

Die normale Elektroenergie der Stadtwerke enthält ohnehin schon rund 30 Prozent an grünem Anteil. Reinen grünen Strom können die Düsseldorfer bei mehreren Anbietern bestellen, bei den Stadtwerken wird er, mit Garantie, von Wasserkraftwerken in Österreich eingekauft, erläutert der Sprecher.

Strom, der die Umwelt schont

Die Grün- und Stadtwerke liefern außerdem „fast ein Viertel des gesamten Sonnenstroms, der in Düsseldorf erzeugt wird.“ Unter anderem stammt der von der Solaranlage auf dem Flugfeld des Airports, außerdem aus Gerresheim und vom Technischen Rathaus an der Brinckmannstraße.

Strom, der die Umwelt schont, ist allerdings etwas teurer als konventioneller Mix: Bei einer Preisgarantie bis 2015 kommt ein Zwei-Personenhaushalt (2200 Kilowattstunden) auf rund 55 Euro monatlich. Wie viele Kunden bereits Ökostrom beziehen, verschweigen die Stadtwerke wegen der Konkurrenz.

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