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Carschhaus-Gebäude: Düsseldorfs KaDeWe soll 2022 eröffnen

Großzügige Treppe ins Carschhaus-Basement, versetzter Pavillon: Diese Ideen hat Signa für den Heinrich-Heine-Platz vorgelegt.

Großzügige Treppe ins Carschhaus-Basement, versetzter Pavillon: Diese Ideen hat Signa für den Heinrich-Heine-Platz vorgelegt.

Foto: David Chipperfield

Düsseldorf.  Das ehemalige Carschhaus in der Düsseldorfer Altstadt soll neuer Standort der Premium-Kaufhauskette KaDeWe-Group werden.

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Die Eröffnung des geplanten Kaufhauses des Westens (KaDeWe) im Carschhaus-Gebäude ist für den Herbst 2022 vorgesehen. Das sagte der CEO der KaDeWe-Group, André Maeder, dem Fachmedium „Textilwirtschaft“. Dem Bericht zufolge hat die thailändische Central Group über eine Beteiligungsgesellschaft bereits die Hälfte des Carsch-Hauses von der Signa-Gruppe übernommen. Eine Anfrage unserer Redaktion zu Details der Planung blieb am Mittwoch unbeantwortet.

Signa äußerte KaDeWe-Pläne bereits vergangenes Jahr

Gemeinsam wollen Central und Signa das Kaufhaus am Eingang zur Altstadt dem Bericht zufolge zu einem weiteren Standort ihrer Premium-Kaufhauskette machen. Entsprechende Absichten hatte Signa-Chef René Benko schon im vergangenen Jahr kommuniziert, ebenso Central-CEO Tos Chirathivat.

Das traditionsreiche Kaufhaus-Gebäude hat eine wechselvolle, in den vergangenen Jahren wenig glanzvolle Geschichte. Der ursprünglich 1915 errichtete Bau wurde Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre für den Bau der U-Bahn versetzt und beherbergte nach seiner Neueröffnung 1974 ein Horten-Kaufhaus. Das allerdings hieß offiziell weiter Carschhaus, was auch so blieb, als Kaufhof 1994 Horten übernahm.

Zuletzt war die Edel-Outlet-Kette Saks Off Fifth im Carschhaus

Anfang 2017 eröffnete der zwischenzeitliche Kaufhof-Eigentümer Hudson’s Bay Company in dem Gebäude eine Filiale seiner Edel-Outlet-Kette Saks Off Fifth – die Geschäfte liefen aber nicht so gut wie erwartet. Im Juni 2019 wurde sie geschlossen. Seither wird das Carschhaus von Kaufhof temporär als Sonderangebots-Fläche genutzt.

Klar ist, dass vor der Neugestaltung der Immobilie auch ein umfassender Umbau des kompletten Umfeldes geplant ist, der in der Düsseldorfer Politik ebenso diskutiert wird wie bei den Bürgern.

Geplant ist, das Grundstück, auf dem das Carschhaus am Heinrich-Heine-Platz steht, sowie das benachbarte Gebäude Kasernenstraße an Signa zu verkaufen – bislang herrschen dort komplexe Eigentumsverhältnisse mit verschiedenen Erbbau- und Sondernutzungsrechten. Das soll 49 Millionen Euro in die Stadtkasse spülen. Voraussichtlich soll in der letzten Ratssitzung des Jahres am 19. Dezember über den Verkauf entschieden werden. Verschiedene Fachausschüsse haben das Thema aber bislang geschoben: Einige Politiker haben Bedenken, mit dem komplexen Geschäft die Möglichkeit zu verlieren, Einfluss auf die künftige Gestaltung des Platzes zu nehmen. Diese ist unter anderem bei einem gut besuchten öffentlichen Workshop diskutiert worden.

Großzügige Treppe soll ins Untergeschoss des Carshhauses führen

Wie wichtig das Umfeld für Signa selbst ist, zeigt die Tatsache, dass das Unternehmen frühzeitig Studien des bekannten Architekten David Chipperfield vorgelegt hatte, in denen er seine Ideen für den Heine-Platz darlegt. Gut angekommen ist bei der Verwaltung dabei unter anderem die Idee, die Straßenführung an der Stelle so zu ändern, dass der Schwenk von der Heinrich-Heine-Allee in die Kasernenstraße entfiele – dafür gab es auch bei dem Workshop zur Platzgestaltung viel Zuspruch.

Zu den Vorschlägen von Signa gehört außerdem eine großzügige Treppe, die ins Untergeschoss des Carschhauses führt und damit den Zugang zu dem Kaufhaus deutlich offener macht. Der beliebte Musikpavillon war auf den ersten Studien von Signa zunächst verschwunden, inzwischen sehen die Vorschläge vor, ihn an eine andere Stelle des Platzes umzusetzen. Wie groß aus Sicht des Unternehmens die Chancen sind, dass all das umgesetzt wird, wurde auf Anfrage nicht beantwortet.

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