Corona-Reaktion

Nach Düsseldorfer Zug-Absage: Zoff der Karnevalshochburgen

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Die Jecke am bislang letzten Rosenmontagszug in Düsseldorf am 24. Februar 2020.

Die Jecke am bislang letzten Rosenmontagszug in Düsseldorf am 24. Februar 2020.

Foto: Kai Kitschenberg / FunkeFotoServices

Düsseldorf.  Nach der Absage des Zugs in Düsseldorf gibt es Streit unter den NRW-Karnevalshochburgen. Köln, Aachen und Bonn lehnen eine Verschiebung ab.

Nach der angekündigten Verschiebung des Düsseldorfer Rosenmontagszuges wegen der Corona-Pandemie gibt es offenbar Streit unter den Vertretern der Karnevalshochburgen in NRW. Eigentlich wollten Vertreter aus Düsseldorf, Bonn, Aachen, Köln und der Staatskanzlei am Donnerstag über das weitere Vorgehen beraten. Die Düsseldorfer Karnevalisten nahmen an dem Termin allerdings nicht teil. CC-Präsident Michael Laumen habe sich in einem Gespräch mit Christoph Kuckelkorn, Präsident des Kölner Festkomitees, darauf verständigt, dem Termin fernzubleiben, teilte ein Sprecher des Comitee Düsseldorfer Carneval auf NRZ-Anfrage mit.

Rosenmontagszug in Köln soll stattfinden

Anders als in Düsseldorf soll der Kölner Rosenmontagszug trotz der Corona-Pandemie am 28. Februar 2022 durch die Straßen ziehen. „Der Karneval ist kein reines Partyevent, das man beliebig planen und verschieben kann“, teilte das Festkomitee Kölner Karneval nach dem Treffen mit. „Er ist ein jahrhundertealtes Brauchtum und bewegt sich als solches in einem festen zeitlichen Rahmen.“ Auch die Karnevalisten aus Bonn und Aachen lehnten demnach eine Verschiebung ab und seien „überrascht und irritiert“ über die Entscheidung der Düsseldorfer Jecken.

„Es ist mehr als traurig, dass in Düsseldorf rein wirtschaftliche Gründe dafür sorgen, dass alle Regeln des Brauchtums über Bord geworfen werden“, sagte Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn laut Mitteilung. In Köln sei schon vor geraumer Zeit festgelegt worden, dass der Rosenmontagszug unter 2G-Bedingungen - nur für Geimpfte und Genesene - stattfinden werde. Allerdings würden die Planungen immer wieder den aktuellen Entwicklungen angepasst.

Düsseldorfer Zug soll auf 8. Mai verschoben werden

Das Comitee Düsseldorfer Carneval hatte am Mittwochabend angekündigt, den Rosenmontagszug wegen der Corona-Pandemie im kommenden Jahr vom 28. Februar auf den 8. Mai zu verschieben. Der neue Termin eröffne die Chance, den Düsseldorfer Rosenmontagszug in der gewohnten Weise mit Tausenden von Zuschauern am Straßenrand durchzuführen, hieß es zur Begründung.

Wie CC-Präsident Michael Laumen im Anschluss an eine Gesprächsrunde mit den Präsidenten der angeschlossenen Vereine im Henkelsaal betonte, eröffnet dieser neue Termin die Chance, den weltweit beachteten Düsseldorfer Rosenmontagszug in der gewohnten Weise mit Tausenden von Zuschauern am Straßenrand durchzuführen.

Düsseldorfer hoffen auf mehr Planungssicherheit im Frühjahr

„Wir alle gehen davon aus, dass wir im kommenden Frühjahr die vierte Coronawelle überwunden haben“, so Laumen. Gleichzeitig bietet das CC mit der Verlängerung der Session allen Vereinen die Möglichkeit, ihre für Januar und Februar 2022 geplanten Veranstaltungen zu verlegen.

Vizepräsident Stefan Kleinehr wies darauf hin, dass dies selbstverständlich nur ein Angebot sei: „Die Vereine können frei entscheiden, ob, wann und in welchem Umfang sie ihre Veranstaltungen durchführen.“ Jetzt aber gebe es die Chance, so Kleinehr, beispielsweise eine Sitzung nicht absagen oder mit finanziellem Verlust durchführen zu müssen, sondern sie eventuell unter einem anderen Namen im Frühjahr durchzuführen. „Wir sehen darin eine echte Chance, den Karneval am Leben zu erhalten und trotzdem zu feiern“, verdeutlichte der Vizepräsident.

Rosenmontagszug Düsseldorf wurde bereits zwei Mal verschoben

Zweimal wurde der Zug in Düsseldorf bereits verschoben: 1990 wurde der Zug am 19. Mai nachgeholt, 2016 am 13. März. 1991 fiel der Zug mit Rücksicht auf den Dritten Golfkrieg ganz aus, 2020 wegen der Corona-Pandemie.

Die Verlängerung der Session bis zum 8. Mai hat das CC mit Vertretern der Stadt Düsseldorf und der katholischen Kirchengemeinde abgestimmt. „Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Stadtdechant Pfarrer Frank Heitkamp haben volles Verständnis für die Sorgen der Vereine und Künstler geäußert und uns ihre Unterstützung zugesagt“, erklärte Geschäftsführer Hans-Jürgen Tüllmann. Mit Rücksicht auf die Kirche bittet das CC aber darum, auf Veranstaltungen in der Karwoche zu verzichten. (mit dpa)

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