Verkehr

Düsseldorfs OB wegen City-Maut-Vorschlag in der Kritik

Eine Ampel mit einem Radsymbol  in Düsseldorf zu sehen. Teile der Innenstadt blieben am 15. September autofrei.

Eine Ampel mit einem Radsymbol in Düsseldorf zu sehen. Teile der Innenstadt blieben am 15. September autofrei.

Foto: David Young / dpa

Düsseldorf.  IHK und Handwerkskammer bezeichnen den Vorschlag von Thomas Geisel, für Düsseldorf eine City-Maut einzuführen, als kontraproduktiv.

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Die IHK Düsseldorf unterstützt in ihrem Positionspapier „Zukunft Mobilität“ die Stadt bei ihren Bemühungen zu Klimapolitik und Verkehrswende. Gedankenmodelle, die eine City-Maut beinhalten, seien in der aktuellen Situation „allerdings kontraproduktiv“, heißt es in einer Mitteilung vom Freitag. Damit reagiert die IHK auf die Haushaltsrede von Oberbürgermeister Thomas Geisel am Donnerstag im Rat. Darin schlug Geisel vor, Fahrten in die Landeshauptstadt künftig kostenpflichtig zu machen, wobei sich die Gebühr nach dem jeweiligen Abgasausstoß bemessen solle.

„Fahrverbote oder eine Maut sind ohne realistische Alternativen für den Wirtschaftsverkehr und für die vielen Ein- und Auspendler Düsseldorfs der falsche Weg. So führen sie nur zu zusätzlichen Belastungen unserer Unternehmen“, sagt Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. Vielmehr müssten City-Logistik und der ÖPNV auch mit seinen Umlandverbindungen schnellstmöglich gestärkt werden. „Park+Ride-Plätze werden in großer Zahl benötigt, ebenso wie Verknüpfungspunkte zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern, als so genannte Mobilitätsstationen“, so Berghausen.

IHK: Autoverkehr nicht von vornherein ausschließen

Mit diesen Vorschlägen greife die IHK Düsseldorf die Trends im Mobilitätsverhalten auf. „Die Unternehmen und ihre Arbeitskräfte sind mehr als je zuvor bereit, ihr Mobilitätsverhalten zu ändern“, betont Berghausen. Längst ist die Wirtschaft aktiv: Maßnahmen reichen vom Umbau ihrer Lieferketten, der Anschaffung umweltfreundlicherer Fahrzeuge bis zur Unterstützung ihrer Belegschaften, etwa durch Jobtickets und Fahrradstellplätze. Um das Bemühen der Wirtschaft weiter zu unterstützen und an vielen Stellen den Wandel überhaupt erst möglich zu machen, müssten laut IHK neue Angebote geschaffen werden. Berghausen: „Nur dann kann perspektivisch auf leistungsfähige Verkehrsträger ausgewichen werden, ohne einen Verkehrsträger wie beispielsweise das Auto von vornherein auszuschließen.“

Handwerk: politische Fantasielosigkeit

Und auch das Handwerk wendet sich gegen den jüngsten Vorstoß des Oberbürgermeisters. „Eine Maut verteuert Güter und Dienstleistungen und wird dann verlangt, wenn zuvor besondere verkehrsbauliche Anstrengungen unternommen worden sind, für einen Tunnel, für eine Brücke, für einen Schnellweg. In Düsseldorf ist nichts dergleichengeschehen“, begründet Kammer-Hauptgeschäftsführer Axel Fuhrmann den Widerstand des Handwerks. „Immer weiter an der Gebührenschraube zu drehen, ist ein Zeichen von politischer Fantasielosigkeit.“

Man bräuchte vielmehr „alle Energie, Expertise und Bündnismacht in der Stadt, um mit den Trägern des ÖPNV endlich bessere Angebote des Nah- und Regionalverkehrs für alle hinzubekommen, die in die Stadt hinein müssen“, so Fuhrmann weiter. Gleichzeitig müsse „eine stimmige Strategie der Stadtentwicklung unter Einschluss des Umlands auf den Tisch“.

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