Musik

Ein außergewöhnliches Konzert

Inspirierende Klangwelten im Düsseldorfer Dreischeiben-Haus: Koka Nikoladze und seine selbst gebauten Beat Machines.

Inspirierende Klangwelten im Düsseldorfer Dreischeiben-Haus: Koka Nikoladze und seine selbst gebauten Beat Machines.

Foto: Sky Buerhaus

Düsseldorf.  Düsseldorf Festival: Komponist Kola Nikoladze überzog das Phoenix mit Club-Atmosphäre.

Samstagabend, Etage 22 im Dreischeiben-Haus. Im „Phoenix Twenty-Two“ sirren Klänge durch die Luft. Sie schmeicheln sich in die Gehörgänge des Publikums. Dann schwirren sie weiter, bilden neue Tonformationen und emotionalisieren die Atmosphäre. 30 Minuten dauert das erste Stück, welches Koka Nikoladze inszeniert. Der Komponist hat im Raum Klangkörper verteilt, wie einen Pappkarton, Töpfe oder Metallstangen. Sie werden elektronisch angesteuert, als Drums eingesetzt.

Inspirierender Einstieg

Diese Anordnung mitten im Publikum nährt den Eindruck, dass Nikoladze ein Orchester dirigiere. Sein Pult ist ein Tisch, auf dem die Rechner und seine selbst kreierten Beat Machines stehen. Mit einem Bein knieet er auf dem Stuhl, beugt sich weit über seine Instrumente, ist hochkonzentriert. Nach diesem inspirierenden Einstieg wird Amüsantes präsentiert. Aus der Frage „Wer hat das Fenster kaputt gemacht?“ entwickelt sich eine Kurzgeschichte. Die Worte tauchen in verschiedenen Schrifttypen gekleidet drei Wimpernschläge lang auf der Leinwand auf, tanzen zur Geräuschkulisse und grüßen Richtung Dadaismus.

Rechner wurde nicht als Instrument anerkannt

Im weiteren Verlauf des Abends überzieht eine Club-Atmosphäre den Raum. Nikoladze wird zum DJ und tanzenden Animateur. Jetzt kommt der Part, in dem er seine Beat Machines vorstellt. Mehrere Kästen mit skurrilem Innenleben hat Koka Nikoladze gebaut. Was zu sehen ist, erinnert an die experimentellen Momente des Physikunterrichts. Es gibt Metallfedern, Holzbecher, winzige Gegenstände. Alle haben die Aufgabe Klang und Rhythmus zu erzeugen. In Englischer Sprache liefert der gebürtige Georgier Erklärungen zu seinen Tüfteleien. Er geht immer wieder gerne in den Dialog mit dem Publikum. Auf einem Festival sei er abgelehnt worden, weil dort ein Rechner nicht als als Instrument angesehen wurde, erzählt Nikoladze und bekräftigt damit seine Freude, zum Düsseldorf Festival eingeladen worden zu sein.

Es ist der Herzschlag dieses Festivals, einer Nischenkultur offensiv Raum zu bieten und Interessierten den Blick auf Ungewohntes zu ermöglichen. Das schenkt der Landeshauptstadt ein markantes Profil.

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