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Ein ganzer Stadtteil wehrt sich gegen Sparkassen-Zeiten

Die Sparkasse hat Ärger mit Bürgern aus Düsseldorf-Unterbach.

Die Sparkasse hat Ärger mit Bürgern aus Düsseldorf-Unterbach.

Foto: Symbolfoto: Julian Stratenschulte / dpa

Düsseldorf.   Die Sparkasse in Düsseldorf-Unterbach hat nur noch an zwei Tagen für jeweils drei Stunden geöffnet. Das stört die Bürger massiv.

In Unterbach sind die Bürger sauer: Seit einigen Wochen hat die Filiale der Sparkasse am Breidenplatz nur noch montags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. „Ohne große Vorankündigung wurden die Öffnungszeiten einfach heruntergefahren“, beschwert sich Stefan Schrewe, 1. Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins Unterbach.

An den Tagen seien dann nur zwei Mitarbeiter vor Ort, „und wenn dann noch jemand anruft, bedient nur noch einer die Kunden“, so Schrewe weiter. Das gleiche gelte für Kunden, die zu ihrem Schließfach wollen. „Der Mitarbeiter ist dann auch erstmal weg.“ Das Resultat seien lange Schlangen, die „bis weit nach draußen bis zum Esel reichen“. Das „ganze Dorf“ laufe Sturm gegen die neuen Öffnungszeiten, gerade wenn Feiertage dazukommen. „Es gab mal drei Filialen hier, und das ist alles, was noch übrig ist. Früher war die Sparkasse die Bank der kleinen Leute“, so Schrewe. Wenn die Öffnungszeiten nicht wieder angepasst werden, denke man über eine Unterschriften-Aktion nach, so Schrewe.

Immer mehr Online-Banking

Die Stadtsparkasse Düsseldorf begründet die reduzierten Öffnungszeiten mit dem „dramatisch veränderten Kundenverhalten“, so Sprecher Gerd Meyer. Mittlerweile benutzen 60 Prozent der Kunden Online-Banking, in sechs Jahren rechnet man mit 75 Prozent. Auch die Automaten werden weiterhin häufig benutzt, aber „der Bürger geht nicht mehr in die Geschäftsstelle“, so Meyer, „wir spüren die Digitalisierung“. Bei der Sparkasse geht man davon aus, dass ein Kunde im Durchschnitt einmal im Jahr die Filiale besucht.

Die Gründe für den Besuch von Geschäftsstellen seien dabei oftmals Beratungsgespräche, „wenn es etwa um Immobilien oder Altersvorsorge geht“, so der Sprecher. In Unterbach sei die Nachfrage allerdings nicht so groß gewesen. „Wir achten sehr auf unsere Kundenströme“, beteuert Meyer, „wir gucken, wo es Sinn macht, Filialen zu haben“. Man sei aber sehr flexibel, wenn sich ein anderes Bild ergebe.

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