Kultur

Ein leiser Gruß an alle Düsseldorfer Nachteulen

Offenbar eine Nachteule aus Blankenbergs Film.

Offenbar eine Nachteule aus Blankenbergs Film.

Foto: FOTO: Blankenberg

Düsseldorf.  Der Düsseldorfer Komponist und Pianist Tom Blankenberg hat aus einem Song einen Kurzfilm gemacht.

Am 18. Dezember wird in Zusammenarbeit mit dem Blog www.pianoandcoffee.com Tom Blankenbergs Kurzfilm „The Pianowl“ veröffentlicht. Er schickt damit einen Weihnachtsgruß an Familie und Freunde, an Quarantänehaushalte und isolierte Nachteulen sowie an die Liebhaber leisester Klaviermusik. Der 1970 geborene Düsseldorfer hat nicht erst seit Corona zu seiner wahrend Passion gefunden – dem leisen Bearbeiten des Pianos. Nur: Die Pandemie hat sein aktuelles Schaffen verändert.

Als Anfang des Jahres Corona kam, arbeitete Blankenberg gerade an seinem zweiten Album. Vieles sollte sich fortan ändern. So auch die Arbeit an seiner Platte. Ein Teil der schon bestehenden Aufnahmen wollte nicht mehr in diese veränderten Zeiten passen, Dann kamen andere, neue Stücke hinzu. „Es war von vielem zu viel da drinnen“, sagt der Künstler über sein Seelenleben aus dem Frühjahr/Sommer des nun ablaufenden Jahres.

Für Blankenberg ist weniger mehr

Dabei hat der Düsseldorfer Komponist schon immer viel gemacht. Seit Anfang der 90er Jahre ist er als Toningenieur, Sounddesigner, Komponist und Audioregisseur für Industrie, Werbung, TV und Kino tätig. Vor einigen Jahren fand er zu seiner eigenen musikalischen Identität und begann mit dem Schreiben von Klaviermusik. Die Stücke entstanden in einer Form von „langsamer, kontinuierlicher“ Improvisation und fanden dann zu einem Programm in Konzert- und Albumlänge zusammen. Im Februar 2019 erschien Blankenbergs erstes Album „atermus“ auf dem eigenen Label, das sinnigerweise „Less Records“ heißt. Denn „weniger ist mehr“, sagt Blankenberg, der auch Bandmitglied der Düsseldorfer Indie-Helden Subterfuge ist, über die eigene Musik. Er meint damit, dass er gern auf Töne verzichtet, damit die anderen, schon vorhandenen Töne sich besser entfalten können.

Wie schön das klingt, das hätte er gern im Frühjahr einem großen Publikum gezeigt. Doch die bereits geplante Europatour im Frühjahr musste wegen der Coronapandemie abgesagt werden. Stattdessen nutzte Blankenberg die Zeit, um sich weiteren Kompositionen und Aufnahmen zu seinem zweiten Album zu widmen. Er schrieb weiter an den Stücken, komponierte neue und nahm alles im Sommer noch einmal auf – außerhalb der Stadt, allein in einem leeren Tonstudio an einem alten, imposanten Flügel.

Unter den Einflüssen des Lockdowns ist also ein zweites Album entstanden, das leiser, langsamer, zarter und persönlicher geworden ist als es der Künstler selbst erwartet hätte.

Doch die Aufnahmen dazu mussten verschoben werden, die Veröffentlichung verzögerte sich und ist nun für das kommende Frühjahr geplant. Das gab dem Künstler im zuletzt die Zeit, noch ein letztes Video zu seinem vorhergehenden Album „atermus“ zu produzieren. Inspiriert ist das Video, das sich zu einem Kurzfilm entwickelte, von einer Spotify-Playlist mit dem Titel „Soft Piano Music To Fall Asleep“, die auch Blankenbergs Musik enthält. Der Film dazu trägt nun den Titel: „The Pianowl“.

Und als kleines Dankeschön und Weihnachtsgeschenk hat der Protagonist des Films dann auch eine Spotify Playlist erstellt, für sich und andere Nachtgestalten... die „The Pianowlist“.

Premiere des Films auf YouTube (Freitag, 18. Dezember, um 10 Uhr) https://youtu.be/swB8bcx_BDAThe Pianowlist auf Spotify:https://open.spotify.com/user/o30hbmix1yklfoir1vrlwu2fc/playlist/3euOkrNeC9D2zhzrSoIKFw

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben