Toleranzwagen

Ein starkes Zeichen für Toleranz

Vereint gegen religiöse Diskriminierung: Michael Szentei-Heise (5.von links), Marie-Agnes Strack-Zimmermann (8. von links) und hinten rechts mit Pilotenmütze Dalinc Dereköy.

Vereint gegen religiöse Diskriminierung: Michael Szentei-Heise (5.von links), Marie-Agnes Strack-Zimmermann (8. von links) und hinten rechts mit Pilotenmütze Dalinc Dereköy.

Foto: Felix Fießer

Düsseldorf.   Christen, Juden und Muslime feiern beim Düsseldorfer Rosenmontagszug die religiöse Vielfalt auf einem gemeinsamen Mottowagen.

Vielfalt wird im Düsseldorfer Karneval gelebt. Der Beweis hierfür ist auf dem Rosenmontagszug mitgefahren: Der Toleranzwagen. „Wir wollen ein Zeichen gegen jede Art von religiöser Diskriminierung setzen“, erklärt der Verwaltungsdirektor der jüdischen Gemeinde, Michael Szentei-Heise.

Erbsensuppe und Lachsbrötchen an Bord statt Alkohol für die Muslime

War im vorigen Jahr der Wagen noch allein ein Projekt der jüdischen Gemeinde, haben sich diesmal Christen, Juden und Muslime zusammengetan, um einen bunten Karneval zu feiern. Mit von der Partie war auch der Vorsitzende des Kreises der Düsseldorfer Muslime Dalinc Dereköy: „Natürlich gibt es unter strenggläubigen Muslimen ein Alkoholverbot, aber dafür haben wir auch Erbsensuppe und Lachsbrötchen mit an Bord.“ Ob tatsächlich Karneval auch unter der muslimischen Bevölkerung immer beliebter wird, kann der 41jährige nicht beurteilen. „Das ist natürlich eine rein individuelle Entscheidung und jedem selbst überlassen. Trotzdem freue ich mich sehr, dass gerade hier am Aufstellungsort an der Corneliusstraße viele Besitzer arabischer Läden den Zug verfolgen,“so der 41jährige.

Die Häfte der Wagenkosten wurde über Crowdfunding gesammelt

Die Hälfte der 65.000 Euro, die für den Bau benötigt war, wurde über Crowdfunding gesammelt. Zusätzlich wurden sieben Plätze auf dem Wagen verkauft. Einen davon konnte FDP-Bundesvize Marie-Agnes Strack-Zimmermann für närrische 1911 Euro ergattern: „Parteipolitik spielt heute aber keine Rolle. Ich will einfachein starkes Zeichen setzen “, so die 60jährige.

Gestaltet wurde der Wagen von Jacques Tilly. Zu sehen sind darauf ein katholischer Pfarrer, ein muslimischer Imam, eine evangelische Pastorin, sowie ein jüdischer Rabbi – alle in fester Umarmung.

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