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Fortuna-Feier vor dem Rathaus - Eine Stadt ganz in Rot-Weiß

Tausende Fortuna-Fans feierten auf dem Marktplatz vor dem Rathaus.

Foto: Melanie Zanin/Stadt

Tausende Fortuna-Fans feierten auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Foto: Melanie Zanin/Stadt

Düsseldorf.   Tausende Fortunen feiern mit ihrer Mannschaft – auch die Toten Hosen lassen sich einen Auftritt nicht nehmen.

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„Olé olé, nie mehr zweite Liga“, schallt es über den Marktplatz. Tausende Fortunen strahlen dazu mit der Sonne um die Wette und recken ihre Fahnen und Schals in die Höhe. Bereits deutlich vor 15 Uhr ist der Platz gut gefüllt, und bis die Mannschaft auf den Balkon tritt, wird es immer voller.

Während die Düsseldorfer Fans geduldig und friedlich warten, nutzen sie die Chance, schon mal ihre Sangeskraft unter Beweis zu stellen. Ob „die Nummer eins am Rhein sind wir“ oder „zweite Liga war schön, Zeit für uns zu gehen“ – fleißig wird gesungen, geschunkelt. Für einen ganz besonderen Moment sorgt auch das Lied „Danke für den Aufstieg“ der Düsseldorfer Gruppe Halbangst, das die Menge voller Hingabe mitgröhlt.

„Krönung einer geilen Saison“

Der Verein freut sich auch bei der japanischen Bevölkerung großer Beliebtheit – nicht zuletzt auch wegen seiner japanischen Spieler. Shinji ist seit drei Jahren Fan und hofft, dass der Club in der 1. Liga bleibt.

Das ganze Team unterschreibt die Fortuna-Straßenbahn

Die Spieler waren schon dran, jetzt setzt auch Aufstiegs-Trainer Friedhelm Funkel sein Autogramm auf die Fortuna-Straßenbahn.
Das ganze Team unterschreibt die Fortuna-Straßenbahn

Auch Wolfgang, der gemeinsam mit seiner Frau Sylvia auf den Platz gekommen ist, teilt diese Hoffnungen. Aber er glaubt, dass es „schwer wird, weil der Verein nicht die ganz großen finanziellen Mittel hat“. Die beiden sind sogar ein bisschen traurig, dass Traditionsvereine wie der HSV und der 1. FC Köln abgestiegen sind.

Holger Erstfeld vom Fanclub FC Rot-Weiße Leidenschaft hat ein zwiegespaltenes Verhältnis zu Köln – sein Schwager ist Kölner und er gesteht: „Ich mag Leverkusen weniger.“ Was die Fortuna hingegen anbelangt, ist er völlig überwältigt. „Das ist fantastisch, dass dieses Jahr alles funktioniert hat.“ Auch Stefan Engstfeld, Grünen-Ratsherr, hat sich unter die Menge gemischt und feiert begeistert den „bombastischen Erfolg“ mit. „Das ist einfach die Krönung nach so einer geilen Saison, sehr verdient.“

Fortuna-Aufstiegsshirt ist ein Renner

Weniger traurig über den Kölner Abstieg ist Manuela aus Flingern. „Gut, dass die abgestiegen sind“, sagt sie grinsend. Damit ist sie nicht allein auf dem Platz. Immer wieder gibt es kleine Sticheleien gegen die Domstadt, das eine oder andere Schmählied darf da nicht fehlen.

Und wer nicht gerade mitschunkelt und seinem Nachbarn in den Armen liegt, der vertreibt sich entweder die Zeit an den Bier- und Essensständen – oder deckt sich im Fortuna-Fanshop ein, der ebenfalls einen Stand auf dem Marktplatz hat. Besonders beliebt: Das Aufstiegsshirt „Und alles nur weil ich dich liebe“, wie eine Merchandiseverkäuferin verrät. „Die Schals gehen aber auch gut weg, aber das T-Shirt ist der Renner. Das mussten wir bereits mehrere Male nachbestellen.“

Gegen kurz nach 17 Uhr ist es dann endlich soweit: Die Mannschaft betritt den Balkon – und für die Fans gibt es kein Halten mehr. Immer wieder ertönen „Fortuna, Fortuna!“-Rufe. Diese werden besonders laut, als der gestrige Siegtorschütze Kaan Ayhan und natürlich Trainer Friedhelm Funkel die Plattform betreten. Ein Mann in der Menge zeigt seinem Kumpel seinen Arm – er hat Gänsehaut.

„Felge“ und die Toten Hosen auf dem Balkon

Und die hält an – denn die Mannschaft, die auf dem Balkon die „Felge“ überreicht bekommt, ist in bester Feierlaune und lässt es sich ebenfalls nicht nehmen, ein bisschen die Kölner auf den Arm zu nehmen.

Auch Trainer Funkel richtet sich nochmal an die feiernden Fans. „Ich habe viele Aufstiege mitgemacht, aber das ist der geilste meiner Karriere. Die Fortuna zu begleiten, das war die beste Entscheidung“, so Funkel sichtlich bewegt, der dann auch noch den Fans dankt: „Wir sind von euch durch die Saison getragen worden. Ohne eure Unterstützung hätten wir das alles niemals geschafft.“

Und wer darf, an einem Tag wie diesen, nicht fehlen? Die Toten Hosen. Sie schmettern unter anderem das „Altbierlied“. So kann jeder Tag enden.

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