Vorschlag

Denkmal-Idee: Eine Lok für den Düsseldorfer Bahnhofsvorplatz

Die legendäre Rheingold-Lok E003 002 könnte schon bald in Düsseldorf stehen.

Die legendäre Rheingold-Lok E003 002 könnte schon bald in Düsseldorf stehen.

Foto: Brossmann

Düsseldorf.  Eine Düsseldorfer Unternehmer-Initiative will eine alte Rheingold-Lokomotive nach Düsseldorf holen. Jetzt wird ein Sponsor gesucht.

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Der Bahnhofsvorplatz in Düsseldorf ist nicht gerade ein Aushängeschild für die Stadt. Seit Jahren wird über die Neugestaltung des Eingangstor zur Stadt diskutiert. Die Düsseldorfer „Umwelt Unternehmer Initiative Moby Dick“ hat jetzt einen Vorschlag parat: Die Lokomotive E03 002 des legendären Schnellzuges „Rheingold“ könnte auf dem Vorplatz aufgestellt werden.

Noch steht die legendäre Lok in der Oberpfalz

„Die Lok steht derzeit im Spatzenpark, einem Familien-Freizeitpark in Herrnried in der Oberpfalz“, sagt der Düsseldorfer Uwe Stern, Sprecher der Initiative. Sie gehört der Witwe des im August 2018 gestorbenen Medienmanager Helmut Brossmann, der unter anderem die Kastelruther Spatzen managte.

Die Lok soll 150.00 Euro kosten

Die Lok steht zum Verkauf, wird derzeit für 150.000 Euro angeboten. Ein Schnäppchen scheint das nicht zu sein, der Preis ist schon von einst 199.000 Euro gesunken. Die Düsseldorfer vermuten, dass die Lok letztlich für unter 100.000 Euro den Besitzer wechseln wird.

Die Lokomotive ist laut Udo Stern eine ganz besondere: Nur vier Loks der Baureihe E03 für den legendären Nachkriegs-Rheingold wurden gebaut. Die von Siemens und Henschel gebaute Lok E03 002 wurde als Premieren-Modell im Februar 1965 der Öffentlichkeit präsentiert, denn die eigentlich erste Lok E03 001 war nicht rechtzeitig fertig geworden. Als sie von Eisenbahn-Fan Helmut Brossmann gekauft wurde, war der Triebwagen verrottet, in die Komplett-Restaurierung ist viel Zeit und Geld geflossen, bis die Lokomotive wieder im alten Glanz erstrahlte. Die Lokomotiven stellte Unternehmer Brossmann in seinen „Spatzenpark“, der allerdings seit Jahren geschlossen ist.

Die Lokomotive ist mehr als 20 Meter lang und wiegt 100 Tonnen

Ein Problem wird sein, die mehr als 20 Meter lange, 100 Tonnen schwere sechsachsige Lok mit Kränen und Schwertransportern aus dem Park zu schaffen. Klappt das, kann sie mit einer „Rollfähigkeitsbescheinigung“ von dem nächsten Bahnhof im zehn Kilometer entfernten Parsberg auf der Schiene weiterreisen zum neuen Standort.

Und der soll in Düsseldorf sein, sagt Udo Stern von der Unternehmer-Initiative. Denn: „Die Lok ist der historische Beweis für umweltfreundliches elektrisches Reisen vor mehr als 54 Jahren entlang des Rheins als TEE Rheingold.“ Und: „Die Rheingold-Lok muss zurück an den Düsseldorfer Rhein, schließlich ist sie hier auch immer vorbei gefahren!“

Die Düsseldorfer Unternehmer suchen jetzt einen Sponsor, der sich dem Lok-Projekt anschließt. Die Stadt haben sie über ihre Pläne bereits informiert, eine Reaktion aus dem Oberbürgermeister-Büro gibt es bisher aber noch nicht.

Beim Standort sind die umweltpolitisch aktiven Unternehmer übrigens nicht festgelegt. „Möglich wäre auch, die Lokomotive in den Hafen zu stellen...“, sagt Udo Stern.

Es gibt bereits den Vorschlag eines Moby Dick-Denkmals

Bereits vergangenes Jahr machte die Düsseldorfer Unternehmer-Initiative einen Vorstoß: Sie wollte ein Denkmal für „Moby Dick“ auf dem Burgplatz. Moby Dick war ein Beluga- oder Weißwal, der 1966 für Aufsehen sorgte. Er war von der Nordsee durch den Rhein vorbei an Düsseldorf bis Bonn und wieder zurück geschwommen. Benannt wurde er nach dem Roman Moby Dick von Herman Melville. Oberbürgermeister Thomas Geisel und die Düsseldorfer Stadt-Politik hatte den Vorschlag allerdings kritisch gesehen. Noch ist das Denkmal aber nicht vom Tisch: Laut Udo Stern werde nach einem Alternativ-Standort imm Hafen oder an der Rheinpromenade gesucht.

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